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    <title>Fotomenschen - Astrofotografie</title>
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    <description>Posts tagged &#x27;Astrofotografie&#x27; on Fotomenschen.</description>
    <language>de-DE</language>
    <lastBuildDate>Sat, 30 Oct 2021 21:05:45 GMT</lastBuildDate>
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            <title>Knopflochfotografie</title>
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            <description>In den 1890ern kam eine Spionagekamera in den Handel mit der man Menschen durch ein Knopfloch fotografieren konnte.</description>
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<p>
====> <a href="/buch" target="_blank">30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera</a> <====
</p>
<p>In den 1890ern kam eine Spionagekamera in den Handel mit der man Menschen durch ein Knopfloch fotografieren konnte. Der damals 19jährige Carl Størmer dokumentierte damit jahrelang die Menschen in Oslo und wird dadurch zum ersten Paparazzo Norwegens. </p>

<ul><li>Carl Størmer (Wikipedia <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_St%C3%B8rmer" target="_blank">deutsch</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Carl_St%C3%B8rmer" target="_blank">englisch</a>)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://racingnelliebly.com/weirdscience/carl-stormer-victorian-era-spy-camera/" target="_blank">Carl Størmer Captured Candid Expressions With His Victorian Era Spy Camera</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20250325061325/https://www.tnp.no/norway/culture/famous-people-norway-1890-spy-camera-19-year-old-paparazzi/" target="_blank">Famous people in Norway in 1890 from spy camera of 19 year old paparazzi</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://digitaltmuseum.no/011013321284/serie-fotografert-av-professor-carl-stormer-fredrik-carl-mulertz-stormer" target="_blank">Alle ausgestellten Spy-Fotos &#8211; Serie fotografert av professor Carl Størmer (Fredrik Carl Mülertz Størmer) (1874-1957).</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.techeblog.com/student-hides-spy-camera-in-clothing-to-take-candid-photos-in-1890s-heres-what-he-captured/" target="_blank">Student Hides Spy Camera in Clothing to Take Candid Photos in 1890s, Here’s What He Captured</a></li><li><a href="https://petapixel.com/2018/01/04/19-year-old-shot-spy-camera-street-photos-1890s/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Petapixel &#8211; The 19-Year-Old Who Shot Spy Camera Street Photos in the 1890s</a></li></ul>

<figure><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="426" height="500" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/2-spy-cam1.jpg" alt="Ein rundes, messingfarbenes Gerät mit einem zentralen Gehäuse und mehreren kleinen Bedienelementen."/></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="400" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/2-open-camera1.jpg" alt="Ein antikes, verziertes Kastenmechanismus aus dunklem Holz und Messing, der auf einer einfachen, runden Metallablage ruht." /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="502" height="243" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/3-Photos-by-Carl-Stormer1.jpg" alt="Eine Collage aus mehreren runden Schwarz-Weiß-Fotografien auf einem hellen Hintergrund, die verschiedene Szenen mit Menschen und Gebäuden zeigen."/></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="482" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/2-angry-man-approaches1.jpg" alt="Ein Mann in Anzug und Hut posiert draußen vor einem Gebäude mit sichtbaren Geländern."/></figure></li></ul></figure>

<hr/>

<p><strong>Transkript</strong></p>

<p>Wenn man aufgefordert wird, sich eine Kamera aus dem 19. Jahrhundert vorzustellen, taucht vor unserem geistigen Auge sehr wahrscheinlich entweder ein großer hölzener Kasten mit Objektiv vorne dran oder eine Art ausziehbare Ziehharmonika-Kamera mit Balgen auf. Und damit wär man auch nicht ganz falsch.</p>

<p>Allerdings gibt es auch schon damals erste Versuche Kameras zu miniaturisieren und ein ganz besonders gelungenes Exemplar ist die sogenannte &#8222;Vest-Spy-Camera&#8220;. Eine Kamera, die man unter der Weste tragen kann, deren Objektiv wie ein Knopf durch ein Knopfloch hindurchgesteckt werden kann.&nbsp;</p>

<p>Eigentlich wäre man ja nicht ganz falsch gelegen, wenn man mit großem Gerät gerechnet hätte, denn die Leica wird noch eine ganze Weile auf sich warten lassen und vor der Leica sind die meisten Straßenfotografen mit verhältnismäßig großem Gerät unterwegs. Sogenannte Reporterkameras sind das, was man heute schon als Großformat bezeichnet. Der Profi fotografiert auch oft noch auf Glas aber <a "/tags/kodak.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="25" title="Kodak">Kodak</a> hat den Markt auch schon so weit revolutioniert, dass es inzwischen auch trockene Negative auf Papier gibt, als Rollfilm. Unsere Spionagekamera, die wird mit Papierfilm gefüllt, sie sieht aus wie ein runder Flachmann und hat an einem Ende eine Schnur, diese Schnur verwendet man zum Auslösen. Und laut einer Anzeige aus der damaligen Zeit ist die Spionagekamera das perfekte Weihnachtsgeschenk für Damen und Herren jeglichen Alters.</p>

<p>Als Bürger des 21. Jahrhunderts bekommt man da natürlich sofort Schnappatmung, denn wer bei uns mit einer Kamera erkennbar Leute fotografiert wird sehr wahrscheinlich relativ schnell darauf angesprochen, dass er ja eigentlich auch erstmal um Erlaubnis fragen müsste. Wer heutzutage heimlich fotografieren will macht das sozusagen ganz offensichtlich, mit dem Handy. Denn ein IPhone in der Öffentlichkeit hochgehoben interessiert keinen Menschen, ob man damit nun fotografiert oder eine SMS verschickt weiß sowieso niemand und kratzt auch nicht.</p>

<p>Wer aber Ende des 19. Jahrhunderts eine Kamera in der Öffentlichkeit aufstellte, war natürlich unglaublich auffällig und die Leute der damaligen Zeit gaben sich Mühe möglichst seriös auf Fotografien auszusehen. Und deswegen gibt es zwar aus der Zeit Straßenfotografien aber kaum Schnappschüsse, kaum normale Mimik, kaum Alltagshandlungen. Kaum steht da irgendwo eine Kamera wird seriös geschaut.</p>

<p>Und es ist genau dieser Umstand, warum Bilder, wo das dann mal nicht der Fall ist, so dramatisch rausstechen. Wie zum Beispiel die Fotosammlung von Carl Størmer. Oder wie er vollständig heißt: Fredrik Carl Mülertz Størmer. Er war 1874 als Sohn eines Apothekers auf die Welt gekommen und als er sich 1890 diese Spionagekamera für unter die Weste leistete, war er eigentlich Mathematikstudent. Zu der Zeit studierte er gerade in Oslo oder Christiana, wie die Stadt damals hieß. Und er war fasziniert von der Fotografie an sich.&nbsp;</p>

<p>Und so begann er mit dieser Westenkamera, durch die Straßen von Oslo zu streifen und Fotos zu machen. Rund 500 Aufnahmen entstanden damals und es ist faszinierend, diesen Blick in den Alltag Dänemarks des 19. Jahrhunderts zu bekommen. Frauen in üppigen, wallenden Gewändern und Hüten, die lachend die Straße entlanglaufen.</p>

