18. Juli 2021

Fotomensch Dirk

50 Folgen sind ein Meilenstein der eine Sonderfolge verdient. Rückschau, Ausblick und die Frage ob in Dirks Arbeitszimmer die Zeit wirklich langsamer abläuft als überall sonst…

Linkhinweise:

Vielen Dank an Falk, Silke, Holger, Jürgen, Chrissy, Marius, Frauke, Simon, Andrea, Thomas, Markus, Norbert, Steffen, Lutz, Nils! (und jetzt hoffe ich niemand vergessen zu haben 🙂 )


Transkript

Also ich würde sagen, I’m ready for you, babe. Krass, wie schnell 50 Episoden vorbei sein können. Heute ist Jubiläumsfolge. Und deswegen ist die Fotomenschen-Episode Nummer 50 auch anders als die anderen. Ich hatte euch ja Umfragen und Audiogrüße gebeten, und beides kam an. Für die Fragen habe ich einen ganz besonderen Gast in dieser Episode. Und für die Audiogrüße musst du einfach bis zum Schluss hören.

Fotomenschen.

I: Hallo und herzlich willkommen zur fünfzigsten Folge von Fotomenschen, dem ganz besonderen Podcast. Und heute mit einem tollen, besonderen Gast. Und zwar ein ganz besonderer Fotomensch, den ich persönlich schon seit 13 Jahren kenne.

B: Hallo.

I: Und weil das eine besondere Folge ist, hattest du ja deine Hörerinnen und Hörer gefragt, ob sie dir nicht Fragen schicken können, richtig?

B: Genau. Die Idee war sozusagen, dass, nachdem ich 49-mal über alle anderen geredet habe, die mir so in den Weg gekommen sind, reden wir in der fünfzigsten, zum Jubiläum sozusagen, etwas mehr über-

I: Den Fotomenschen Dirk.

B: Den Fotomenschen Dirk, genau. Und da durften, wollten und haben Hörerinnen und Hörer Fragen eingeschickt.

I: Ja, und da sind auch eine ganze Menge gekommen.

B: Wer bist du denn überhaupt?

I: Ach so.

B: Vielleicht ganz kurz für alle, die sich jetzt gerade am Kopf kratzen und wundern, wen sie da hören.

I: In meinem Podcast, ja? 

B: In deinem Podcast.

I: Den ich immer von dir ausführen lasse.

B: Genau. Also eigentlich ist das gar nicht mein Podcast. Eigentlich ist das ja eine Auftragsproduktion.

I: Genau. Eigentlich bin ich die Verliebt-in-den-Fotomenschen-Frau.

B: Oh.

I: Ja.

B: Wie lange hältst du es denn schon mit mir aus?

I: Ja, 13 Jahre, das habe ich doch gerade gesagt.

B: 13 Jahre, Wahnsinn. Mehr als 50 Episoden.

I: Ja. Wir hatten sicherlich mehr als 50 Episoden. Und mehr als 1000, wie beim (?Anerzählt). Aber jetzt mal zurück zu dir. Was ich total spannend fand, weil ich dich ja seit 13 Jahren nicht anders kenne, ist, dass du immer mit einer Kamera in der Hand rumrennst. Immer ist jetzt relativ. Aber du hast schon oft eine dabei. Und das haben sich auch einige deiner Hörerinnen und Hörer gefragt. Nämlich, wie du eigentlich zu dem Thema Fotografie oder zum Fotografieren an sich gekommen bist.

B: Ja, das ist schwierig. Da können wir jetzt beim (?Esschen) und beim Stöckchen anfangen. Die allererste Erinnerung, die ich habe, wo Fotografie eine Rolle gespielt hat, war tatsächlich in der Schule. Und das war eine Negativerinnerung. Es war nämlich so, dass ich in der Klasse saß und eigentlich von Fotografie kaum Ahnung hatte, außer, dass wir eine Familienkamera hatten, mit der hin und wieder Urlaube fotografiert wurden. Urlaube und Familienereignisse. Und dann saß ich in der Schule und ein Lehrer hat gefragt, wer denn in der Klasse Fotografieren wurde. Und dann habe ich gemeldet, weil, ich hatte ja auch schon mal so eine Kamera in der Hand gehabt.

I: Das ist immer schlecht, wenn man sich in der Schule freiwillig meldet.

B: Genau. Und da stellte sich dann schnell heraus, als der Lehrer Folgefragen stellte, dass ich keine Ahnung hatte, was er eigentlich damit meinte. Also ich hatte halt das Familienknipsen gemeint. Und der hatte dann gesagt: „Ja, das ist keine Fotografie.“ Das beendete meinen aufkeimenden Fotowillen für zehn Jahre oder so. Das Thema war dann erst mal weg und hat mich nicht mehr interessiert. Weil, ich habe ja bemerkt, das, was ich mache ist Knipsen und keine Fotografie. Zurückgekommen zum Fotografieren bin ich dann, als die Fotografie nach und nach digitaler wurde. Ich war ja schon immer computerverliebt. Ich verdiene meine Brötchen in der IT-Branche. Und es begab sich irgendwann, dass aus der Fotografie von einer hauptsächlich über Film stattfinden Geschichte eine digitale wurde. Und ich habe auch eine der ersten im Handel erhältlichen digitalen Kameras irgendwann in die Hand gedrückt bekommen. Da konnte man eine Diskette einlegen und es hat das Bild auf Diskette gespeichert.

I: Eine Diskette.

B: Ich war vollkommen fasziniert davon. Und ich war dann lange genug nur fasziniert davon, ohne es zu kaufen, bis es dann langsam so praktikable Größen gab. So bin ich dann zum Fotografieren zurückgekommen, über die Technik. Und ich habe dann am Anfang das gemacht, was man halt so macht. Füße und Blumen fotografieren. So wie der Bastian, unser mittlerer Sohn, der, als er eine Digitalkamera in die Hand bekommen hat, eine Bildserie von 80 Fotos gemacht hat, wo du Blümchen, Blümchen mit Fuß.

I: Gras.

B: Gras, Gras mit Blümchen.

I: Gras mit Fuß. Mit ohne Fuß. Mit Blümchen, mit ohne Blümchen. Mit Zaun.

