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    <title>Fotomenschen - Makrofotografie</title>
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    <description>Posts tagged &#x27;Makrofotografie&#x27; on Fotomenschen.</description>
    <language>de-DE</language>
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            <title>Schneeflocken für die Ewigkeit</title>
            <link>https://fotomenschen.kopfstim.me/posts/schneeflocken-fuer-die-ewigkeit.html</link>
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            <description>Wilson Bentley galt jahrelang als der erste Mensch der eine Schneeflocke fotografiert hat.</description>
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<p>
====> <a href="/buch" target="_blank">30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera</a> <====
</p>
<p><a "/posts/das-u-boot-von-loch-ness.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="30" title="Das U-Boot von Loch Ness">Wilson</a> Bentley galt jahrelang als der erste Mensch der eine Schneeflocke fotografiert hat. Auch wenn wir heute wissen, dass ein anderer Mann (Johann Flögel) schneller gewesean war, so war es doch Bentley der über 40 Jahre hinweg dranblieb und uns 5831 einzigartige Aufnahmen hinterlies. </p>

<ul>
<li><a "/posts/das-u-boot-von-loch-ness.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="30" title="Das U-Boot von Loch Ness">Wilson</a> Bentley (Wikipedia &#8211; <a rel="noreferrer noopener" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Wilson_Bentley" target="_blank">englisch</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wilson_Bentley" target="_blank">deutsch</a>)</li>

<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.spiegel.de/geschichte/schneeflocken-fotograf-wilson-bentley-a-951004.html" target="_blank">Eiskalt abgelichtet</a> (Spiegel)</li>

<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/wissen/wilson-bentley-der-schneeflockenfotograf-e290185/?reduced=true" target="_blank">Der Schneemann</a> (Süddeutsche Zeitung)</li>

<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20130621194841/https://www.shz.de/nachrichten/schleswig-holstein/artikeldetail/artikel/wem-gehoert-die-erste-foto-flocke.html" target="_blank">Wem gehört die erste Foto-Flocke?</a> (shz)</li>

<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_Ludwig_Fl%C3%B6gel" target="_blank">Johann Heinrich Ludwig Flögel</a> (Wikipedia)</li>

<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20250218183628/https://kwerfeldein.de/2021/11/11/wilson-bentley/" target="_blank">Wer war der Schneeflockenfotograf Wilson Bentley?</a> (kwerfeldein)</li>
</ul>