<p>Männer, die mit zum Gruß ausgestreckter Hand und strahlendem Grinsen auf ihn zulaufen. Und Katzen, mindestens zwei Katzen hat er auch festgehalten. Und Katzen sahen irgendwie schon immer gleich aus.&nbsp;</p>

<p>Auf seinen Streifzügen durch Oslo begegnen ihm hin und wieder auch mal Prominente und auch die fotografiert er natürlich. Als er dann im Alter von 70 Jahren, viel, viel später eine Fotoausstellung mit diesen Spie-Cam-Fotos organisiert, sind die natürlich auch ganz besondere Publikumsmagnete. In den Berichten rund um diese Fotoausstellung wird er augenzwinkernd als Norwegens erster Paparazzi bezeichnet. Aber im Verhältnis zu welchen Maßnahmen die heutzutage greifen, waren Carls Bilder natürlich einigermaßen harmlos.</p>

<p>Ja und die Entwicklung entsprechender Kameratechnik ist natürlich auch nicht stehen geblieben. Wir haben heute Kameras, die sind so klein, dass man sie kaum noch sehen kann. Und es gibt Kameras, die man als Schmuckstück tragen kann, die auf Sprachkommandos reagieren oder auf leichte Berührung und dann in Full-Hd ihre Umgebung aufnehmen können. Keine der Kameras, die ich so gefunden habe machen besonders schöne oder gute Aufnahmen aber mit der Qualität, die die Westenkamera von 1890 hatte können die natürlich locker mithalten. Vermarktet werden die oft entweder als Sicherheitstechnologie, also Überwachungskamera für den Ernstfall, oder als Notizgerät, wenn ich also in meinem Alltag irgendwas festhalten möchte, ein Sprachmemo, eine kurze Videoaufnahme von irgendwas, dass ich spannend finde und ähnliches.</p>

<p>Ich habe auch spontan an Google-Glass denken müssen, das war eine Art Brillengestell mit einem Display vor unserem Auge, in dem man aktuelle Nachrichten sehen konnte oder eben auch per Augenzwinkern eine Kamera auslösen. Bei meinen Experimenten hat dieses Ding nie so richtig kontrolliert ausgelöst, sondern hat mal mein normales Zwinkern als Aufforderung verstanden und dann wieder ein &#8222;auch-wenn-es-sehr-deutlich-war-Zwinkern&#8220; einfach mal ignoriert aber die bedenken die damals Datenschützer hatten waren natürlich, dass man in der Öffentlichkeit unbeobachtet Fotografieren oder &#8222;Videofonieren&#8220; könnte. Und so gab es damals den aufgeregten Slogan:&#8220;Don&#8217;t be a Glasshole&#8220; und Datenschützer gingen auf die Barrikaden.&nbsp;</p>

<p>Tja. Und auch wenn es die Technologien natürlich nach wie vor gibt, so richtig durchgesetzt, auch als Werkzeug für die Straßenfotografien da draußen, hat sich das nicht. Es ist wie so oft, die die wirklich Schindluder mit solchem Kram treiben wollen, die lassen sich sowieso nicht abhalten. Aber ich schweife ab.&nbsp;</p>

<p>Carl jedenfalls machte nicht nur diese <a "/tags/straßenfotografie.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="34" title="Street">Street</a>-Fotos in Oslo mit seiner Spycam sondern blieb der Fotografie sein ganzes Leben lang treu. Er wird Professor für Mathematik an der Universität in Oslo und interessiert sich dann außerdem auch noch ganz besonders für Astrophysik, speziell für Phänomene, wie die Aurora-Borealis, also die Nordlichter. Auch die dokumentiert er mit der damals gängigen Kameratechnik und so gibt es von ihm nicht nur per Spycam aufgenommene <a "/tags/straßenfotografie.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="34" title="Street">Straßenfotografie</a>, sondern auch Aufnahmen der Nordlichter über Norwegen. Trotzdem hätte er sich selber wahrscheinlich nicht als Fotograf bezeichnet und außer dieser einen Ausstellung dieser Westenkamerabilder veröffentlichte er jetzt eigentlich keine Fotografien weiter.&nbsp;</p>

<p>Die Bilder werfen auch eine interessante Frage auf finde ich. Zwar gibt es diesen Empörungsreflex, weil er ja versteckt und heimlich fotografiert hat, voyeuristisch geradezu. Auf der anderen Seite hat er das ja eigentlich erstmal nur für sich getan und nicht weiter veröffentlicht, d.h. bis zu dieser&nbsp; Ausstellung 50 Jahre später, waren diese Aufnahmen rein in seinem Privatbesitz. Und das ist ja jetzt schon was anderes als die direkten Instagramuploads, die man heute manchmal so hat.&nbsp;</p>

<p>Etwas besonderes wurde es dann eben dadurch, dass es Aufnahmen waren, die man sonst so aus der Zeit überhaupt so gut wie nie zu sehen bekam. Ganz egal also, ob verboten oder nicht, unlauter oder nicht. Allein dieser Blick in die Vergangenheit, dieser unverstellte Blick in die Straßen von Oslo, ist aus heutiger Sicht spannend.</p>]]></content:encoded>
            <pubDate>Sat, 30 Oct 2021 21:05:45 GMT</pubDate>
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            <title>Einmal Mond und zurück</title>
            <link>https://fotomenschen.kopfstim.me/posts/einmal-mond-und-zurueck.html</link>
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            <description>Noch bevor man den Begriff &quot;Fotografie&quot; kannte wurden Aufnahmen des Monds gemacht und einige der ersten Bilder waren derart gut, dass sie über 100 Jahre unübertroffen blieben...</description>
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====> <a href="/buch" target="_blank">30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera</a> <====
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<p>Noch bevor man den Begriff &#8222;Fotografie&#8220; kannte wurden Aufnahmen des Monds gemacht und einige der ersten Bilder waren derart gut, dass sie über 100 Jahre unübertroffen blieben&#8230; bis man hinflog um aus der Nähe zu fotografieren. </p>