B: Ja, das ist ganz großartig. Das ist eine Serie, die wir auch heute immer noch haben. Celli: Ja.

B: Genauso habe ich auch angefangen. Und war dann von Anfang an fasziniert. Und von da aus wuchs sich das dann nach und nach aus. Also immer wieder, wenn dann die nächste Generation Kameras kam, habe ich halt getauscht. Dann wurden die Ansprüche größer. Mit dem Wissen, was man machen kann, stieg dann auch das Bedürfnis, die Technik anzuschaffen, die das unterstützen würde. Und als wir beide uns kennengelernt haben, war ich schon im Spiegelreflexzeitalter angekommen. Das heißt, ich hatte schon so einen Klopper mit Wechselobjektiven.

I: Das stimmt. Wir haben ja auch von dem Tag, an dem wir uns kennengelernt haben, Fotos. Und zwar einige davon.

B: Ja. Wir haben auch ganz tolle Fotos von unseren ersten Dates.

I: Okay. Aber zurück zu den Fragen. Jetzt geht es ja speziell um Fotomenschen, und wie gesagt, vielen Dank für die vielen, vielen Fragen. Ganz besonders dir, Frauke, du hast eine Serie an total interessanten Fragen gestellt. Zu denen komme ich noch. Aber jetzt mache ich die erst alle der Reihe nach. Der Lutz wollte zum Beispiel wissen, wie recherchierst du denn deine Themen? Und wie findest du übergeordnete Verknüpfungen und Zusammenhänge für dich?

B: Ich lese viel. Das kann man einfach mal so festhalten.

I: Das kann ich bestätigen.

B: Genau. Also der Fotomenschen-Podcast ist ja erst mal eine Entschuldigung für mich, Bücher zu kaufen. Das ist es tatsächlich.

I: Ja, seit du den machst, ist unsere Bibliothek hier, beziehungsweise deine Bibliothek, die sich aus Fotobüchern generiert, tatsächlich um ein Vielfaches angewachsen.

B: Ja. Es ist halt auch so, dass ich relativ früh festgestellt habe, dass das Internet, wenn man sich mit Fotogeschichte beschäftigt, ich nichts wert ist. Die Wikipedia ist, wie immer, ein guter Einstieg für alles. Aber man ist unglaublich schnell, sobald man ein bisschen unter die Oberfläche will, auf sich allein gestellt. Das Internet ist erstaunlich dünn ausgestattet, was Wissen rund um Fotogeschichte angeht. Und das habe ich relativ schnell bemerkt. Bemerkt habe ich das, weil dann irgendwann auf Bücher und nicht auf Webseiten verwiesen wurde, und ich dann zum Teil auch Namen entdeckt habe, die ich sonst nirgendwo mehr gefunden habe. Und dann habe ich halt angefangen, dass ein oder andere antiquarische Buch zu kaufen und mich da einzulesen. Und das ist halt so ein Rabbit Hole. Du fängst an, dich damit zu beschäftigen. Ich schreibe auch eine Menge Notizen auf, wenn mir Dinge begegnen, die erzählenswert scheinen. Und was du als meinen Teil der Bibliothek, als Familienbuchbestand beschreibst, ist eine wilde Mischung aus antiquarischen Büchern, aus Sachbüchern und aus Fotobildbänden. So finde ich tatsächlich meine Themen. Ich habe inzwischen mehrere Standardwerke zur Fotogeschichte. Ich habe Bücher zur Fototechnik. Ich habe Bücher, die so Sammlungen von Bildern, die man mal gesehen haben muss oder die Illustrierte Geschichte der Fotografie und Ähnliches sind. Und ich tauche durch diese Bücher. Und meistens begegnen mir da Hinweise auf irgendwelche Paper, auf Magazine. Ich begegne Namen und Geschichten, die ich interessant finde. Und sobald ich davon genug zusammen habe, habe ich sozusagen wieder eine Episode, die ich einsprechen kann. Und die Zusammenhänge, die ich aufmache, mache ich auf mit dem völlig naiven Blick dessen, der das nie studiert hat. Das heißt, ich habe nun mal keine Fotografiegeschichte studiert. Ich habe keine Fotografie an sich studiert. Ich habe mir die Technik selbst angeeignet. Ich komme mit einer völlig neutralen Faszination auf das Thema zu. Und deswegen hoffe und glaube ich, mache ich manchmal Beziehungen auf, die vielleicht nicht so alltäglich erscheinen. Ich schaue mir das nicht mit dem Blick des Kunsthistorikers an. Sondern, ich gucke mir das an und denke mir: Oh, das, was die da im 19. Jahrhundert gemacht haben, ist fast so ähnlich wie das, was wir mit Instagram heute machen. Und das ist dann auch etwas, was ich in mein Mikrofon blähe, was man dann halt in den Episoden nachhören kann. Aber die kurze Antwort ist: Viel lesen. Und zwar in Büchern, also richtig Totholz, nicht im Internet.

I: Ja, ohne Selbstbeleuchtung und so.

B: Ja, die leuchten nicht im Dunkeln. 

I: Nein. Die Frauke meinte, deine Geschichten sind ja völlig unterschiedlich. Also mal redest du über die Anfänge der Fotografie, dann geht es um Rosalind Franklin. Aber nach welchen Kriterien suchst du denn deine Geschichten aus? Und da möchte ich mal kurz etwas sagen. Samstagsmorgens, wir stehen gerne später auf und frühstücken dann ausgedehnt. Samstagmorgende dienen auch oft dazu, auseinanderzufitzeln, was denn jetzt das Thema für Fotomenschen wird. Und was der Dirk dann auch gerne macht, ist, am Frühstückstisch darüber zu philosophieren, welchen Themen er gerade gedanklich nachhängt. Und meistens findet er dann seinen roten Faden, während wir darüber reden.