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<hr/>

<p><strong>Transkript</strong></p>

<p>Ich glaube es ist keine Übertreibung, wenn man <a "/posts/das-u-boot-von-loch-ness.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="30" title="Das U-Boot von Loch Ness">Wilson</a> Bentley als etwas schrullig bezeichnet.<br>Allerdings, ich würde sagen, die gute Art von schrullig.<br>40 Jahre lang beschäftigte er sich mit einem Foto-Hobby und machte seine Sache so gut,<br>dass er bis heute den Standard setzt.<br>Wilson Bentley wird am 9. Februar 1865 in Vermont in eine Farmerfamilie geboren.<br>Er wird später selbst Farmer und bleibt sein gesamtes Leben am elterlichen Hof.<br>Als Farmer.<br>An dem kleinen Wilson fällt von Anfang an sein ungewöhnlich großer Wissensdurst auf.<br>Er wird zu Hause von seiner Mutter, einer ehemaligen Lehrerin, unterrichtet und die<br>fördert sein umfassendes Interesse an allem, was in der Natur um ihn herum vor sich geht.<br>Besonders fasziniert ihn dabei ihr Mikroskop.<br>Blätter, Insekten, einfach alles was man unter dieses Mikroskop legen kann, wird von<br>Wilson ausführlich studiert.<br>In Vermont sind die Winter sehr lang.<br>Schnee fällt gerne schon im September und auch im Mai kann es durchaus noch kalt und<br>eisig draußen werden.<br>Und so ist es dann auch kein Wunder, dass Wilson Bentley irgendwann anfängt auch Schneekristalle<br>unter das Mikrofon zu buxieren.<br>Die haben es allerdings in sich.<br>Erstens fallen die ja nicht unbedingt immer einzeln, zweitens verdunsten die sehr schnell,<br>also selbst wenn es nicht warm ist auf der Unterlage auf die sie fallen und drittens<br>reicht dann oft schon ein Atemhauch um sie komplett in Wasser zu verwandeln.<br>Für all diese Probleme findet Wilson Bentley Lösungen.<br>Während also alle anderen Familienmitglieder sich am liebsten im Haus beim Feuer aufhalten,<br>steht er mit einer Holzplatte, die mit schwarzem Samt überzogen ist, im Hof und fängt Schneeflocken.<br>Mit einer Feder separiert er die einzelnen Kristalle und wenn die mit dem bloßen Auge<br>interessant aussehen, rennt er schnell in eine Scheune, wo das Mikroskop aufgebaut ist<br>und versucht sie genau anzusehen und dabei abzuzeichnen.<br>Schnell stellt er fest, dass keine zwei Schneeflocken gleich sind und das liegt daran, weil sie<br>sich beim Fall zur Erde bilden und die genauen Bedingungen, also Temperatur, Luftfeuchtigkeit<br>und so weiter, sind nicht vorhersagbar und variieren stark genug, dass die fertigen Kristalle<br>nahezu unendlich variantenreich sind.<br>Außerdem stellt er schnell fest, dass selbst unter Idealbedingungen die Schneekristalle<br>so schnell verdunsten, dass er sie nicht abzeichnen kann.<br>Es ist die Mitte der 1880er Jahre, das heißt die Fotografie ist inzwischen überall auf<br>der Welt angekommen.<br>Und Wilson ist klar, wenn er die Vergänglichkeit der Schneekristalle schon nicht schnell genug<br>zeichnen kann, dann muss er sie eben fotografieren.<br>Und er beginnt damit seiner Familie mit dem Wunsch nach einer damals sündhaft teuren<br>Balkenkamera in den Ohren zu liegen.<br>Sein Vater hält das Ganze für ein Hirngespinst, die Ausgabe ist eigentlich viel zu groß für<br>seine Familie, aber die Mutter möchte das Interesse ihres Sohnes unterstützen.<br>Und so beginnen die Eltern zu sparen.<br>Als Wilson 17 wird, ist es dann soweit.<br>Eine Balkenkamera zum Geburtstag.<br>Wilson ist aus dem Häuschen vor Freude und macht sich sofort ans Werk und scheitert erstmal<br>monatelang damit, mit dieser Kamera brauchbare Ergebnisse zu produzieren.<br>Heute würden wir ja erstmal online gehen, vielleicht auf YouTube nach Anleitungen suchen.<br>Und falls wir damit nicht weiterkommen, vielleicht gleichgesinnte Umgebungen befragen.<br>Für Wilson war die Situation da deutlich schwieriger.<br>Nicht nur gab es keinerlei Anleitungen, besonders auch nicht für den Anwendungsfall, der ihm<br>vorschwebte, er war außerdem in Vermont auch auf dem Land, also mitten im Nirgendwo.<br>Es gab keine Kameraklubs und keine anderen <a "/tags/fotografin.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="8" title="Fotografin">Fotografinnen</a> und Fotografen, die er hätte<br>befragen können.<br>Er musste sich sein Wissen selbst erarbeiten.<br>Und dafür brauchte er so knapp zwei Jahre.<br>Am 15.<br>Januar 1885 ist es dann soweit.<br>Wilson Bentley fotografiert zum ersten Mal erfolgreich eine Schneeflocke.<br>Jahrelang galt das übrigens als das erste Schneeflockenbild überhaupt.<br>Inzwischen wissen wir, dass so knapp sieben Jahre vor ihm ein deutscher Wissenschaftler<br>namens Johann Flögel den ersten Schneekristall festgehalten hat.<br>Allerdings hat sich Johann Flögel längst nicht so sehr für Schneeflocken begeistert<br>wie Wilson.<br>Der nutzt nämlich ab jetzt jeden Tag, an dem Schnee vom Himmel fällt, um zu versuchen,<br>wenigstens ein paar Schneekristalle festzuhalten.<br>Der Ablauf ist wie damals mit dem Mikroskop.<br>Mit einem schwarzen Brett draußen stehen die Schneeflocken, einfangen, dann mit einer Feder<br>die Kristalle separieren und wenn es ein besonders schöner Kristall ist, schnell in die Scheune,<br>wo der ganze Apparat schon aufgebaut ist und bereit ist, um ein Foto zu machen.<br>Als er einmal die Technik raus hatte, war die Technik an sich nicht mehr das Problem.<br>Was man aber seinen Schneeflocken ansieht, ist, dass er völlig fasziniert und verliebt<br>geradezu in die Schönheit der Strukturen war.<br>In den ersten Jahren hat er im Jahr etwa 10 bis 12 Schneeflocken, die er auf die Art festhält.