<ul><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Earthrise" target="_blank">Earthrise </a>(Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_8" target="_blank">Apollo 8</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Draper" target="_blank">Henry Draper</a> (wikipedia)</li><li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/John_Adams_Whipple" target="_blank" rel="noreferrer noopener">John Adams Whipple</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lunar_Orbiter_Image_Recovery_Project" target="_blank">Lunar Orbiter Image Recovery Project</a> (Englisch, Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.wired.com/2014/04/lost-lunar-photos-recovered-by-great-feats-of-hackerdom-developed-at-a-mcdonalds/" target="_blank">The Hackers Who Recovered NASA&#8217;s Lost Lunar Photos</a> (Englisch, Wired)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Blue_Marble" target="_blank">Blue Marble </a>(Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://lightsinthedark.com/2016/03/23/this-is-the-oldest-surviving-photo-of-the-moon/#:~:text=Daguerre%20himself%20reportedly%20captured%20a,the%201850s%20by%20John%20A." target="_blank">This is the Oldest Surviving Photo of the Moon</a> (Lights In  The Dark)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20210603195752/http://100photos.time.com/photos/nasa-earthrise-apollo-8" target="_blank">Time Magazine &#8211; 100 photos &#8211; Earthrise</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://en.wikipedia.org/wiki/We_choose_to_go_to_the_Moon" target="_blank">We choose to go to the Moon</a> (Englisch, Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.nasa.gov/centers-and-facilities/johnson/50-years-ago-the-lunar-orbiter-program/" target="_blank">50 years ago, The Lunar Orbiter Program</a> (NASA)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.metmuseum.org/art/collection/search/262301" target="_blank">John Adams Whipple &#8211; The Moon</a></li><li>John Adams Whipple &#8211; The Moon (MoMa)#</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.forbes.com/sites/kionasmith/2018/03/07/check-out-these-vintage-astronomical-photos-by-henry-draper/" target="_blank">Check Out These Vintage Astronomical Photos by Henry Draper </a>(Forbes)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.nasa.gov/history/alsj/" target="_blank">Apollo Audio</a> (NASA)</li></ul>

<figure><img decoding="async" src="https://collectionapi.metmuseum.org/api/collection/v1/iiif/262301/1835514/main-image" alt="The Moon, John Adams Whipple (American, Cambridge, Massachusetts 1822 - 1891 Grafton, Massachusetts), Salted paper print from glass negative "/><figcaption><img decoding="async" src="https://thumbor.forbes.com/thumbor/960x0/https%3A%2F%2Fblogs-images.forbes.com%2Fkionasmith%2Ffiles%2F2018%2F03%2F3468247343_eeddc14cc7_b.jpg" alt="This is one of over 1500 images of the Moon that Henry Draper took from his Hudson observatory in... [+] 1863."></figcaption></figure>

<figure><img decoding="async" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/First_View_of_Earth_from_Moon.jpg" alt="Datei:First View of Earth from Moon.jpg" width="3061" height="1215" loading="lazy" decoding="async"><figcaption><img decoding="async" src="https://d2g8igdw686xgo.cloudfront.net/19699494_1498527418.5622.png" alt="Fundraiser by Dennis Ray Wingo : Moon 1966-67: Lunar Photographs"></figcaption></figure>

<figure><img decoding="async" src="https://web.archive.org/web/20221017081537/https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/dc/AS8-13-2329.jpg/1920px-AS8-13-2329.jpg" alt="undefined"/></figure>

<figure><img decoding="async" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/NASA-Apollo8-Dec24-Earthrise.jpg" alt="Datei:NASA-Apollo8-Dec24-Earthrise.jpg" width="2400" height="2400" loading="lazy" decoding="async"><figcaption><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/archive/9/97/20200925182919%21The_Earth_seen_from_Apollo_17.jpg/1280px-The_Earth_seen_from_Apollo_17.jpg" alt="undefined"></figcaption></figure>

<p>Videos (falls der Podclient die Videoeinbettungen nicht zeigt, einfach auf <a "/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://fotomenschen.net</a> vorbeisurfen):</p>

<div class="yt-facade" data-yt="6a41qYeDTPQ" role="button" tabindex="0" aria-label="Play YouTube video"><img class="yt-thumb" loading="lazy" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/yt_6a41qYeDTPQ.jpg" alt="YouTube video thumbnail" width="1280" height="720"><span class="yt-play" aria-hidden="true"></span></div>

<div class="yt-facade" data-yt="A0Ll-lYY3-g" role="button" tabindex="0" aria-label="Play YouTube video"><img class="yt-thumb" loading="lazy" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/yt_A0Ll-lYY3-g.jpg" alt="YouTube video thumbnail" width="480" height="360"><span class="yt-play" aria-hidden="true"></span></div>

<div class="yt-facade" data-yt="CGwyhc4g3q4" role="button" tabindex="0" aria-label="Play YouTube video"><img class="yt-thumb" loading="lazy" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/yt_CGwyhc4g3q4.jpg" alt="YouTube video thumbnail" width="480" height="360"><span class="yt-play" aria-hidden="true"></span></div>

<div class="yt-facade" data-yt="MjWiMYr6XDA" role="button" tabindex="0" aria-label="Play YouTube video"><img class="yt-thumb" loading="lazy" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/yt_MjWiMYr6XDA.jpg" alt="YouTube video thumbnail" width="480" height="360"><span class="yt-play" aria-hidden="true"></span></div>

<p>Bildquellen: </p>

<ul><li>Von NASA &#8211; http://grin.hq.nasa.gov/ABSTRACTS/GPN-2000-001588.htmlDownloaded from: https://www.flickr.com/photos/pingnews/289087808/, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2686367</li><li>By NASA/LOIRP &#8211; http://www.nasa.gov/topics/moonmars/features/LOIRP/http://www.nasa.gov/centers/ames/news/releases/2008/08_99AR.html, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5220446</li><li>Von William Anders &#8211; NASA Apollo Archive (http://www.hq.nasa.gov/office/pao/History/alsj/a410/AS8-13-2329HR.jpg), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99097</li><li>Von NASA/Bill Anders &#8211; http://www.hq.nasa.gov/office/pao/History/alsj/a410/AS8-14-2383HR.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=306267</li><li>Von NASA/Apollo 17 crew; taken by either Harrison Schmitt or Ron Evans &#8211; https://web.archive.org/web/20160112123725/http://grin.hq.nasa.gov/ABSTRACTS/GPN-2000-001138.html (image link); see also https://www.nasa.gov/multimedia/imagegallery/image_feature_329.html, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43894484</li></ul>

<p>Audioquellen: </p>

<ul><li>Kennedy, Speech at Rice University, Public Domain, verfügbar auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:President_Kennedy%27s_Speech_at_Rice_University.ogv" target="_blank">wikimedia commons</a></li><li>Diverse NASA Sounds, verfügbar unter CC Lizenz auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.nasa.gov/history/alsj/" target="_blank">https://www.hq.nasa.gov/alsj/alsj-ApolloAudio.html</a></li></ul>

<hr/>

<p class="has-large-font-size">Transkript</p>

<p>Die Geschichte der Fotografie beginnt mit einem Wettlauf, obwohl die einzelnen Prinzipien auf denen Fotografie basierte zum Teil schon mehrere Jahrhunderte bekannt waren, kommt innerhalb von weniger als zehn Jahren alles so zusammen, dass mehrere fotografische Verfahren gleichzeitig oder mehr oder weniger gleichzeitig entwickelt werden.</p>

<p>Zum Teil kennen sich die, sagen wir mal, Väter der Fotografie auch untereinander und befinden sich im Austausch. Ein besonderer Tag ist dann der 19 August 1839, das ist der Tag an dem Louis <a "/tags/daguerrotypie.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="6" title="Daguerrotypie">Daguerre</a> sein nach ihm selbst <a "/tags/daguerrotypie.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="6" title="Daguerrotypie">Daguerreotypie</a> genanntes Verfahren der französischen Akademie der Wissenschaften vorführt, die dann beschließt, diese Weltverändernde Technologie der Welt zum Geschenk zu machen. Louis <a "/tags/daguerrotypie.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="6" title="Daguerrotypie">Daguerre</a> war zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre damit beschäftigt dieses Verfahren auszufeilen und er hatte viele, viele Experimente hinter sich. Man kann wohl sagen, dass er so ziemlich alles versucht hatte zu fotografieren, was er mit seinen eigenen Augen sehen konnte. Der Mond ist das zweithellste Objekt in unserem Himmel und natürlich hatte er versucht Aufnahmen davon zu machen.&nbsp;</p>