B: Ja, das ist tatsächlich schon sehr wertvoll, schon mal ein erstes Testpublikum zu haben. Vor allen Dingen gibt es Themen, die sich in meinem Kopf interessant anfühlen. Sobald ich die aber versuche jemand dann zu erzählen, bemerke ich, wie wenig Fleisch da eigentlich am Knochen ist. Oder umgekehrt. Ich entdecke beim Erzählen einen Blickwinkel, der mir nicht so ganz klar war. In der Frage von Frau gehöre ich jetzt aber auch raus, wie das zusammenpasst. Es gibt ja keinen chronologischen Rahmen in meinem Podcast. Im Prinzip erklärt sich das aus dem Anspruch, den ich habe. Wie gesagt, der Podcast hier ist in erster Linie Ausdruck meines sehr, sehr viel interessierten, leicht abzulenkenden Gehirns. Ich interessiere mich einfach für sehr viel. Und das ist sehr unterschiedlich. Und das kann mal die Zeitgeschichte rund um 1850 sein. Das kann mal etwas sein, was gestern passiert ist. Das ist ein Grund dafür, dass diese Mischung existiert. Aber der andere Grund ist, dass ich einen Podcast machen möchte, der eben für Leute, die nicht vom Fach sind, trotzdem faszinierend sein kann. Das ist ja eigentlich kein Fotografie-Podcast, sondern, eigentlich ist es ein Geschichts-Podcast. Es sind im Grunde Geschichten, die auch für Leute interessant sein könnten, die nie eine Kamera in der Hand hatten, sondern Fotos mit dem iPhone machen, oder so. Also es sollte einfach ein sehr breites Spektrum sein. Das ist mein Anspruch, den ich habe.

I: Ich finde auch die Geschichten immer total spannend, die du dann so samstagsmorgens beim Frühstückstisch erzählst. Oder auch unter der Woche. Ich bin jetzt nicht der Fototechniker oder will die ganze Zeit mit Kameras rumrennen. So gar nicht.

B: Nein, du delegierst das an mich.

I: Ich delegiere das, das kann ich gut.

B: Ja, aber das ist halt tatsächlich das Ding. Ich möchte halt etwas bauen, was für eine sehr breite Menge an Menschen interessant sein kann. Sowohl die vom Fach als auch die ohne, was aber eben niemanden ausschließt. Und deswegen versuche ich die Mischung bunt zu halten. Auch was den Kulturhintergrund angeht, auch die Spannweite der Themen. Und dann ist es so, je länger ich mich damit beschäftige, desto mehr rote Fäden entdecke ich, die ganz vom Anfang bis heute durchzuziehen sind, die uns gar nicht mehr richtig bewusst sind. Also wenn ich mir angucke, was für Diskussionen Fotografen manchmal untereinander führen, und dann entdecke, dass dieselbe Diskussion 1860 auch schon geführt wurde, zum Teil mit denselben Argumenten, dann finde ich das persönlich so faszinierend, dass ich das dann auch beides in eine Folge packen möchte und den Bogen eben auch weit genug spannen will. Und das führt dann zu der wilden Mischung, die ich da habe. Ich glaube, wenn wir dann mal bei 500 Folgen sind, kann man wahrscheinlich sehr schöne Kapitel aufmachen, die dann zusammenpassen.

I: Na großartig, 500. Was machen wir denn in der 500. Folge?

B: Zur 500. Folge mieten wir uns ein Stadion und laden alle Hörerinnen und Hörer ein.

I: Genau. Und dann spielen wir die Fotogeschichte nach.

B: Genau. Oder wir verriegeln die Türen, und dann müssen sie sich alle 500 Folgen anhören.

I: Welches ist denn deine Lieblingsgeschichte? Es sind jetzt 50 Folgen, da wird ja wohl die ein oder andere dabei gewesen sein.

B: Lieblingsgeschichte ist schwierig. Ich habe tatsächlich mehrere Episoden, die mich auch selber sehr fasziniert haben. Was mich zum Beispiel sehr fasziniert hat, ist die Geschichte von Gerda Taro und Robert Capa. Also Robert Capa ist speziell so einer dieser Fotografen, die dauernd genannt und empfohlen werden. Da muss man drüber sprechen. Er ist Kriegsfotograf gewesen. Und ich war sehr davon fasziniert, als ich entdeckt habe, dass Robert Capa gar nicht sein richtiger Name ist. Dass der Name von seiner Partnerin erfunden wurde, die auch einen Decknamen, also den Künstlernamen Gerda Taro, angenommen hatte. Dass die beiden dieses Genre praktisch miterfunden haben. Sie haben es nicht alleine erfunden. Aber sie haben den Bildstil der damaligen Zeit, diesen Kriegsfotojournalismus geprägt. Das ist so eine dieser Geschichten, die mich wirklich sehr beschäftigt haben und immer noch beschäftigen. Daraus sind inzwischen zwei Episoden entstanden. Einmal habe ich einen Teil der Geschichte von Robert Capa erzählt. Und ich habe die Geschichte von Gerda Taro erzählt. Gerda Taro ist ganz allgemein eine sehr faszinierende Person. also das fällt mir ein. Was mir auch einfällt ist die Geschichte der Bildmanipulation. Weil die Leute ja alle glauben, das ist etwas, was wir praktisch erst mit Photoshop erfunden haben. Und das stimmt nicht. Und darüber zu recherchieren und das in eine Folge zu packen. Und von der reinen Episode her, ein all Time Favorite war für mich (?Ed Curtis). Das fällt mir da noch ein. (?Ed Curtis), der losgezogen ist und angefangen hat, die Kultur der amerikanischen Ureinwohner zu porträtieren, als ihm aufgegangen ist, dass die kurz vor dem verschwinden und zum Teil schon verschwunden waren, und dann 30 Jahre seines Lebens damit zugebracht hat, deren Kultur zu dokumentieren. Tonaufnahmen auf Wachsrolle aufgenommen hat, wunderschöne Porträts gemacht hat, die man für 15 Euro als Bildband kaufen kann. Ich fand das vollkommen faszinierend. Das sind so Geschichten, die für mich einen ganz besonderen Platz haben, die ich auch für mich selber ohne diesen Podcast nicht entdeckt hätte.

I: Ich fand ja den Teil über die Aurafotografie und die Feengeschichte total abgefahren.

B: Ja, die vielen Geschichte ist auch wirklich-. Meine, wahrscheinlich am schönsten produzierte Folge, glaube ich, ist die Folge, die ich gemacht habe über die – wie heißt das? – (?Oktografie)? Ich glaube, das hieß (?Oktografie). Also die Idee, dass man das Bild, was ein Toter als letztes gesehen hat, auf der Netzhaut wiederfinden kann.