<br>Aber über die Jahre wird seine Technik immer ausgefeilter und 40 Jahre später fotografiert<br>er 60 am Tag.<br>Richtig gehört, 40 Jahre lang fotografiert er Schneekristalle.<br>Insgesamt hinterlässt er uns 5381 einzigartige Aufnahmen.<br>Er fotografiert mit extrem kleiner Blende und belichtet ca. 100 Sekunden lang.<br>Fotografisch beschränkt sich Wilson fast ausschließlich auf seine Schneeflocken, aber<br>auch an Tagen, an denen kein Schnee fällt, ist er nicht untätig.<br>Er beobachtet und dokumentiert alle Wetterphänomene, die einem so einfallen können.<br>Er vermisst akribisch die Größe von Regentropfen bei bestimmten Wetterlagen und gilt als ein<br>Pionier der Meteorologie.<br>Das alles nur als Hobby.<br>Denn hauptsächlich ist er für den Hof seiner Eltern zuständig und kümmert sich nach dem<br>Tod seines Vaters um die nach und nach immer kränker werdende Mutter.<br>Wenn die Zeit es erlaubt, spielt er Klarinette und Klavier oder befasst sich mit seinen Aufzeichnungen.<br>Eine Frau hat er nicht.<br>13 Jahre lang geht er schon diesem Hobby nach, als sich ein Wissenschaftler bei ihm meldet<br>und sich zum ersten Mal für seine Aufnahmen interessiert.<br>Er kauft ihm ein paar der Flockenfotos für ein Seminar an der University of Vermont ab<br>und ist so begeistert, dass er ihn dazu animiert, einen Artikel in der Fachpresse zu schreiben.<br>Er hilft ihm auch, diesen Artikel zu schreiben und zu platzieren.<br>Die Aufnahmen faszinieren und andere Magazine greifen sie auch auf.<br>Für einen kurzen Moment reisen diese Aufnahmen um die Welt und werden wieder und wieder abgedruckt.<br>Viel mehr Interesse erregen sie allerdings nicht.<br>Die Fachwelt interessiert sich nicht für ihn und seine Arbeit, denn er ist ja selbst<br>kein Akademiker.<br>Und außerdem sind seine Texte viel zu sehr davon geprägt, wie sehr er die Schönheit<br>seiner Schneekristalle oder auch der Wetterbeobachtungen liebt.<br>Sie sind also irgendwie nicht sachlich genug.<br>Trotzdem kann er immerhin Magazine wie National Geographic oder das New York Times Magazine<br>zu seinen Publishern zählen.<br>Als diese Welle allerdings abebbt, kommen die nächsten Anfragen aus eher ungewöhnlicher<br>Ecke.<br>Juweliere und Textilindustrie haben seine Schneeflockenmuster entdeckt und wollen die Rechte an einzelnen<br>dieser Designs haben, damit sie sie weiterverarbeiten können.<br>Wilson Bentley war es überwiegend einerlei.<br>Er war ja eh nicht auf Ruhm und Ehre aus, sondern einfach nur fasziniert von diesem<br>Hobby und der Leidenschaft für die Schönheit der Natur.<br>Speziell der Natur, die er im Wetter und eben in Regen und Schnee erkannte.<br>Und seine über 5800 Schneekristallfotos waren derartig hochwertig und professionell in Szene<br>gesetzt, dass es über 100 Jahre dauerte, bis irgendjemand anders auch nur versucht es ihm<br>nachzumachen.<br>Da hilft es natürlich auch, dass er seine Schneekristalle 1931 in einem Buch &#8222;Snow<br>Crystals&#8220; veröffentlicht und damit sein Lebenswerk hinterließ.<br>Gerade noch rechtzeitig, denn gerade mal einen Monat später zieht sich der damals 66-Jährige<br>eine Lungenentzündung zu, an der er dann auch stirbt.<br>Was Wilson Bentley gemacht hat, können wir heute fast schon gar nicht mehr.<br>Nämlich einfach nur aus eigener Faszination und ausschließlich für sich selbst.<br>Nicht zum Veröffentlichen, nicht für den Applaus anderer fotografieren.<br>40 Jahre lang hat er das gemacht.<br>Immer mit derselben Kamera, die ihm mit 17 geschenkt worden war.<br>5831 Schneekristalle, die wir auch heute noch als Buch kaufen und bestaunen können.<br>FotoMenschen.<br>Das war sie also, die Geschichte des ersten Schneekristallfotografen der Welt.<br>Vielleicht auch des einzigen, der so viele Kristalle fotografiert hat.<br>Wer mehr von Wilson Bentley und seiner Geschichte lesen oder auch die Schneekristallfotos bestaunen<br>möchte, einfach auf der Webseite fotomenschen.net den Links in den Notizen zur Sendung folgen.<br>Da wird man umfassend fündig.<br>Und wer schon da ist, wie immer, ich sag&#8217;s gern nochmal, ich freu mich über Feedback,<br>ich freu mich über Kommentare, ich freu mich über 5-Sterne-Rezensionen auf iTunes oder<br>einer anderen Podcast-Plattform oder Kommentare im Blog oder Themenhinweise.<br>Jede Art von Rückmeldung ist mir willkommen.<br>Außerdem hab ich noch einen kleinen Hinweis in eigener Sache.<br>Ich hab nämlich ein Buch zum Podcast geschrieben.<br>Und das hab ich komfortablerweise in den Notizen zur Sendung oder auf der Webseite verlinkt.<br>Ja, und vielleicht ist es ja für euch auch was.<br>Und damit vielen lieben Dank fürs Zuhören, passt auf euch auf und bis bald.</p>]]></content:encoded>
            <pubDate>Sat, 15 Oct 2022 13:36:16 GMT</pubDate>
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            <title>Embryos und Raumsonden</title>
            <link>https://fotomenschen.kopfstim.me/posts/ein-kind-entsteht-und-fliegt-ins-all.html</link>
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            <description>Die fotografische Karriere von Lennart Nilsson beginnt mit Celebrityfotos und endet mit Aufnahmen von Viren und Zellen. Seine Aufnahmen kennen wir alle.</description>
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<p>
====> <a href="/buch" target="_blank">30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera</a> <====
</p>
<p>Die fotografische Karriere von Lennart Nilsson beginnt mit Celebrityfotos und endet mit Aufnahmen von Viren und Zellen. Seine Aufnahmen kennen wir alle. </p>