<p>Dabei stellte er allerdings etwas fest, was auch heutige Fotografen immer wieder feststellen: Schöne Aufnahmen vom Mond sind gar nicht trivial anzufertigen. Einmal ist es so, dass der Mond wirklich, wirklich hell ist, wenn man also nicht aufpasst nimmt man einen hellen Fleck auf, statt der detaillierten Kraterlandschaft, die man sich vielleicht vorgestellt hat, außerdem ist der Mond wirklich weit, weit weg und damit sind Besitzer von Teleskopen im Vorteil. Teleskope waren damals allerdings schwer zu bekommen, Astronomen schliffen sich ihre Linsen und bauten ihre Gerätschaften oft selbst. Erste Daguerrotypisten waren aber nicht immer notwendigerweise Astronomen, Daguerre selbst war Maler und Geschäftsmann, er hatte sein Geld mit Dioramen, also großen begehbaren Bild Illusionen gemacht. Damit war er handwerklich geschickt und offensichtlich auch ein begabter Mechaniker und Chemiker aber die Astronomie und das Schleifen von Linsen war jetzt vielleicht nicht sein Hauptsujet und darum klappt die Aufnahme des Mondes auch nicht. Wir haben die Aufnahme nicht mehr, dass wir uns ein eigenes Bild machen könnten, Zeitgenossen berichten davon, dass es ein verwackelter heller Fleck war und mehr nicht.&nbsp;</p>

<p>Kaum war das Verfahren allerdings in der Welt wurde überall natürlich damit experimentiert, die älteste noch erhaltene Aufnahme unseres Trabanten stammt aus New York, Henry Draper machte dieses Bild und es ist heute zwar noch erhalten aber in einem wirklich traurigen Zustand, da kann man gerade mal noch erkennen, was da fotografiert worden war. Allerdings muss der Detailgrad bei unbeschädigten Bild nach wie vor sehr beeindruckend gewesen sein. Die schönsten Aufnahmen aus der Zeit stammen aus dem Jahr 1850 und wurden von John Whipple angefertigt. Es sind nicht die einzigen Aufnahmen, die wir aus diesem groben Zeitraum kennen aber sie zeigen den Mond in seiner ganzen Schönheit und in einem atemberaubendem Detailreichtum. Überhaupt ist ja das Besondere an der Fotografie, dass sie ihre erste EInführung mit der Daguerreotypie hatte, eine Technik, die auch bis heute Rekord Auflösungen möglich macht und einen Detailgrad zeigt, der eigentlich kaum einzuholen ist. Und was uns die Aufnahme auch zeigt ist,dass von Anfang an Astronomen von den aufkommenden fotografischen Verfahren fasziniert sind, sogar die Bezeichnung Fotografie stammt aus der Feder eines der berühmtesten Astronomen der Geschichte: John Herschel. Der war der Erste, der eine Aufnahme, die mit Licht gemacht wurde als Fotografie bezeichnete, also als “Zeichnen mit Licht”. Von Anfang an also fotografierten wir den Himmel und immer wieder aufs neue den Mond, von den ersten wirklich scharfen Aufnahmen, die Daguerrotepisten angefertigt hatten wurden dann auch Mondkarten und wissenschaftliche Papiere gefertigt. Und mit den Karten, die zu der Zeit entstanden waren, arbeitete man sogar noch in den 1960er Jahren und das war natürlich die Zeit, in der wir versucht haben zum Mond zu kommen.</p>

<p>[Einspieler]</p>

<p>“ But why, some say, the moon? Why choose this as our goal? And they may well ask why climb the highest mountain? Why, 35 years ago, fly the Atlantic?We choose to go to the moon. We choose to go to the moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard, [&#8230;]”</p>

<p>Und wir? Wir werden die Generation sein, die den nächsten Menschen auf dem Mond zujubeln darf und wir werden Bildmaterial haben in nie geahnter Auflösung und das interessante ist, so wie die Apollo Mission damals am Anfang auf Daguerreotypie zurückgreifen musste, obwohl die Technologie zur damaligen Zeit schon andere Mittel kannte, so müssen wir heute bei der Planung der nächsten Mondmission zum Teil auf Bildmaterial zurückgreifen, dass in den 1960ern entstanden ist.</p>

<p>Wir sind also im NASA-Headquarter, es ist klar, der Wettlauf zum Mond hat begonnen, die NASA weiß, die Mission ist, noch vor den Russen eine Raumsonde auf dem Mond zu landen und damit die technologische Überlegenheit zu demonstrieren. Nur wo, ist die Frage. Und zur Planung stehen ausschließlich Aufnahmen zur Verfügung, die von der Erde aus gemacht worden waren und das reichte nunmal nicht. Vorhang auf für die fünf sogenannten “Lunar Orbiter Missionen”, fünf Satelliten, die 1966 und 67 nacheinander zum Mond geschickt wurden, immer mit dem Auftrag den Mond zu umkreisen und dabei Aufnahmen der Oberfläche zu machen. Jede einzelne dieser Missionen kostete ein Vermögen und es war nicht vorgesehen, dass diese Satelliten wieder zurückkamen. Stattdessen umkreisten sie den Mond in immer engeren Bahnen und stürzten irgendwann ab. In dieser Zeit machten sie Aufnahmen der Oberfläche&#8230;auf Film. Und dieser Film musste an Bord der Raumsonde jeweils entwickelt werden, wofür ein eigen von <a "/tags/kodak.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="25" title="Kodak">Kodak</a> bereitgestelltes Verfahren zum EInsatz kam, und dann als entwickeltes Bild abgescannt und als Datenpakete zurück an die Erde gefunkt werden.&nbsp;</p>

<p>Auf der Erde speicherte man die Daten auf Band, was man allerdings auch noch haben wollte, war natürlich das eigentliche Bild und deswegen wurden diese einzelnen Pakete jeweils auf handelsüblichen 35mm Filmen belichtet. Man hat also so eine Art Lichtkanone gehabt, mit der man so getan hat, als würde man dieses Bild nochmal fotografieren, nur eben auf handelsüblichem Film, der musste dann natürlich nochmal entwickelt werden und dann hatte man ja nur diese einzelnen Bildausschnitte, die hat man dann aneinander geklebt. Das Besondere an diesen Aufnahmen war jedenfalls, dass noch nie ein menschliches Objekt so nah an der Mondoberfläche fotografieren konnte, deswegen war der Detailgrad unübertroffen, außerdem kannte die Menschheit bis dahin den Mond nur von einer Seite, die Rückseite war uns völlig unbekannt, noch nie hatte ein Mensch die Rückseite des Mondes gesehen und diese Aufnahmen waren die ersten Bilder dieser bisher unbekannten Seite. Und obwohl die zusammengestückelten Aufnahmen Streifen hatten und wirklich nicht besonder eindrücklich aussahen, wurde ein Bild aus der Reihe dieser Aufnahmen sofort weltberühmt:&nbsp;</p>