I: Aber ich finde es doch völlig faszinierend, dass Leute solche Gedanken haben und sich überlegen, das muss doch bestimmt noch irgendwie, irgendwo existieren. Und dann versuchen sich zu überlegen, naja, wie können wir das denn jetzt replizieren? Oder so. Wie können wir das denn sehen?

B: Ja, also speziell diese (?Oktografie)-Geschichte. Dass eine Faszinierende war, dass man auf den Gedanken gekommen ist. Das zweite Faszinierende war dann, sich zu überlegen, dass zum Teil die Polizei versucht hat, das umzusetzen so Mörder dingfest zu machen. Dann war faszinierend festzustellen, dass es auch wieder in den Siebzigern war, dass jemand wissenschaftlich nachgewiesen hat, jawohl, es geht. Aber es taugt nicht, um Bilder aufzunehmen. Also das ist dann das nächste. Es war nicht aus der Luft gegriffen. Unsere Augen können Bilder aufnehmen. Und man kann die fixieren und entwickeln. Aber die haben so eine grottige Belichtungszeit, der Mörder müsste schon echt lange stehenbleiben und gut beleuchtet sein, dass man ihn dann wiedererkennen kann. Und dem Ganzen die Krone aufgesetzt hat es damals, als ich festgestellt habe, dass es ein wissenschaftliches Experiment in Bruchsal gab. Und Bruchsal, das müssen jetzt die Hörerinnen und Hörer verstehen, das ist der Ort, aus dem meine Liebste stammt.

I: Da bin ich geboren.

B: Da bist du geboren, genau. Und in Bruchsal gab es eine Hinrichtung, eine Guillotinierung, wo der Enthauptete hinterher von Wissenschaftlern untersucht wurde, um zu sehen, ob man dieses Bild im Auge des Enthaupteten dokumentieren kann. Und damals haben sie festgestellt, es gibt gerade mal ein fünf Minuten Zeitfenster und eigentlich erkennt man nichts. Also das hat so eine Geschichte, die hat sich dann bei mir aus so einem kleinen Schnipsel aufgefächert. Das macht einen enormen Spaß.

I: Ich meine, ich kenne dich ja auch als Menschen, der, wenn dich etwas fasziniert, sich da auch völlig durchgräbt. Durch alles Mögliche. Und zwar bis in die Tiefen rein. Und das sieht man ja bei deinen Folgen dann auch. Die Frauke hat noch mehr Fragen gestellt, und hat dann zum Beispiel auch gemeint: Naja, du hast ja sicher für jede Folge mehr Stoff als in die 15 Minuten Podcast passen. Aber in welcher Geschichte gab es denn vielleicht ein Detail, was du dann schweren Herzens einfach hast unter den Tisch fallen lassen, weil du gedacht hast: Mensch, das passt jetzt nicht auch noch rein?

B: Ganz grob teilt sich das, was ich für Fotomenschen verarbeite, immer in zwei Lager. Das eine ist, dass sich einen total interessanten Fakt finde und mir denke, das wird doch eine coole Geschichte, und dann das Problem habe, dass ich, schon während ich anfangen Notizen zusammenzuschreiben feststelle, das ist eigentlich viel zu dünn. Also das trägt nicht. Das ist vielleicht ganz nett und das wäre so ein Schnipsel für eine Minute. Aber es trägt nicht. Und bei der anderen Hälfte der Geschichten habe ich dann dieses: „Uiuiui, verdammt, viel zu groß.“ Ich will ja eigentlich bei zehn bis 15 Minuten und maximal 30 Minuten sein. Und es gibt einfach Geschichten und Personen, die sind so facettenreich, da ist das Thema so riesig, dass es schwer einzufangen ist. Und da habe ich mir jetzt vorgenommen, dass ich unter Umständen mehrere Episoden dazu erzähle. Die Geschichte, die ich vorhin erwähnt habe, Gerda Taro und Robert Capa, ist ein gutes Beispiel. Das sind jetzt schon zwei Episoden, da werden wir noch ein paar Mal drüber reden. Also Robert Capa hat tatsächlich viele Facetten. Gerda Taro hat eine sehr breite, interessante Geschichte. Obwohl sie nur vier Jahre lang fotografiert hat, war die immerhin eine Fotografin, die in ihrer Zeit die Welt so ein bisschen verändert hat. Und ich versuche mir das dann einfach für andere Folgen vorzumerken. Und deswegen werde ich jetzt hier auch keine Details verraten. Aber ja, das gibt es. Und manche sind dann auch für mich einfach die Herausforderung, eine konsistente Geschichte daraus zu machen. Ich habe auch so ein paar Themen, die wurden zum Teil auch schon sehr früh mal vorgeschlagen, die ich deswegen noch nicht verarbeitet habe, weil ich noch nicht wirklich für mich herausgefunden habe, wie ich dem Thema Herr werde, weil es einfach Häppchen braucht. Es braucht Kapitel, die sich in einzelne Folgen packen lassen.

I: Gibt es denn dabei auch irgendwelche Geschichten, für die dir noch entscheidende Details fehlen?

B: Reichlich. Gerade, weil ich es eben schon gesagt habe, Themen, die auch zum Teil schon vorgeschlagen worden, die auf meiner Liste stehen. Beispielsweise war der erste Vorschlag, den ich überhaupt bekommen habe, mal über eine Contessa zu sprechen, die in Irland als Fotografin gewirkt hat, und mit ihrem Mann zusammen das damals größte Teleskop der Region gebaut hat, wenn nicht überhaupt das größte Teleskop. Das müsste ich jetzt noch mal nachgucken. Keine Ahnung. Von der habe ich viel zu wenig Details. Da gibt es ein Buch, dass man auch tatsächlich nur sehr schwer bekommt. Dass ich irgendwann bekommen habe. In dem kann man sich ein paar dieser Fotografien von ihr anschauen. Das kann man normalerweise dort vor Ort in dem Schloss kaufen. Das kann man nämlich besichtigen. Das Schloss, das die bewohnt hat. Und die Frau hat, das kann man dem Buch entnehmen, eine Menge Sachen gemacht. Aber nichts wird darin wirklich im Detail beschrieben. Und ich komme da relativ schnell an Grenzen, wo ich denn mehr Material über sie finde. Und das ist tatsächlich ein Beispiel dafür, dass ich noch in der Recherchephase bin. Und das, obwohl das schon ein Jahr her ist, dass ich mit dem Thema von der angefangen habe. Wahrscheinlich müssten wir irgendwann nach Covid mal nach Irland fahren und dieses Schloss besichtigen.