<ul><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2011/viren-auf-frischer-tat-ertappt-100.html" target="_blank">Viren &#8211; auf frischer Tat ertappt</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lennart_Nilsson_(Fotograf)" target="_blank">Lennart Nilsson</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lennart_Nilsson" target="_blank">Lennart Nilsson</a> (Wikipedia, Englisch)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/SARS-CoV" target="_blank">SARS-CoV</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.google.com/search?q=Lennart+Nilsson&amp;sxsrf=ALeKk02ly8XoL-lxvY6TNHS1TL2SkngFMw:1604847360021&amp;source=lnms&amp;tbm=isch&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwj28b-mmvPsAhUP8hQKHeUSBmQQ_AUoAXoECCMQAw&amp;biw=1563&amp;bih=1363#imgrc=2k_WEtCWDDrR8M" target="_blank">Fotografien von Lennart Nilsson</a> (Google Suche)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20210603162720/http://100photos.time.com/photos/lennart-nilsson-fetus" target="_blank">Die berühmte Life Reportage &#8222;Drama of Life Before Birth&#8220;</a> (Englisch, Life Magazine)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20211102200955/https://www.lennartnilsson.com/en/lennart-nilsson-2/" target="_blank">The photographer who made the invisible visible</a> (Englisch)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.ncregister.com/blog/you-ve-seen-the-photos-now-here-s-the-story-behind-them" target="_blank">You’ve Seen the Photos - Now Here’s the Story Behind Them</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.pbs.org/wgbh/nova/odyssey/nilsson.html" target="_blank">Behind The Lens: An Interview with Lennart Nilsson</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rasterelektronenmikroskop" target="_blank">Rasterelektronenmikroskop </a>(Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_1#Voyager_Golden_Record" target="_blank">Voyager I</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record" target="_blank">Voyager Golden Record</a> (Wikipedia)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.vox.com/2015/11/11/9702090/voyager-golden-record-pictures" target="_blank">The 116 photos NASA picked to explain our world to aliens</a> (Vox)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://science.nasa.gov/mission/voyager/voyager-golden-record-overview/" target="_blank">Voyager &#8211; The Golden Record</a> (NASA) </li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://science.nasa.gov/gallery/images-on-the-golden-record/#missing_images" target="_blank">Images on the Golden Record</a> (NASA)</li></ul>