<p>Ein Blick von der Mondoberfläche aus, an den Horizont gerichtet und am Horizont aufgehend &#8211; die Erde</p>

<p>Dieses Bild wurde so berühmt, dass es sogar Briefmarken damit gab, noch nie hatten wir unseren eigenen Planeten aus dem Weltall gesehen. Es war die erste einer Reihe von Aufnahmen, die uns unseren Platz im Universum zeigte. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wärmten sich die Beatles gerade für ein Konzert auf, in Vietnam wurde gekämpft und der Menschheit wurde bewusst, dass es langsam ernst wird, dass wir wirklich versuchen langsam auf dem Mond zu landen. Und weil es ein Wettlauf mit den Russen war, galt es keine Zeit zu verlieren, die größte Rakete, die die Menschheit je gebaut hat, und das stimmt übrigens bis heute, und es wurden Menschen auf die Reise zum Mond geschickt, zunächst mal nur um ihn zu Umkreisen und heil wieder auf der Erde zu landen.</p>

<p>[Einspieler]:</p>

<p>“The engines are on 4&#8230;3&#8230;2&#8230;1&#8230;0&#8230;We have &#8230;We have commenced&#8230;We have lift off. Lift off at 7:51am Eastern standard time[&#8230;]”</p>

<p>Und da treffen wir jetzt einen anderen Fotomenschen, den Astronauten Bill Anders.</p>

<p>Hatte die NASA anfangs noch keinen Gedanken daran verschwendet ihren Astronauten Kameras mitzugeben, gehörte es zur Zeit von Apollo 8 bereits zum Standard-Training der Astronauten Kameras im Weltraum richtig zu bedienen.</p>

<p>Ich werde irgendwann eine eigen Folge rund um diese Kameras machen aber nur ganz grundsätzlich, man hatte sich für Hasselblad als Partner entschieden und es gab eigens für das Space Program modifizierte Kameras und sowohl Farb- als auch Schwarz/Weißfilme, damit die Crew von Apollo 8 Aufnahmen der Landestelle und der Mondoberfläche machen konnte.</p>

<p>[Einspieler]:</p>

<p>“Houston, what does the moon look like from 60 miles over-</p>

<p>&nbsp;ok Houston, the moon is essentially grey, no colour[&#8230;]”</p>

<p>Drei Tage hatte der Flug zum Mond gedauert und ich frage mich, wie sich das angefühlt haben muss, nie war jemand so weit weg von zuhause.</p>

<p>[Einspieler]:</p>

<p>“It was the fourth orbit when we finally came to a position where we saw the Earth”</p>

<p>Das war die Stimme von James Lovell, dem dritten Astronauten an Bord, drei Umkreisungen hatten sie hinter sich und waren bei ihrer vierten, als sie die Erde am Horizont aufgehen sahen. Und dass ist auch der Moment in dem Bill Anders zur Kamera greift und die Aufnahme der Erde macht, die bis heute unter dem Namen “Earthrise” bekannt ist und eine der berühmtesten Aufnahmen aus dem Space Program überhaupt ist.&nbsp;</p>

<p>Nicht der erste “Earthrise” der fotografiert worden war aber der erste in Farbe und der erste von Menschenhand. Und wir haben Aufnahmen dieses Augenblicks:</p>

<p>[Einspieler]:</p>

<p>“Oh my god, look at that picture over there. It’s the Earth coming up&#8230; wow that’s pretty. You got a colour film Jim? &#8211; And then Anders asked me for colour film and Anders does take several pictures and I say 2/15 at F11[&#8230;]”</p>

<p>Die NASA wird eine dieser Aufnahmen auswählen um sie zu veröffentlichen und der Anblick der Erde wie sie am Horizont des Mondes aufgeht, so ähnlich freilich wie diese schwarz-weiß Aufnahmen aber dann doch noch viel viel prägnanter. Es wird daheim nicht nur sofort zur Ikone, sondern wird von vielen auch als Geburtsstunde der Umweltbewegung vermutet. Es war einfach so klar wie klein unsere Heimat im Vergleich zu allem anderen tatsächlich war. Bevor wir unsere Geschichte fertig erzählt haben, haben wir noch zwei Stopps. Und einer davon ist nochmal auf dem Mond. Das Apollo Programm sollte noch mehrere Erfolgreiche Missionen hinter sich bringen. 12 Menschen betraten den Mond, immer auch mit Kameras dabei. Hier ein bisschen Audio von der Apollo 17 Mission, das ist die Mission, wo man dann auch mit Rover auf der Oberfläche herum gecruised ist.</p>

<p>[Einspieler]:</p>

<p>”I was strolling on the Moon one day&#8230;merry month of May&#8230;When much to my surprise, a pair of bonny eyes…,sorry about that guys but today may be december”</p>

<p>Und auf dieser Mission wurde natürlich auch ein berühmtes Foto geschossen, sonst hätte ich es ja nicht erwähnt, und zwar das Bild “Blue Marble”. Auch Blue Marble hat wahrscheinlich schon jeder von uns gesehen, das ist die Erde in Großaufnahme, in komplettaufnahme, in ihrer totalen, das Bild bei dem Astronauten immer gerne darauf hinweisen, wie dünn die Atmosphäre im Vergleich zum Rest des Planeten ausfällt, wie zerbrechlich die Erde dort wirkt. Apollo 17 sollte das letzte Mondlandeprogramm sein, wir haben Satelliten zum Mond geschickt, wir sind um ihn herum gekreist, wir haben Sonden überall im Sonnensystem verteilt aber zum Mond sind wir bisher noch nicht zurückgekehrt. Zurück also zur Erde, ich sprach ja von den Lunar Orbiter Missionen, den Missionen also mit denen die ersten hochauflösenden Aufnahmen aus der Nähe gemacht worden waren, die Rohdaten dieser Missionen befanden sich auf riesigen Bändern, die in noch riesigeren, schrankgroßen Abspielgeräten abgespielt werden mussten und das Zeug brauchte gefühlt erstmal niemand mehr und es nahm außerdem eine Menge Platz weg, als das</p>

<p>Apollo Programm also eingestellt wurde beschloß die NASA also den ganzen Krempel einzulagern.</p>