I: Ohh.

B: Das wäre vielleicht mal eine Studienreise für Fotomenschen.

I: Ja, das fände ich ja ganz schrecklich. In Irland war ich noch nie. Also da steht auch noch auf meiner Liste. Da komme ich dann gerne mit. Dann können wir auch ein bisschen wandern gehen. Ich habe mal noch eine technische Frage, die der Thomas gestellt hat. Nämlich, wie viel Aufwand ist denn so eine Produktion deiner Folgen? Das ist ja eine Frage, die wir schon beim letzten Mal beim Anerzählt hatten. Und er will auch noch wissen, wie viel Zeit du so in die Recherche investierst. Naja, da kann ich schon mal sagen, je nach Thema: lange. Also lange, weil das Interesse einfach da ist. Und dann sieht man den Dirk nur mit der Nase in Fotobüchern. Aber nicht nur die Recherche interessiert ihn, sondern auch die eigentliche Produktion und die Nachbearbeitung. Ach ja, und zum Transkribieren kann ich mal sagen, wir sind ja hier ein kleines Familienunternehmen.

B: Du bist für die Inspiration zuständig.

I: Ja, ich bin für die Inspiration und für das, einfach dasitzen, Kaffee trinken und eben blöde Fragen stellen zuständig. Aber unser Sohn 2.0, der transkribiert ganz fleißig und hört sich dann durch den Podcast und schreibt das alles mit.

B: Und er behauptet, dass der Podcast auch spannend wäre. Und das, obwohl er sich ja eigentlich gar nicht für Fotografie interessiert.

I: Und man muss mal sagen, unser Sohn 2.0 wird jetzt in einer Woche 18. Also er ist noch ein Teenager.

B: Hashtag, wir sind so alt.

I: Ja.

B: Ja, der Aufwand. Es ist interessant, dass du den Anerzählt erwähnst. Für die Hörerinnen und Hörer, die den nicht kennen, das war sozusagen der Vorgängerpodcast von Fotomenschen. Und zwar Vorgänger insofern, dass das mein Hauptprojekt davor war. Ich habe ja insgesamt acht Podcasts. Nicht alle sind momentan aktiv. Aber ich mache das schon ein bisschen länger. Und der Anerzählt war ein tägliches Format. Da habe ich jeden Tag aufgenommen und habe mich an der Episodenzahl orientiert, da dann Themen rausgesucht und die erzählt. Und das ist tatsächlich deswegen so ein Vorgänger gewesen, weil die Episoden, die mir im Anerzählt am besten gefallen haben, waren die Episoden, die gerne auch mal was Geschichtliches bearbeiten haben, die so eine abgeschlossene Anekdote hatten, wo ich dann auch manchmal so ein bisschen Audiokino versucht habe, mit Geräuschen und so. Also das waren die Episoden, die mir persönlich am meisten Spaß gemacht haben. Und ich habe den Anerzählt, dadurch, dass das ja ein täglicher Podcast war, zum Schluss schon sehr routiniert produziert. Also es war dann tatsächlich so, wenn ich noch eine Stunde Zeit hatte, mir dachte, verdammt, heute habe ich noch keine Folge gemacht, dann war das kein Problem, in einer Stunde die Folge fertig zu haben. Ich habe ja 100 Episoden für den Anerzählt produziert. Da war ich sehr routiniert und rechnete damit, dass der Fotomenschen-Podcast zwar mehr Aufwand sein würde, aber im Wesentlichen ähnlich routiniert abläuft. Die Wahrheit ist jetzt so, dass ich nicht mehr täglich, sondern einmal die Woche produziere, und gefühlt der Aufwand ein Vielfaches ist. Das fängt mit dem Finden des Materials an. Sich durch Bücher lesen macht einen Irrsinnsspaß, aber es kostet natürlich Zeit. Sich den roten Faden zu notieren und so weiter. Und das findet im Prinzip parallel über mehrere Themen hinweg statt. Also ich habe hier elektronische Notizsammlungen in OneNote und physikalisch in diversen Notizbüchern. Und was ich halt mache, ist, mich durch meine Bücher durchlesen und die je nach Interesse durchzublättern und dabei dann Sachen zu notieren. Und immer, wenn es kritische Masse gibt für eine Podcast-Folge, steigen die sozusagen in dieser Masse an möglichen Themen auf. Und wenn dann etwas reif genug ist, dann nehme ich das auf. Und darauf verbringe ich inzwischen fast einen Wochenendtag. Also wenn ich dann sage, ich gehe jetzt mal Podcast aufnehmen, und das ist dann so mittags.

I: Dann ward er nicht mehr gesehen.

B: Genau. Ich sitze dann von eins bis um vier oder fünf hier und nehme sowohl den Podcast auf, als mache auch die Produktion. Wobei, für die Produktion selber brauche ich nur eine halbe Stunde. Die reine Aufnahme ist dann das, was zum Teil drei, vier Stunden braucht. Das liegt einfach daran, dass ich erstens mal den Podcast nicht vorschreibe. Das werde ich auch öfter mal gefragt, ob ich den eigentlich vorformuliere und dann ablese. Das kann ich nicht. Das klingt einfach grottig. Also ich muss frei reden. Aber ich produziere den halt direkt. Das heißt, ich beschreibe denselben Sachverhalt in mehreren Sätzen, bis mir der Satz auch wirklich gefällt. Und dann gehe ich weiter. Aber das ist halt tatsächlich ein etwas länglicher Prozess. Und dafür, dass ich beim Anerzählt für eine 15-Minuteneopisode manchmal nur eine halbe Stunde gebraucht habe, bis ich die gemacht habe, ist es erstaunlich, dass ich hier jetzt für 15 Minuten manchmal drei, vier Stunden brauche. Ich würde sagen, netto verbrauche ich genauso viel Zeit wie beim Anerzählt, nur halt alles konzentriert auf eine Episode, statt auf fünf Episoden pro Woche. Und es macht einen enormen Spaß.

