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    <title>Fotomenschen - Veles</title>
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    <description>Posts tagged &#x27;Veles&#x27; on Fotomenschen.</description>
    <language>de-DE</language>
    <lastBuildDate>Mon, 04 Jul 2022 16:15:27 GMT</lastBuildDate>
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            <title>Fakt trifft Fiktion - The Book of Veles</title>
            <link>https://fotomenschen.kopfstim.me/posts/the-book-of-veles.html</link>
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            <description>Eine wahre Geschichte über eine Fake Reportage über einen echten Ort aber mit Fake Akteuren und einem aus echten Texten generierten Fake Essay...</description>
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<p>
====> <a href="/buch" target="_blank">30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera</a> <====
</p>
<p>Eine wahre Geschichte über eine Fake <a "/tags/reportagefotografie.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="33" title="Reportagefotografie">Reportage</a> über einen echten Ort aber mit Fake Akteuren und einem aus echten Texten generierten Fake Essay&#8230; </p>

<ul>
<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jonas_Bendiksen" target="_blank">Jonas Bendiksen</a> (Wikipedia)</li>

<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Veles_(Nordmazedonien)" target="_blank">Veles, Nordmazedonien</a> (Wikipedia)</li>

<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Veles_(Gott)" target="_blank">Veles, Gottheit</a> (Wikipedia)</li>

<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.magnumphotos.com/arts-culture/society-arts-culture/book-veles-jonas-bendiksen-hoodwinked-photography-industry/" target="_blank">The Book of Veles: How Jonas Bendiksen Hoodwinked the Photography Industry</a> (Magnum Photos)</li>

<li><a href="https://www.worldpressphoto.org/collection/photo-contest/2022/Jonas-Bendiksen/1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Book of Veles</a> (World Press Photo)</li>
</ul>

<ul>
<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.jonasbendiksen.com/books/the-book-of-veles" target="_blank">The Book of Veles</a> (Jonas Bendiksen&#8217;s Webseite)</li>

<li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.sueddeutsche.de/medien/fotojournalismus-jonas-bendiksen-veles-fakenews-visa-pour-l-image-1.5443762?reduced=true&amp;utm_source=headtopics&amp;utm_medium=news&amp;utm_campaign=2021-10-20" target="_blank">Warum ein Fotojournalist seine Bilder fälschte</a> (Süddeutsche, Paywall)</li>

<li><a href="https://www.washingtonpost.com/photography/2021/10/15/jonas-bendiksen-book-veles/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Do these photos look real to you? Your answer could be cause for concern. And that’s terrifying. </a>(Washington Post)</li>

<li><a href="https://judithbenhamou.com/the-book-of-veles-its-not-a-photojournalism-masterpiece-its-a-masterpiece-of-fake-news/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Book of Veles: It’s not a photojournalism masterpiece, it’s a masterpiece of fake news</a></li>
</ul>

<div class="yt-facade" data-yt="i7NMTCqpnEA" role="button" tabindex="0" aria-label="Play YouTube video"><img class="yt-thumb" loading="lazy" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/yt_i7NMTCqpnEA.jpg" alt="YouTube video thumbnail" width="1280" height="720"><span class="yt-play" aria-hidden="true"></span></div>

<div class="yt-facade" data-yt="QizXDUOy1yY" role="button" tabindex="0" aria-label="Play YouTube video"><img class="yt-thumb" loading="lazy" src="https://fotomenschen.kopfstim.me/assets/yt_QizXDUOy1yY.jpg" alt="YouTube video thumbnail" width="1280" height="720"><span class="yt-play" aria-hidden="true"></span></div>