<p>Man hatte keine Verwendung mehr dafür aber wer weiß das schon so genau. 20 Jahre lang, über 1500 Bänder, in Maryland bei Spezialisten, sowas kostet eine Menge Geld und meisten gibt es Verträge, die meisten irgendwann einmal enden und so auch hier, 20 Jahre lang war alles eingelagert gewesen, als es wieder zurück an NASA ging und die Frage auftauchte: Was nun tun mit dem ganzen Krempel? In NASA&#8217;s Jet propulsion laboratory wurde die Archivistin Nancy Evans damit betraut genau diese Frage zu beantworten. Wir haben 1986 und eigentlich weiß niemand mehr so wirklich wie die Daten auf den Bändern abgespeichert waren und die Geräte hatten auch schon so ihre Probleme, Nancy hätte also auch beschließen können den ganzen Krempel entsorgen zu lassen aber wie sie selber sagt: das konnte sie einfach nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Ihr kam ein Zufall zur Hilfe, denn es stellte sich zur selben Zeit heraus, dass die NASA die Originalaufnahmen, also die Bilder, die die Techniker zusammengeklebt und benutzt hatten um die Mondlandung zu planen nicht mehr auffinden konnte.&nbsp;</p>

<p>Die NASA lagerte also die Bänder ein, immerhin etwas, und Nancy kümmerte sich nun um die Geräte, die waren schon auf dem Gebrauchtmarkt verschwunden und die Geräte, die die NASA speziell benutzt hatte, die gab es tatsächlich kaum, denn außer der NASA benutzte dieses spezielle Format so gut wie niemand. Nancy machte sich trotzdem auf die Suche und fand Geräte und lagerte die in ihrer heimatlichen Garage ein und da lagerten die bis ungefähr 2007, Nancy war inzwischen keine Archivarin mehr, sie hatte eine alternative karriere angestrebt, auf ihrem Pferdehof kümmerte sie sich um Tiere, sie hatte ein Buch veröffentlicht zum Thema Veterinärakupunktur und hatte ihre NASA Vergangenheit praktisch hinter sich gelassen.&nbsp;</p>

<p>Und das ist der Moment, in dem Dennis Wingo sich bei ihr meldet. Dennis Wingo betreibt eine Firma, Skycorp, und er war schon seit seinem Studium besessen davon, die verschollenen Apollo Aufnahmen zu finden. Und als er Nancy gefunden hat muss sich das wie der Jackpot angefühlt haben, denn Nancy hatte die Geräte mit denen sich die Bänder, die bei der NASA eingelagert waren entziffern lassen würden. Jetzt musste man freilich die Formate nochmal verstehen und die Geräte mussten gangbar gemacht werden aber alles das traute sich der selbsternannte “Techno-Archaeologist” zu, wenn es denn noch Sponsoren geben würde, die ihn dabei unterstützen. Jetzt muss man eines verstehen, das Kamera Equipment an Bord der Lunar Orbiter war tatsächlich Top of the Pops, das waren hochwertige, großformatige Aufnahmen, die&nbsp;</p>

<p>tatsächlich auch erstaunlich hochauflösend gescannt worden waren. Die Tatsache, dass die Öffentlichkeit von dem Lunar Orbiter Programm nur so minderwertige Bilder gesehen hatte lag nicht daran, dass das Ausgangsmaterial so schlecht war, sondern lag daran, dass es mit sehr begrenzten Mitteln für einen sehr begrenzten Zweck ausbelichtete.&nbsp;</p>

<p>Könnte man das Material mit modernen Mitteln nochmal analysieren, würde sich wesentlich bessere Ergebnisse erzielen lassen, so die Hoffnung. Aber Behaupten kann man viel, man muss ja erstmal liefern, es gab also wenig Hoffnung, ohne einen Beweis erbracht zu haben, irgendeine finanzielle Unterstützung zu bekommen. Aber wo NASA dann schon gewillt war zu helfen, war dabei einen Platz für das Projekt für das Projekt zu finden, gegenüber des NASA Geländes hatte ein McDonald’s gerade seine Pforten geschlossen und so wurde dem frisch gegründeten Projekt angeboten, doch alle Gerätschaften und Bänder dorthin zu bringen, das Team war begeistert, die neue Basis wurde eben mal in “McMoon” umgetauft und nach einigen Renovierungsarbeiten und umbauten war der Ort fertig um den neu gegründeten Projekt ein Zuhause zu bieten. Trotzdem gab es natürlich immer noch nicht unlimited Funding, das ganze war am Anfang aus eigener Tasche und zum Teil aus Spenden finanziert und so gab es einen gewissen Erfolgsdruck. Und da schlug dann der Zufall zu, schon wieder, denn eines der ersten Bilder, das das Team unter die Lupe nahm, stellte sich als die berühmte Aufnahme des Erdaufgangs heraus. Und da lohnt sich wirklich ein Blick in die Notizen zur Sendung um die beiden Aufnahmen mal zu vergleichen: die Aufnahme, die 1967 der Weltöffentlichkeit gezeigt wurde und da schon Begeisterung auslöste und die Aufnahme, die die Technik von 2008 produzieren konnte, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und das war ein so überzeugendes Ergebnis, dass sie den Auftrag bekamen auch die restlichen Bilder zu bearbeiten. Und die brachten sogar neue wissenschaftliche Erkenntnisse, hier Dennis Wingo in seinen eigenen Worten:</p>

<p>[Einspieler]:</p>

<p>“We had three questions in our project: Can you bring the tapes back, we did it, can you refurbish the drives, we did it, is the data any better than what we already had from a parallel film record, we answered all of those in the affirmative. We put it together like this, we assembled the final image, now this was our next image&#8230;this was called the image of the century by the live magazine.”</p>

<p>Das Lunar Orbiter Image Recovery Project, wie es sich nennt, operiert immer noch aus McMoon heraus, die grobe Erfassung aller BIlddaten war 2014 abgeschlossen und sind jetzt im sogenannten NASA Planetary DAta System für die Forschungs Öffentlichkeit verfügbar. Und mit Ausnahme der Aufnahmen, die wir direkt von der Oberfläche des Mondes gemacht haben, bestehen diese Bilder immer noch den Test der Zeit, selbst moderne Digitalkameras haben keine höhere Auflösung und manchmal sogar eine schlechtere dynamic Range, also ein schlechteres Verhältnis zwischen den hellsten und dunkelsten Punkten auf der Aufnahme. Und hätte Nancy Evans die Geräte zum lesen der Bänder nicht in ihrer Garage eingelagert, dann wären die Daguerreotypien aus dem Jahr 1850 immernoch die ungeschlagenen Auflösung Könige. Selbst die Aufnahmen, die wir auf dem Mond stehend von unserem Heimatplaneten gemacht haben, wären nicht besser.</p>]]></content:encoded>
            <pubDate>Sun, 01 Nov 2020 19:52:41 GMT</pubDate>
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            <title>Einsteins Sonnenfinsternis</title>
            <link>https://fotomenschen.kopfstim.me/posts/einsteins-sonnenfinsternis.html</link>
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            <description>1919 findet eine bis heute berühmte Sonnenfinsternis statt die Albert Einstein über Nacht zu einem internationalen Popidol machen sollte.</description>
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====> <a href="/buch" target="_blank">30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera</a> <====
</p>
<p>1919 findet eine bis heute berühmte Sonnenfinsternis statt die <a "/tags/albert-einstein.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="2" title="Einstein">Albert Einstein</a> über Nacht zu einem internationalen Popidol machen sollte. </p>