I: Der Steffen hat auch noch eine Frage gestellt. Die hat jetzt wiederum gar nicht unbedingt etwas mit dem Fotomenschen-Podcast an sich zu tun. Er hat sich nämlich einfach mal interessiert, ob du professioneller Fotograf werden wolltest, und ob du glaubst, dass dir das Fotografieren genauso viel Spaß gemacht hätte, wenn das wohl dein Beruf geworden wäre.

B: Also ich habe schon immer wieder mal den Gedanken, möchte ich vielleicht mal eine Ausstellung machen? Wäre es nicht schön, mal ein Studio zu haben. Aber ich würde dafür meinen Broterwerb nicht aufgeben. Sondern, ich würde das gerne wie eine Liebhaberei, wie ein Hobby, wie ein Kunsthandwerk verstehen, weil ich auch erstens glaube, nicht mehr viel Geld damit verdienen zu können. Ich glaube, es sind immer weniger Leute, die wirklich ernsthaft Geld damit verdienen können. Und ich glaube auch, dass das, was sich viele unter professioneller Fotografie vorstellen, wesentlich weniger glamourös ist, als man das gerne hätte. Also ich glaube, ein professioneller Fotograf verbringt mehr Zeit mit der Buchhaltung und mit der Akquise von Aufträgen, als mit dem eigentlichen Fotografieren. Und last not least habe ich dann auch noch über die Sorge, dass es in dem Moment, wo es mein Beruf wird, mir vielleicht ein bisschen die Freude und die Faszination nimmt. Ich möchte das gerne weiterhin mit der Liebe betreiben, die ich da reinstecke. Eine ganz ähnliche Frage wird mir auch immer wieder beim Podcasting gestellt. Tatsächlich werde ich immer wieder mal gefragt, ob ich damit nicht auch irgendwie Geld verdienen wollen würde, indem ich entweder gegen Bezahlung Produktionen begleite oder Schulungen mache. Und auch, wenn mir das Spaß machen würde, hin und wieder mal eine Produktion zu begleiten und eine Schulung zu machen, würde ich das, glaube ich, lieber pro Bono machen, als dafür Geld zu nehmen. Weil, in dem Moment, wo ich das machen muss, weil mein Unterhalt davon abhängt, mache ich das nicht mehr so ganz freiwillig. Dann mache ich es nicht mehr selbstbestimmt. Dann ist das nicht mehr das, womit ich mich auslebe, wenn ich eben nicht meine Brötchen verdiene.

I: Ja, dann also Abschlussfrage. Lieber Dirk: Womit können wir denn die nächsten 50 Folgen rechnen?

B: Mit mehr wilden, bunten Geschichten. Ich finde, die 200 Jahre, die es jetzt Fotografie gibt, es sind noch nicht ganz 200 Jahre, aber so grob, sind eine unglaublich interessante Periode in der Weltgeschichte. Man kann im Rahmen von Fotografiegeschichte immer auch erzählen, was auf der Welt alles so los war. Und das ist eine faszinierende Themen- und geschichtsreiche Zeit. Wir entwickeln uns alle zu Fotografinnen und Fotografen. Jede und jeder fotografiert tatsächlich inzwischen. Und das ist inzwischen von etwas, das nur ganz wenige, gut betuchte, wissenschaftlich gebildete Menschen machen konnten, zu etwas geworden, was wirklich überall präsent ist. Und ich glaube, da sind einfach noch hunderttausende faszinierende Themen drin versteckt. Ich werde das so lange machen, wie ich eine Faszination drin finde. Es kann sein, dass das irgendwo mal aufhört. Aber da ist im Moment noch kein Ende absehbar.

I: Nein. Nein. Da muss ich dagegenhalten. Da ist wirklich kein Ende absehbar. Wie gesagt, die letzten 13 Jahre.

B: Ja, also worauf darf man sich freuen? Mehr davon. Mehr Geschichten. Ich würde gerne, und mir persönlich kommt das im Moment noch ein bisschen zu kurz, mehr verstehen und erzählen über die Geschichte der Fotografie in Ländern, die uns nicht so nahe liegen. Also das ist tatsächlich auffällig. Es ist auffällig, wie sehr unsere westliche Perspektive auf Fotografie von westlichen, meistens auch noch Fotografen, oft noch nicht mal Fotografinnen geprägt ist. Aber es gab relativ früh Fotografie in Indien. Es gibt Fotografie in Japan. Die fotografische Kultur in Japan ist völlig anders als unsere. Es gibt Fotografie in Afrika. All diese Kontinente, all diese Regionen, all diese Länder haben einen eigenen kulturellen und geschichtlichen Hintergrund, von dem ich noch nicht genug verstehe. Aber wenn ich in die Zukunft von Fotomenschen schaue, möchte ich deren Geschichten auch mehr erzählen. Und das ist sozusagen meine Reise, immer tiefer runter in dieses Rabbit Hole. Und ich werde Leute mitnehmen, wo immer ich kann.

I: Ja, toll. Ich bin mir sicher, ich bin nicht die Einzige, die sich darauf freut.

B: Das vielleicht auch noch mal ganz kurz. Wir haben jetzt ganz viel über Fotografie und Fotografiegeschichte und wie es zu diesem Podcast kam gesprochen. Aber vielleicht möchtest du ja mal den Hörerinnen und Hörern beschreiben, wo du jetzt hier gerade sitzt, damit sie mal wissen, wie tief in diesem Podcast-Rabbit-Hole … #00:31:45# steckt.

I: Also was ihr wissen müsst da draußen, als wir in dieses Haus in Frankfurt gezogen sind, da hat der Dirk dieses Zimmerchen hier gesehen und sich gedacht, ha, das könnte mein Arbeitszimmer-, ah nein. Podcast-Zimmer, ah nein, (?abends) Fotografier-Zimmer werden. Und jetzt ist es ein drei in eins. Und wenn man sich hier so umschaut, sitzt man halt zwischen, ich weiß gar nicht, wie diese Dinger heißen, so Dämmmaterial.

B: Genau, so Schaumstoff zum Schallschlucken.