<hr/>

<p><strong>Transkript</strong></p>

<p>Als sich der Norweger Jonas Bendix 1996 mit gerade mal 19 Jahren bei der Londoner Niederlassung<br>der Fotoagentur Magnum um eine Praktikumsstelle bewarb, rechnete er wahrscheinlich nicht damit,<br>später einmal selbst zu diesem erlauchten Fotoklub zu gehören.<br>Und er hätte es wahrscheinlich auch nicht für möglich gehalten, dass ausgerechnet<br>er es sein würde, der diesen Tempel des <a "/tags/fotojournalismus.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="13" title="Fotojournalismus">Fotojournalismus</a> mit einer von vorne bis hinten zusammengefakten<br>Fotostory testen würde.<br>Foto Menschen<br>Für die heutige Geschichte gehen wir ins Jahr 2017.<br>In den USA regiert Donald J.<br>Trump als 45.<br>Präsident der Vereinigten Staaten.<br>Und worüber regt er sich am meisten auf?<br>Genau, über das hier.<br>Natürlich in seinem Fall war alles Fake News, was ihn kritisierte oder ihm nicht zustimmte.<br>Aber allgemein an Fake News mangelte es jetzt in der Zeit wirklich gar nicht.<br>Es fiel genau in Trumps Amtszeit, dass die Welt zusehen musste, wie die Produktion und<br>Verbreitung von Falschmeldungen geradezu industrielle Ausmaße annahmen.<br>Die Masche war dabei denkbar einfach.<br>Man nahm echte Nachrichten von echten Nachrichtenwebsiten, verkürzte die, schrieb die zum Teil um, packte<br>irgendwelche zufällig ausgewählten Fotos dazu, klatschte das Ganze auf eine Webseite<br>mit ähnlichem Design und verteilte Links auf diese Meldungen im Internet.<br>Je besser die Meldungen ausgewählt waren und den Nerv der sowieso schon aufgeregten<br>Twitter- und Facebook-Community trafen, umso mehr Besucher kamen vorbei, umso mehr Werbeeinnahmen<br>ließen sich erzielen, umso mehr wurden diese Meldungen weiterverbreitet.<br>Oftmals mit viel mehr Reichweite als die Originalmeldungen.<br>Als man versuchte herauszufinden, woher diese Seiten überwiegend kamen, kristallisierte<br>sich ein überraschendes Epizentrum heraus.<br>Die Stadt Veles in Nordmazedonien.<br>In der osteuropäischen Stadt hatten sich anscheinend gleich mehrere Gruppen dazu entschlossen,<br>das lukrative Feld der Fake-News-Verteilung für sich zu beackern.<br>Und Jonas Bendixen verfolgt mit einiger Faszination die Artikel, die über diese Stadt geschrieben<br>werden.<br>Sogar Obama erwähnte die Stadt.<br>Da sitzen ein paar Teenager in Nordmazedonien, in einer Stadt, in der es nicht viel anderes<br>zu tun gibt, als sich im Internet nach Einkommensquellen umzuschauen und beschließen, Artikel zu veröffentlichen<br>und Werbeeinnahmen zu generieren, und sind plötzlich ein Thema für die amerikanische<br>Politprominenz und zwingen die großen Tech-Konzerne, ihre Vorgehensweise zu ändern.<br>Das wiederum fasziniert Jonas Bendixen.<br>Und der beginnt zu recherchieren.<br>Und wie das so oft ist, wenn man erstmal anfängt, einer Geschichte hinterher zu recherchieren,<br>dann wird das Internet auch schnell mal zum Rabbit Hole.<br>Im Falle der Stadt Veles entdeckt Jonas, dass es eine &#8222;slawische Gottheit&#8220; desselben<br>Namens gibt.<br>Und das ist nicht irgendein Gott, das ist einer der wichtigsten Götter der slawischen<br>Mythologie.<br>Er ist Gott der Fruchtbarkeit und der Magie, Herrscher über das Totenreich, Gott der Erde<br>und wird als gehörnte und bärtige Schlange dargestellt.<br>Außerdem, und das war jetzt der Teil, der Bendixen faszinierte, war es auch der Gott<br>des Chaos und der Täuschung.<br>Er konnte seine Gestalt verändern und spielte eine ganz ähnliche Rolle, die man von dem<br>nordischen Gott Loki kennt.