<p>(Unter dieser Zeile müsste ein Video sein. Wenn nicht, dann auf nach <a "/">https://fotomenschen.net</a>)</p>

<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=IkxxEG_iqTk" target="_blank" rel="noopener">Dieses Video auf YouTube ansehen</a></p>
<div class="yt-facade" data-yt="uXjXx63Nb6k" role="button" tabindex="0" aria-label="Play YouTube video"><img class="yt-thumb" loading="lazy" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/yt_uXjXx63Nb6k.jpg" alt="YouTube video thumbnail" width="1280" height="720"><span class="yt-play" aria-hidden="true"></span></div>

<p>Bild: <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20211102200955/https://www.lennartnilsson.com/en/lennart-nilsson-2/" target="_blank">lennartnilsson.com</a></p>

<hr/>

<p class="has-large-font-size">Transkript</p>

<p>Als der Schwede Lennart Nilsson 2017 im Alter von 95 Jahren starb, hatte er nicht eine, sondern mindestens drei erfolgreiche Fotografenkarrieren hinter sich. Erfolgreicher <a "/tags/kriegsfotografie.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="19" title="Krieg">Kriegsfotograf</a>, Celebrityreportagefotograf, <a "/tags/fotojournalismus.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="13" title="Fotojournalismus">Fotojournalist</a>, Makrofotograf, Produzent eines der meistverkauften Fotobücher der Erde und einer von 116 Fotografen, deren Werke mit der Raumsonde Voyager auf die Reise ins unendliche Weltall geschickt wurden.</p>

<p>Woher wissen wir, wie der Coronavirus aussieht und wie fotografiert man so ein Ding? Das ist der Einstieg zur heutigen Folge. Aber auch wirklich nur das. Nur der Einstieg.</p>

<p>Ich hab es jetzt praktisch schon vorweggenommen. Wir wissen, wie der Coronavirus aussieht, weil wir eine Aufnahme davon haben. Ob man das ein Foto nennen kann, könnte man jetzt diskutieren. Denn die Aufnahme an sich wird nicht mit Lichtwellen gemacht, sondern unter dem Rasterelektronenmikroskop. Und das heißt, die Bilder, die wir dann haben, sind sozusagen Aufnahmen einer Aufnahme. Aber so eng wollen wir es gar nicht nehmen.</p>

<p>Eine normale Aufnahme funktioniert ja so, dass wir eine Camera obscura, also einen dunklen Kasten haben, vor den heutzutage meistens ein mehr oder weniger kompliziertes Linsensystem, das man Objektiv nennt, geschraubt wird. Und durch diese Öffnung wird ein Bild in den Kasten, auf den Sensor oder Film projiziert. So ein Sensor besteht aus einzelnen Punkten, die lichtempfindlich sind. So ein Film enthält Salzkristalle, die lichtempfindlich sind. Und je nachdem wie viel Licht auf den Sensor oder diese Salzkristalle fällt, wird das Bild als unterschiedlich hell oder dunkel wahrgenommen.&nbsp;</p>