I: Genau, diese Schallschlucker, die wir natürlich in rot gekauft haben. Weil, man muss es wissen, Dirks Lieblingsfarbe ist rot.

B: Da bin ich übrigens voll gebrainwasht worden.

I: Wieso?

B: Ich habe letztens mit unserem jüngsten Sohn zusammengesessen und wir haben alte Familienalben durchgeblättert.

I: Ach ja.

B: Dirk als Baby. Und irgendwann war mal sehr offensichtlich, dass meine Mama anscheinend auf Rot stand. Weil, ich hatte rote Klamotten, rotes Spielzeug, rote Bettwäsche. Ich wurde von klein auf auf rot trainiert. 

I: Naja, also, jedenfalls weiß ich noch wie du vor mir standest und sagtest, die oder die? Und dann habe ich gesagt, na die in rot und grau. Und auf diesem ganzen Dämmmaterial sind inzwischen-, ich weiß nicht, wie viele Fotos das sind, draufgesteckt, die sich der Dirk ausgedruckt hat. Und wo sitzen wir davor? Vor natürlich zwei total hochprofessionellen Mikrofonen. Das geht ja nicht anders.

B: Ja. Also meine Man Cave, wie es so schön heißt, ist Podcast-, Foto- und Arbeitszimmer.

I: Ich könnte jetzt im Grunde meinen Arm ausstrecken und könnte einfach eine von den Kameras hier greifen.

B: Ja, die müssen immer in der Nähe sein. 

I: Zum Streicheln wahrscheinlich.

B: Zum Streicheln brauche ich die, genau.

I: Genau.

B: So ist das. Ja, dann vielen lieben Dank, dass du hier unseren Hörerinnen und Hörern eine Stimme gegeben hast und mir diese Fragen gestellt hast.

I: Ja, ich muss mich bedanken. Weil, da waren so viele spannende Fragen dabei, das fand ich jetzt auch sehr spannend, was du darauf wohl sagen wirst. Insofern, voll aus meiner Seele gesprochen, danke an alle, die Fragen geschickt haben. Und ganz besonders, wenn ich jetzt schon mal am Mikro sitze, möchte ich meinen Onkel in Brasilien grüßen und meine Tante in Düsseldorf, die auch regelmäßig diesen Podcast hören. Und darüber freue ich mich.

B: Genau, wir haben ja hier ein weltweites Publikum. Andere Podcaster machen ja sowas Hörerinnen- und Hörerkarten. Vielleicht sollte ich das auch mal anfangen, dass ich so eine Karte auch mache. Mal gucken, wie weit wir da kommen.

I: Ja, aber weißt du, jemanden im Radio zu begrüßen war schon immer mein Traum.

Fotomenschen.

Ich liebe Fotografie. Ich liebe Podcasterei. Aber beides liebe ich hauptsächlich deswegen, weil ich ganz großartige Menschen darüber kennenlerne. Und weil mir Twitter von allen Social-Media-Kanälen am meisten liegt, findet sich die größte Community und die meiste Interaktion auch dort. Und das ist jetzt hier mal eine Einladung. Der Twitter-Kanal Foto Menschen ist viel mehr als einfach nur Begleitung von diesem Podcast-Projekt. Ich veröffentliche da regelmäßig Fotozitate. Ich erinnere an Ereignisse aus der Fotogeschichte. Und einmal täglich mache ich auch einen Vorschlag für ein Bildthema. Und die Fotosammlungen, die darunter entstehen, sind einfach nur inspirierend. Vielen lieben Dank für das Mitmachen, ihr seid große Klasse. Ja, und jetzt noch ein Stückchen weiter im Text. Es gab ja auch noch Audiogrüße.

B2: Ja, Kopf noch etwas weiter nach unten.

B3: Soll ich vielleicht?

B2: Nein, nein, nein. Drehe dich mehr zum Scheinwerfer.

B3: So besser?

B2: Ja, besser. Flirte mit dem Objektiv.

B3: Das habe ich jetzt schon 50-mal versucht, und ich bin immer noch nicht berühmt.

B2: Warte es ab, wenn wir erst in einem der nächsten 50 Folgen von Dirks Podcast erwähnt werden, hat sich der Stil etabliert.

B3: Werde ich dann berühmt?

B2: Ich schicke Dirk einen Abzug, der soll das beurteilen. Immer die Models, die berühmt werden wollen. Dabei hat doch der Fotograf die ganze Arbeit.

B3: Liebe Grüße von den Audiodidakten.

B2: Und herzlichen Glückwunsch zum 50.

Ja, die Audiodidakten. Das sind Marius und Simon, die uns alle im Podcast, Die Audiodidakten, auf ihrer Reise zur Podcasterei mitnehmen. Das macht einen enormen Spaß, sich das anzuhören. Und ich war auch schon zweimal zu Gast. Link, könnt ihr euch denken, wie immer in den Notizen zur Sendung. Ansonsten danke in das Vertrauen in die Karriereplattform Fotomenschen. Ich warte jetzt mal gespannt auf den Abzug, bevor ich das beurteile, ob es Weltruhm reicht.

B4: Happy Birthday an die Fotomenschen, die werden 50. Jedes Wochenende warte ich immer darauf, ob der liebe Dirk mir noch irgendwas zu einem berühmten Foto erzählen kann, wo ich eigentlich dachte, da kenne ich sowieso schon alles drüber. Oder über eine der Fotografinnen, die es in der Geschichte genauso gab, über die eigentlich sowieso viel zu wenig bekannt ist. Oder über irgendwelche Aspekte in der Fotografie, die ich so noch gar nicht kannte. Stichwort Geisterfotografie. Kann aber auch sein, dass ich zwei oder drei Tage später bei irgendeinem Verlag wieder Geld ausgeben muss für irgendeinen interessanten Fotoband von einem Fotografen, den du mir empfohlen hast. Ich danke dir sehr für diesen Podcast. Und auf die nächsten 50. Tschüss.

Ja, lieber Jürgen. Lieben Dank für deinen Gruß. Und ja, was deine Beschwerde angeht, dass du Fotobücher kaufen musst, nachdem du von mir neugierig gemacht wurdest. Ich schätze, das heißt, mein Podcast tut genau, was er soll.