<br>Wir haben also eine Stadt, in der Fake News verbreitet wird, mit dem Namen eines Gottes,<br>dessen Mythologie zu nennenswerten Teilen daraus besteht, dass er Leute täuscht.<br>Jonas Bendixen recherchiert weiter und er entdeckt Berichte von einem antiken Manuskript,<br>in dem die Geschichte des Gottes Veles aufgezeichnet worden sein soll.<br>Sie wird 1919 von einem russischen Armeeoffizier entdeckt, der das aber weder lesen noch übersetzen<br>kann und sich deswegen an einen russischen Wissenschaftler wendet, der den kompletten<br>Text ins moderne Russische überträgt.<br>Bis heute glauben viele, dass dieser Text einer der ältesten Texte der slawischen Welt<br>überhaupt ist und besonders in Esoteriker-Kreisen oder auch in slawisch-nationalistischen Kreisen<br>ist der Text praktisch heilig.<br>Gäbe es da nicht dieses kleine Problem, dass der Stand der modernen Forschung davon ausgeht,<br>dass der komplette Text von dem russischen Wissenschaftler und dem russischen Offizier<br>gefälscht worden war?<br>1973 wird das Ganze von einem Studenten der Ohio State University übersetzt.<br>Der hatte von den Zweifeln an dem Text damals noch keine Kenntnis und nahm das alles ernst.<br>Als seine Übersetzung herauskam, war die durchzogen mit Fußnoten und Hinweisen auf<br>die Relevanz des Textes.<br>Der Student hatte alle möglichen Querverbindungen entdeckt und ihm war nicht aufgefallen, dass<br>der Text eigentlich eine Fälschung war.<br>Der Gott der Täuschung, eine Stadt, die Fake News produziert, ein gefälschtes Manuskript<br>eines angeblich antiken Textes, das für bare Münze genommen wurde.<br>Jonas Benediktsen beschloss, daraus ein Fotoprojekt zu machen.<br>Wie lange, fragte er sich, wird es wohl dauern, bis fotojournalistische Projekte auftauchen,<br>die keine Grundlage in der Realität haben?<br>Wir leben im Zeitalter von Deepfakes und computergenerierten Grafiken.<br>Und so beschließt er, genau diese fotojournalistische Arbeit zu machen und zu testen, wie lange<br>es denn dauern wird, bis jemand Verdacht schöpft.<br>Jonas Benediktsen ist Fotograf und kein CGI-Artist, also musste er sich Kenntnisse aneignen.<br>Er wollte wissen, wie kann er denn fotorealistisch computergenerierte Grafiken in eine fotografische<br>Szene montieren?<br>Wo lernt man sowas am besten?<br>Klar, auf YouTube.<br>Er schaute Tutorials für Software, die die Filmindustrie oder die Computerspieleindustrie<br>jeden Tag verwenden und experimentierte mit ersten Bildern.<br>Für diese Software gibt es meistens Online-Marktplätze, auf denen man Modelle kaufen kann.<br>Und so kaufte er Modelle für Menschen und verbrachte so einiges an Zeit damit, die anzupassen<br>und zu kleiden.<br>In einem Interview sagt er scherzhaft, er hat sich deutlich mehr Zeit mit der Kleidung<br>seiner Avatare für sein Foto-Projekt beschäftigt, als er jemals in seine eigene Kleidung investiert<br>hat.<br>Als nächstes dann buchte er Flüge nach Veles.<br>Er wollte eine glaubwürdige Fotoreportage über diesen Ort fertigen und deswegen beschloss<br>er, dass die Hintergründe tatsächlich aus Veles sein müssten.<br>Zum ersten Mal in seiner Laufbahn als Fotograf kam es ihm beim Fotografieren eben gerade nicht<br>drauf an, Menschen anzutreffen.<br>Aber er wollte eine Optik erzeugen, die aussah, als hätte er eines seiner typischen Projekte<br>gemacht.<br>Als hätte er einigermaßen ordentlichen Zugang und ein paar Wochen Zeit gehabt und sich wirklich<br>den Menschen vor Ort genähert.<br>Er machte zwei solche Trips, den letzten gerade mal eine Woche, bevor es weltweit zu Lockdowns<br>wegen dem Coronavirus kam.<br>Ja und jetzt, daheim, hat er alle Zeit der Welt, um sein Projekt fertig zu machen.