<ul><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=Ptco_8IRnmY" target="_blank">Histoclips &#8211; Albert Einstein</a> (Video, Deutsch)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Einstein" target="_blank">Albert Einstein</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20210321174013/https://www.swr.de/swr2/wissen/broadcastcontrib-swr-31500.html" target="_blank">Albert Einstein &#8211; Meine Relativitätstheorie</a> (SWR2)</li><li><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Eddington_experiment" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Das Eddington Experiment</a> (Englisch, Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Spezielle_Relativit%C3%A4tstheorie" target="_blank">Die Spezielle Relativitätstheorie</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Relativit%C3%A4tstheorie" target="_blank">Die Allgemeine Relativitätstheorie</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Stanley_Eddington" target="_blank">Sir Arthur Stanley Eddington</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Dyson" target="_blank">Sir Frank Dyson</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.planet-wissen.de/geschichte/persoenlichkeiten/albert_einstein_das_jahrhundert_genie/pwiewissensfrage320.html#:~:text=Warum%20streckte%20Einstein%20auf%20dem,M%C3%A4rz%201951%20in%20Princeton" target="_blank">Warum streckte Einstein auf dem berühmten Foto die Zunge heraus?</a> (Planet Wissen)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/rekorde/diese-erfindungen-waeren-albert-einstein-undenkbar/" target="_blank">Diese Erfindungen wären ohne Albert Einstein undenkbar</a> (ingenieur.de)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.planet-wissen.de/geschichte/persoenlichkeiten/albert_einstein_das_jahrhundert_genie/index.html" target="_blank">Albert Einstein, das Jahrhundert-Genie</a> (Planet Wissen)</li></ul>

<ul><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.bbc.com/news/science-environment-48369980" target="_blank">The man who made Einstein world-famous</a> (BBC)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://allthatsinteresting.com/albert-einstein-tongue-photo" target="_blank">The Story Behind Albert Einstein’s Iconic Tongue Photo</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_Sasse" target="_blank">Arthur Sasse</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.theguardian.com/artanddesign/picture/2014/mar/14/albert-einstein-tongue-photography" target="_blank">Einstein&#8217;s tongue &#8211; a picture from the past</a> (The Guardian)</li></ul>

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<p class="has-small-font-size">Image Source: By ESO/Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl/F. W. Dyson, A. S. Eddington, &amp; C. Davidson &#8211; https://www.eso.org/public/images/potw1926a/, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=80091497</p>

<hr/>

<p class="has-large-font-size">Transkript</p>

<p>Das Bild um das es mir heute geht entsteht am 29 Mai 1919 und zu dem Zeitpunkt kennt <a "/tags/albert-einstein.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="2" title="Einstein">Albert Einstein</a> außerhalb der Physiker Gemeinde kein Mensch. Dabei hatte er durchaus schon eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Ursprünglich wollte Einstein offenbar einmal Lehrer werden und zwar für Physik und Mathematik, obwohl er die Mathematik eher lästig fand und während dem Studium hauptsächlich durch Abwesenheit glänzte. Der gebürtige Ulmer lebte und studierte damals in der Schweiz und 1901 während er versuchte sich als Hauslehrer durchzuschlagen wurde er deswegen auch schweizer Staatsbürger. 1903 wechselt er seinen Beruf und wird Angestellter beim Patentamt in Bern.&nbsp;</p>

<p>In dieser gesamten Zeit als Hauslehrer und als Angestellter beim Patentamt hatte sich Einstein mit verschiedenen physikalischen Problemen beschäftigt und deswegen veröffentlicht er 1905 mehrere seiner wichtigsten Papiere überhaupt, da ist nämlich einmal seine Dissertation, dann eine Arbeit zum photoelektrischen Effekt für die er später dann auch noch den Nobelpreis bekommen sollte und zwei weitere Papiere, die man heute zusammengefasst als spezielle Relativitätstheorie kennt mit der berühmten Formel E=mc².</p>

<p>All diese Unterlagen machten ihn jetzt nicht bekannt, legten aber die Grundlage für seine</p>

<p>Karriere als Physiker. Und die bringt ihn 1913 nach Berlin, wo er Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Direktor des Kaiser-Wilhelm Institut für Physik ist. In der Zeit veröffentlicht Einstein seine allgemeine Relativitätstheorie, die auf den Kopf stellt was man bisher als gesichert angesehen hatte, nämlich die newtonsche Gravitationsgesetze.</p>

<p>Unter Newton nahm man an, dass Gravitation so ähnlich funktioniert wie Magnetismus, d.h. der Körper erzeugt ein Feld, dass sozusagen Anziehung erzeugt.</p>

<p>Einstein stellte diese Annahme grundsätzlich in Frage, er behauptete Gravitation ist nichts anderes als der Effekt, den wir beobachten, wenn Masse den Raum krümmt, je größer die Masse, desto größer der Effekt.</p>

<p>Es gab auch mehrere Vorhersagen, basierend auf dieser Erkenntnis, z.B., dass Gravitation auch, wenn sie den stark genug wäre, Licht ablenken würde. Und zwar stärker abzulenken, als es von den newtonschen Gesetzen zu erwarten wäre. Was man also tun müsste wäre, ein sehr massereiches Objekt vor Sternen vorbeiziehen zu lassen und die Position dieser Sterne zu notieren, die würde sich nämlich in der Nähe des Objekts verändern und so könnte man nachprüfen ob die Vorhersagen von Einsteins Theorie mit der Wirklichkeit übereinstimmen.&nbsp;</p>

<p>Jetzt gibt es nur ein Problem, das einzige Objekt im Sonnensystem, dass genug Masse hat um so ein Experiment durchzuführen ist die Sonne und wenn man Richtung Sonne schaut, sieht man leider die umliegenden Sterne nicht mehr. Das ist also der Stand der Dinge 1915, es ist diese Zeit, in der ein Professor der Astronomie, Sir Arthur Stanley Eddington, von den Theorien Einsteins erfährt und sofort erkennt, was die allgemeine Relativitätstheorie denn für Auswirkungen hätte, wenn sie denn wahr wäre. Erfahren hat er von der Theorie durch, sagen wir mal, eine Art Kettenbrief, ein gemeinsamer Bekannter von Eddington und EInstein hatte mehrere Briefe an verschiedene Institute abgeschickt um darauf hinzuweisen welche mögliche Bedeutung diese Arbeit von Einstein haben könnte.</p>

<p>Es ist der Erste Weltkrieg. Auf den Weltmeeren werden Schiffe von deutschen U-Booten versenkt und gerade in Großbritannien hat man zum Teil wirklich anderes im Sinn, als sich die Arbeiten deutscher theoretischer Physiker anzuschauen. Ja manch einer mag schon deswegen nicht draufschauen, weil es ja der Feind ist. Nicht so Eddington. Er glaubt, Wissenschaft ist wichtiger und größer als Politik oder <a "/tags/kriegsfotografie.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="19" title="Krieg">Krieg</a>.</p>