<p>Ein Rasterelektronenmikroskop funktioniert ganz grundsätzlich anders. Die Objekte sind so klein, dass wir sie mit Licht nicht ausleuchten können. Stattdessen wird bei einem Rasterelektronenmikroskop ein gebündelter Elektronenstrahl erzeugt und auf unser Fotoobjekt geschossen. Wenn der Elektronenstrahl nun auf die Oberfläche trifft, werden sogenannte Sekundärelektronen weggesprengt. Die kann man nun einsammeln. Dieser Strahl nun tastet jetzt die gesamte Oberfläche wie an einem Raster ab. Deswegen auch Rasterelektronenmikroskop. Und jedes Mal, wenn er stehenbleibt, sammelt eben der Detektor die Elektronen, die wegspritzen, sozusagen, ein und berechnet daraus die Helligkeit. So entsteht das Bild im Rasterelektronenmikroskop.</p>

<p>Und diese Aufnahmen sind super faszinierend. Sie zeigen Dinge, die wir noch nie vorher gesehen haben, haben aber trotzdem eine durchgehende Schärfe und wirken fotorealistisch und dreidimensional auf uns. Außerdem sind diese Aufnahmen schwarzweiß. Immer. Farbe ist schließlich eine Wellenlängenänderung im reflektierten Licht und das, was wir da sehen, hat ja kein Licht reflektiert.</p>

<p>Rasterelektronenmikroskope sind außerdem relativ große Apparaturen. Das liegt unter anderem daran, dass man die Objekte, die man fotografieren möchte, in einem Vakuum lagern muss. Und da braucht es dann eine Vakuumpumpe. Dann muss natürlich dieser Elektronenstrahl erzeugt werden und er muss gebündelt werden, also mit einer Art magnetischer Linse geformt werden.&nbsp;</p>

<p>Ja, und all diese Gerätschaften brauchen nicht nur eine Menge Strom, sondern auch einiges an Platz und sind deswegen auch etwas aufwändiger. Aus all diesen Gründen findet man Rasterelektronenmikroskope hauptsächlich in der Forschung; in der Materialforschung, in der Biologie, überall dort, wo man eben kleinste Strukturen sichtbar machen möchte.&nbsp;</p>

<p>Aber auf diesen Anwendungszweck sind die nicht beschränkt. In der gesamten Geschichte der Fotografie oder der bildgebenden Verfahren war es immer auch so, dass neben Technikern und Wissenschaftlern sofort auch Amateure und Künstler zu den neuen Technologien griffen und damit zum Teil Spektakuläres schufen.</p>

<p>Und damit sind wir jetzt beim Fotomenschen heutigen Folge. Lennart Nilsson. Das ist nämlich der Mann, dem wir die ersten Aufnahmen des Aids-Virus und 2003 im zarten Alter von 81 Jahren das erste Bild des Sars-Virus verdanken. Und Lennart ist kein Wissenschaftler, sondern <a "/tags/fotojournalismus.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="13" title="Fotojournalismus">Fotojournalist</a>. Da hatte ich nun mal meine Antwort.&nbsp;</p>

<p>Allerdings war Lennart dann der Jackpot. Als ich nämlich nach Bildern von ihm suchte, erwartete ich mikroskopische Aufnahmen. Womit ich aber nicht rechnete, waren Aufnahmen des schwedischen Königshauses, Fotos von der Eisbärenjagd in Spitzbergen, Insekten in Großaufnahme. Reise und <a "/tags/kriegsfotografie.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="19" title="Krieg">Kriegsfotografie</a> oder die Bilder, für die er eigentlich berühmt ist, nämlich spektakuläre Farbaufnahmen von ungeborenem Leben.&nbsp;</p>

<p>Und die Bilder kamen mir verdammt bekannt vor. Ein kurzer Blick ins Bücherregal, stimmt. Da steht ein Buch, das heißt &#8222;Ein Kind entsteht&#8220;. Ich glaube, dieses Buch haben verdammt viele Eltern daheim. Witzigerweise hatte ich dieses Buch überhaupt nicht mehr auf dem Radar. Ich habe über dieses Buch noch nicht einmal als Fotobildband nachgedacht denn es ist ja eigentlich für werdende Eltern gemacht und soll illustrieren, wie sich das Kind nach und nach entwickelt. Aber natürlich ist das ein Bildband, sogar einer der meistverkauften Bildbände der Welt. Und es sind Fotos, mit denen Lennart Nilsson Fotogeschichte geschrieben hat. Bis heute gibt es wenige Aufnahmen, die technisch besser sind als das, was er da abgeliefert hat.</p>