<br>Sein nächster Schritt, aus diesem Fotomaterial wollte er ein Buch fertigen.<br>Und in einem Buch, da muss natürlich auch Text stehen.<br>Und auch hier wählt er einen ungewöhnlichen Weg.<br>Er findet online ein frei trainierbares System zur Generierung von Text.<br>Die Idee solcher Systeme ist, dass man ihnen Trainingsmaterial gibt, das dem angestrebten<br>Zieltext entspricht.<br>Will ich also Produktbeschreibungen haben, müssen Produktbeschreibungen rein.<br>Will ich Gedichte haben, die wie Shakespeare klingen, naja, dann füttern wir doch mal Shakespeare.<br>Jonas Bendixen nimmt jetzt die Artikel, die über Veles weltweit geschrieben worden waren<br>und führt sie diesem Bot zu.<br>Um denen dann einen Text für das Buch über Veles verfassen zu lassen.<br>Auf die Art erzeugt er einen 5000 Worte langen Essay, den er nur aus den Ausgaben dieses<br>Bots zusammen kopiert.<br>Ganz ähnlich geht er vor, um Zitate für die angeblich in seinen Fotos zu sehenden<br>Leute zu erzeugen.<br>Es gab ja eine Menge echter Zitate aus den anderen Artikeln und die wirft er ebenfalls<br>in die AI und lässt sich neue Zitate erzeugen.<br>All das kombiniert er und lässt es aussehen, als wäre es eine authentische Jonas Bendixen<br>Arbeit und produziert ein Buch.<br>Der Titel &#8222;The Book of Veles&#8220;, derselbe Titel, den das angebliche Manuskript trug.<br>Dabei geht er davon aus, dass es garantiert nicht lang dauern wird, bis die Ungereimtheiten<br>in seinen Bildern auftauchen werden.<br>Es ist ja nicht so, dass er nicht genügend Hinweise in seinen Bildern versteckt hätte.<br>Beispielsweise scheint die Stadt Veles eine ungewöhnlich hohe Bärenpopulation zu haben.<br>Und der Bär tauchte da auch nicht von ungefähr auf, denn der Bär war die Lieblingsgestalt<br>des Gottes Veles, des Gottes der Täuschung.<br>Aber selbst wenn einem der Bär entgangen war, gab es noch genügend andere Hinweise,<br>die Jonas zuversichtlich machten, dass dieses Buch den Test der Profis nicht lange würde<br>standhalten können.<br>Für den Fall der Fälle hatte er seinen Verleger auf jeden Fall schon mal informiert und er<br>hat sich selber als Regel gesetzt, die Presse daran zu hindern, seine Arbeiten zu veröffentlichen.<br>Er wartete und wartete, amüsierte sich über Komplimente für den Essay in dem Buch, lehnte<br>Anfragen der Presse ab und beschloss dann, noch einen draufzulegen.<br>Er reichte seine Arbeit bei dem angesehenen <a "/tags/fotojournalismus.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="13" title="Fotojournalismus">Fotojournalismus</a>-Festival Visar pour Limage<br>in Frankreich ein.<br>Und die akzeptierten die Arbeit nicht nur, sondern baten ihn, im Programm einen Vortrag<br>über seine Arbeit zu halten.<br>Als weitere Wochen ins Land zogen, ohne dass irgendjemand seine Arbeit ernsthaft in Frage<br>stellte, beschloss er, selbst an seinem Ruf zu sägen.<br>Aber passend zu dem Projekt konnte er das natürlich nicht einfach selbst veröffentlichen.<br>Er wollte demontiert werden.<br>Und so kaufte er sich einen künstlich gealterten Social Media Avatar.<br>Für ca.<br>40 Dollar, sagt er.<br>Eine junge Dame, die angeblich aus Nordmazedonien stammte, mit dem klangvollen Namen Chloe Miskin.<br>Sie hatte eine Twitter Präsenz, ein Facebook-Profil.<br>Alles was ihr fehlte, waren die richtigen Kontakte.<br>Und an denen begann Jonas jetzt für ein paar Wochen zu arbeiten.<br>Nicht lange und Chloe war mit über 600 Leuten aus der fotojournalistischen Szene befreundet.<br>Der Plan?<br>Chloe sollte ihn demontieren.<br>Der richtige Zeitpunkt?