<p>Und so beginnt er mit der Arbeit an einem Versuchsaufbau, mit dem sich die Theorien Einsteins erhärten ließen. Es geht nämlich sehr wohl einen Moment, in dem man Richtung Sonne schauen und gleichzeitig den Nachthimmel sehen kann. Während einer totalen Sonnenfinsternis ist genau das möglich. Und eine Sonnenfinsternis als Kandidat war auch schnell gefunden. Am 29. Mai 1919 wären nämlich in Brasilien und an der Küste Afrikas geradezu perfekte Bedingungen. Allein jetzt gab&#8217;s noch ein nicht ganz unwesentliches Problem. Dieses Experiment war ganz schön teuer. Es mussten Teleskope konstruiert, Fotoapparate gebaut, Expeditionen ausgerüstet werden. Und das alles während einem Weltkrieg, während dem es wirklich nicht sicher war, über die großen Ozeane zu schippern. Ein Bekannter von Eddington, nämlich Sir Dyson, war der Leiter der Königlichen Astronomischen Gesellschaft und hilft bei der Sicherung der Finanzmittel. Es werden zwei Expeditionen ausgestattet, eine, um eben in Brasilien Aufnahmen zu machen, die andere fährt an die Küste Afrikas. Und schon während der Vorbereitungen war das ganze Projekt mehrmals auf Messers Schneide, nicht zuletzt auch, weil es fast so aussah, als würden Streiks von Schiffahrtsverbänden in letzter Minute noch dafür sorgen, dass man nicht mehr aufbrechen konnte. Und auch die Überfahrt war eigentlich nur deswegen sicher, weil gerade rechtzeitig ein Waffenstillstand vereinbart worden war. Die Weltpresse verfolgt die gesamten Vorbereitungen aufmerksam. Isaac Newton vs die moderne theoretische Physik, so lässt sich das wohl zusammenfassen. Als dann also Eddington mit den Aufnahmen zurückkehrt und nach wochenlanger Auswertung bekannt geben kann:Jawohl, Einsteins Theorie stimmt. Er hatte recht mit seinen Vorhersagen war das im Rahmen einer Pressekonferenz und eine weltweite Sensation. Die Royal Society bezeichnet das Ganze als Triumph des menschlichen Geistes. Die Times titelt Revolution in Science und der Name <a "/tags/albert-einstein.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="2" title="Einstein">Albert Einstein</a> war ab da weltberühmt, und zwar nicht nur bei Physikern.</p>

<p>Praktisch über Nacht wurde er zu einem internationalen Celebrity. All das, inklusive der Vorbereitungen des Experiments, passiert übrigens unter Abwesenheit Albert Einsteins. Tatsächlich hatte nur der gemeinsame Freund, der in den Niederlanden lebte und damit in einem neutralen Land Kontakt zu beiden. Aber Einstein verfolgte das Ganze tatsächlich eher aus der Distanz. Für Eddington war das Ganze wenig überraschend einer der großen Momente seiner Karriere. Er würde später zu einem der führenden Experten zur Allgemeinen Relativitätstheorie und schrieb das erste Lehrbuch zum Thema. Seine wachsende Bekanntheit nutzte Einstein, um die ganze Welt zu bereisen. Er besuchte Lehrveranstaltungen und hielt Vorträge, bekam Ehrendoktorwürde und akzeptierte schließlich von der Princeton University einen Lehrauftrag. Für eine Weile würde er halbjährlich wechseln zwischen Berlin und New Jersey und jeweils dort dann lehren. Inzwischen wusste man auch so einiges über Einsteins Ansichten. Er war Sozialist und Pazifist und hatte das bei mehreren Gelegenheiten wörtlich und schriftlich niedergelegt. Damit war natürlich dem NS-Regime ein Dorn im Auge. Die zwang ihn wie andere aus der Akademie der Wissenschaften auszutreten und leiteten schließlich eine Straf Ausbürgerung ein. Ab jetzt hatte Einstein seinen Wohnsitz in den USA, das Land, in dem er dann irgendwann auch die Staatsbürgerschaft anstrebte und bekam. Zeit seines Lebens forschte er an den großen Themen der Wissenschaft und äußerte sich immer wieder auch politisch. Als Wissenschaftler fühlte er sich mitverantwortlich für die großen Themen der Zeit. In der Öffentlichkeit prägte sich nach und nach das Bild von ihm als dem prototypischen schrulligen Professor ein. Einstein spricht ein ganz furchtbares Deutsch Englisch.</p>

<p>[Einspieler:]</p>

<p>.”The common language of science. The first step to what’s language was to link accoustical or otherwise commutable science to sense impressions. Most likely all sociable animals have arrived at this primitive kind of communication.”</p>

<p>Außerdem kleidet er sich einigermaßen nachlässig und hat meistens wirre Haare. Bei öffentlichkeitswirksamen Auftritten macht ihn das natürlich auch zu einem beliebten Pressefoto Objekt. Und da sind wir jetzt bei dem anderen berühmten Foto, das mit daraus gestreckten Zunge. Es ist Albert Einsteins 72. Geburtstag und er ist auch so einigermaßen genervt von der Presse um ihn herum. Diverse Fotografen und Journalisten wollen sich mit ihm unterhalten und Fotos von ihm und es soll mal hier posieren und da posieren. Und die meiste Zeit ist er einigermaßen mürrisch unterwegs. Der Abend neigt sich dem Ende zu und Einstein macht sich auf den Weg nach Hause. Das Auto ist umlagert von Fotografen, unter ihnen auch der Agentur Fotograf <a "/tags/arthur-sasse.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="5" title="Arthur Sasse">Arthur Sasse</a> ruft “Professor Please smile for your birthday picture.” Und Albert Einstein dreht sich ihm zu, streckt die Zunge aus und schaut dann wieder weg. Im Originalfoto sitzt er bereits im Auto mit seinen zwei Begleitern, Misses Aydelotte und Mister Aydelotte links und rechts von sich. Wahrscheinlich dachte Einstein, er würde den Shot von Arthur Sehers ruinieren. Der war allerdings schnell genug, im Gegensatz zu all seinen Kollegen und schickte auch später einen Druck an Einstein. Im Grunde hätte da die Geschichte vorbei sein können. Aber Albert Einstein fand dieses Bild so lustig, dass er anfing, Nachdrucke davon zu bestellen und als Postkarten und Poster und Bilder zu verschenken. Nachdem Einstein sowieso schon den Ruf weg hatte. Schrullig bis bizarr zu sein, passte dieses Bild perfekt und trat jetzt den Siegeszug durch die Presse an. Das Bild ist heute so berühmt wie damals eine der großen Fotoikonen der Menschheit.</p>

<p>[Einspieler:]</p>

<p>“This picture of Einstein sticking out his tongue selling for almost 75.000$ this week. It’s one of just 9 prints.”</p>

<p>Es existieren noch neun original Abzüge dieses Bildes. Und wer zufällig 75 000 Dollar übrig hat, kann ja mal sein Glück versuchen. Halten wir also fest Das berühmteste Bild von Einstein mag das mit der Zunge sein, aber das Bild, das Einstein über Nacht zum weltweiten Celebrity gemacht hat, war ein Foto einer Sonnenfinsternis. Und das finde ich jetzt mal wirklich sehr cool.</p>]]></content:encoded>
            <pubDate>Fri, 02 Oct 2020 08:37:35 GMT</pubDate>
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