<p>Er war zwar nicht der erste, der Nahaufnahmen von Embryos gemacht hatte, aber keiner hatte diese technische Perfektion mit atemberaubender Bildästhetik kombiniert.&nbsp;</p>

<p>Das Ganze war 1965 im Auftrag des Live Magazines entstanden. Denen hatte Lennart ursprünglich eine Bildstrecke über Embryos angeboten und die Bildredakteure des Live Magazines sind hielten die Vision für großartig aber eigentlich im Grunde nicht umsetzbar.&nbsp;</p>

<p>Was er dann allerdings lieferte, verschlug ihnen die Sprache und Live Magazine produzierte eine Ausgabe mit einem Fotoessay und legte eine der Aufnahmen auf das Titelblatt und wurde so zur meistverkauften Ausgabe ihrer Firmengeschichte. Die Hefte wurden von den Regalen gerissen. Bis zu diesen Aufnahmen hatte die Öffentlichkeit keine Vorstellung davon, wie ein Embryo im Mutterleib aussah.</p>

<p>Zu dem Zeitpunkt war Lennart Nilsson eigentlich schon ein etablierter Fotograf: Mit seinen Fotoessays war er regelmäßig im berühmten Fotomagazin vertreten, sein Buch über schwedische Celebrities verkaufte sich gut aber es waren diese Aufnahmen, die für ihn eine lebenslange Passion werden sollten. Was mit diesem Artikel im Life Magazine begann wurde zu einem über 10 Jahre dauernden Fotoprojekt, mit dem das Buch &#8222;Ein Kind entsteht&#8220; bestückt wurde.&nbsp;</p>

<p>Und das Thema zieht sich ab jetzt wie ein roter Faden durch sein weiteres Schaffen. Ihm hatte es das Leben an sich, die Schönheit des Lebens von den kleinsten Zellen bis zu den großen Strukturen angetan. Und immer wieder macht er scheinbar Unmögliches möglich. In der Dokumentation &#8222;The Miracle of Life&#8220; verfolgt man, wie in einem Dokumentationsfilm, die Entstehung des Lebens, vom Spermium bis zur Geburt, nicht in Fotos, sondern in Bewegtbild.&nbsp;</p>

<p>Über die Jahre wird Lennart mit allen möglichen Preisen bedacht und er erhält Ehrendoktorwürden. Das schwedische Karolinska Institute macht ihn zum Ehrendoktor der Medizin, in der technischen Universität Braunschweig wird ihm der Ehrendoktor in Philosophie überreicht, er wird der erste Preisträger des später renommierten Hasselblad International Awards und seine Dokus gewinnen Emmy Awards. Bis heute gehören seine Embryofotos zu den meist vervielfältigten.&nbsp;</p>

<p>Und wäre ich Lennart Nilsson gewesen, dann hätte mich eine Kopie meiner Aufnahmen ganz besonders stolz gemacht. Die Aufnahme nämlich, die sich inzwischen in circa 19 Millionen Kilometern Entfernung an Bord der Voyager Raumsonde befindet.</p>

<p>Das Voyager-Programm ist ein Sattelitenforschungsprogramm der NASA. 1977 startete die erste von zwei Sonden und das Ziel war einfach, Daten über das Sonnensystem zu gewinnen und dann geradeaus in den interstellaren Raum zu fliegen. Und weil wir ja nicht so wirklich wissen, ob wir alleine im Weltraum sind und unsere Sonden vielleicht irgendwann mal auf andere Lebensformen stoßen, hat man eine Nachricht mit an Bord gepackt.&nbsp;</p>

<p>Auf einer Kupferplatte, die von Gold überzogen wurde, wurden Bilder und Audioaufnahmen zusammen mit einer eingravierten Bedienungsanleitung, nennen wir es mal so, mit an Bord gegeben. Ein Forscherteam wählte Musik und Bilder aus und 116 Fotografien gingen auf die Reise. Unter ihnen eines der Embryobilder von Lennart Nilsson.</p>]]></content:encoded>
            <pubDate>Sun, 08 Nov 2020 18:25:28 GMT</pubDate>
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