<br>Kurz nach seinem Vortrag auf dem Festival.<br>Er hielt also seinen Vortrag und kurz darauf fing Chloe an, sich über die Qualität seiner<br>Arbeit aufzuregen.<br>Er hätte Leute gekauft, die in den Bildern zu sehen waren, schrieb sie auf Facebook.<br>Jonas ging davon aus, dass wenn jemand erstmal anfängt, öffentlich Zweifel zu äußern,<br>schon irgendjemand die Arbeit genauer unter die Lupe nehmen würde.<br>Umso erstaunlicher, dass Chloe nicht ernst genommen wurde und sich sogar einzelne damit<br>Beschäftigten Chloe zu widersprechen und mit ihr zu streiten.<br>Vielleicht ist Facebook nicht das richtige Social Network, denkt sich Jonas und lässt<br>Chloe auf Twitter los.<br>Und endlich steigt jemand auf den Verdacht ein.<br>Ein Twitter Nutzer bemerkt, dass Kleidung in den Fotos anscheinend mehrfach verwendet<br>wurde.<br>Und diesem ersten Verdacht folgen da natürlich andere und bieten Jonas damit endlich die<br>Möglichkeit, offen über sein Projekt und die wahren Hintergründe zu sprechen.<br>Monate nach Veröffentlichung.<br>Was machen wir jetzt aus dieser ganzen Geschichte?<br>Ich find&#8217;s spannend festzustellen, dass die Menschen zwar einerseits aufgewachsen sind<br>mit dem Wissen darum, dass es <a "/posts/die-geschichte-der-bildmanipulation.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="55" title="Photoshop">Photoshop</a> gibt und dass Fotos nicht immer das zeigen, was<br>sie vorgeben zu zeigen.<br>Und gleichzeitig wollen wir immer noch auf Teufel komm raus glauben, dass Bilder die<br>Wahrheit und die Realität zeigen.<br>Es ist irgendwie auch tragisch, dass wir in über 180 Jahren Fotogeschichte immer noch<br>nicht gelernt haben, zwischen Fakt und Fiktion zu unterscheiden.<br>Und dabei sind wir ja jetzt am Anfang einer nicht aufzuhaltenen Entwicklung.<br>Jonas Bendixen hat uns vor Augen geführt, wie einfach es eigentlich ist.<br>Denn er ist weder Computerspezialist noch Computergrafik-Nerd.<br>Er hat sich mit Hilfe von YouTube ein paar frei erhältliche Softwareprodukte erklären<br>lassen und danach Bilder produziert, die die weltweite Community der <a "/tags/fotojournalismus.html" data-internallinksmanager029f6b8e52c="13" title="Fotojournalismus">Fotojournalisten</a> für<br>bare Münze genommen hat.<br>Er ließ ein Essay von Künstlicher Intelligenz schreiben und Leser*innen hielten das für<br>authentisch.<br>Was lernen wir daraus?<br>Wir müssen kritischer werden.<br>Wir dürfen Bildern nicht einfach pauschal vertrauen.<br>Und außerdem lerne ich daraus, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis wir um uns rum<br>Texte und Medienprodukte haben, die verdammt authentisch aussehen werden.<br>Foto Menschen<br>Ich habe mir eine signierte Fassung dieses Buchs bestellt.<br>Denn ich finde die Geschichte und den Prozess hinter &#8222;The Book of Veles&#8220; durch und durch<br>faszinierend.<br>Außerdem gefallen mir die Fotos, die ich bisher davon gesehen habe.<br>Jonas Bendixen sagt selbst, dass er für diese Fotos im Prinzip neu lernen musste, wie ein<br>typisches Jonas Bendixen-Foto aussieht.<br>Immerhin musste er im Computer Lichtsituationen nachbilden und sich überlegen, wie hätte<br>er denn Menschen fotografiert in Veles, wenn er sie denn angetroffen hätte.<br>Ich glaube, dass es ein Buch, das Geschichte geschrieben hat.<br>Außerdem enthält es schöne Fotografie.<br>Aber das ist vielleicht mal eine Diskussion für einen anderen Tag, warum ich glaube,<br>dass auch solche Montagen durchaus fotografische Werke sind.</p>]]></content:encoded>
            <pubDate>Mon, 04 Jul 2022 16:15:27 GMT</pubDate>
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