B5: Moin Dirk. Matthias hier vom Fotolinsen-Podcast. Wir wollen dir ganz herzlich zum ersten Geburtstag und zur 50. Folge gratulieren. Mach einfach weiter so mit deinen Fotomenschen. Wir haben natürlich eine Frage an dich. Wie schaffst du es, immer wieder so spannende und vor allem gut recherchierte Themen für deinen Podcast aufzubereiten? Wir vermuten ja, dass du irgendwo in Frankfurt ein Kellerbüro angemietet hast, und dort viele kleine Helfer für dich arbeiten. Oder müssen wir etwa unser Zeitmanagement überarbeiten? Viele Grüße, deine Fotolinsen Matthias, Holger und Chrissi.

Ja, die Fotolinsen. Ein unglaublich kreativer Haufen. Und meine Podcast-Kernfamilie. Ich freue mich jedes Mal, wenn mir mein Podcatcher eine neue Folge vom Foto Linsen-Podcast zeigt. Einfach, weil ich euch so gerne zuhöre. Aber auch sonst verbindet uns derselbe Spieltrieb. Als ich auf die Idee kam, sich spontan mal auf (?Fit) im (?Fitivers) zu treffen, zack, ihr wart dabei. Als ich eine virtuelle 3-D-Ausstellung entworfen habe, habt ihr sie euch angeguckt und kommentiert. Jeden Tag, wenn ein neuer Fotovorschlag auf Twitter rausrauscht, darf ich sicher sein, dass Chrissi, Holger oder Matthias einen Beitrag dazu abwerfen. Ich lese Holgers Blog mit Gewinn. Ich mag Chrissis Schwanenfotos. Und Matthias: Bienchen und Blümchen sind super. Was eure Frage angeht, das ist ganz einfach. Die Zeit in meinem Arbeitszimmer läuft einfach langsamer als überall sonst. Und dann klappt das. Oder mal ein bisschen ernsthafter geantwortet: Ich glaube, das ist eine Mischung aus, meine Kinder sind groß genug, dass ich mich nicht dauernd um sie kümmern muss, mein Job war schon immer so gebaut, dass ich viel von daheim aus arbeiten konnte und mir meine Zeit frei einteilen kann. Und nach, was sind es jetzt, acht Jahren oder so, Podcasterei, bin ich auch so routiniert, dass eine Episode aufnehmen, schneiden und veröffentlichen wirklich kein Ding mehr ist. Der ganze Rest, der entsteht sowieso in meinem ganz normalen Alltag. Ich lese einfach jeden Tag. Ich fotografiere jeden Tag. Und dann rede ich halt einfach auch gerne.

B6: Hallo Dirk, erst einmal herzliche Glückwünsche zur 50. Folge. Ich hoffe, mein Beitrag kommt hier rechtzeitig. Ich bin, glaube ich, mal wieder sehr knapp. Aber was mich mal interessieren würde, ob du in deiner Recherche irgendwo mal in eine Sackgasse geraten bist? Sprich, du konntest dann mit dem Thema nichts mehr anfangen. Hast vielleicht vorher was gesammelt und bist aber dann auf andere Dinge gestoßen, kam aber dann nicht mehr weiter. So weit, dass du eigentlich auch mit dem Thema nichts mehr anfangen konntest. Meine zweite Frage ist, was war denn deine schönste Episode bisher? Bis dann, ciao.

Ja liebe Silke. Das gibt es tatsächlich. Was mir immer wieder mal passiert ist, dass ich anfange, einen Fotograf oder einer Fotografin hinterherzurecherchieren. Denn deren Werke sind halt manchmal interessant. Aber, und das ist ein großes aber, wenn ich keine Themen finde, die so interessant sind, dass sie auch Menschen ohne Fotografiehintergrund interessiert, dann sind sie für mich Podcast nun mal nicht verwertbar. Also ich kann die Fotos großartig finden, ich kann die Person an sich sympathisch finden, aber ich brauche dann auch noch die interessante Geschichte. Und nicht jeder Lebenslauf ist an sich spannen. Also der Fotomenschen-Podcast will kein Lebenslaufpodcast sein. Und auch beim Fotografieren, finde ich, gehört mehr dazu als einfach nur, für sich genommen, eine gute Fotografie zu sein. In solchen Fällen gebe ich aber immer nur vorübergehend auf. Das heißt, solche Recherchen sind dann in Teilen in meinen Notizbüchern oder in OneNote abgelegt. Und ich könnte eventuell später wieder darauf zugreifen, wenn sich denn weitere Details ergeben oder wenn ich einen Zugang zu einer Geschichte finde. Deine zweite Frage war ja die nach der schönsten Episode, und die habe ich ja schon mal versucht zu beantworten. Es gibt Episoden, die stehen meiner Meinung nach raus. Ein Beispiel dafür ist die Episode über Napalmgirl, die ich vor fünf Wochen aufgenommen habe. Die ist, glaube ich, eine der gelungeneren und eine besondere Thematik. Die Episode um (?Leonard) Niemoy liegt mir deswegen am Herzen, weil sie viele überrascht. Weil Leute nicht wissen, dass der Darsteller von Mister Spock im Raumschiff Enterprise zuerst und bis zu seinem Lebensende Fotograf war. Und die Schauspielerei einfach nur eine von den vielen kreativen Dingen war, die er gemacht hat. Die Episode gewollte Romantik, wo es um zwei nebeneinander gehaltene Kussfotos geht, mag ich sehr, denn die stellt viele sehr grundsätzliche Fragen. Und ich glaube, die Menschen sind sich nicht bewusst, was sie auf diesen Fotos eigentlich sehen. Das ist etwas, das zieht sich wie so ein roter Faden durch meinen ganzen Podcast. Die Feststellung, dass die Leute glauben, sie wissen was sie sehen. Und ein Bild sage ich ja mehr als 1000 Worte. Und in Wirklichkeit geht ohne Kontext, ohne zusätzliche Informationen, gar nichts. Ja, wie schon vorhin, nicht eine Lieblingsepisode, sondern ganz viele. Da wäre ich übrigens umgekehrt auch mal neugierig. Habt ihr denn, liebe Hörerinnen und Hörer, habt ihr eine Lieblingsepisode? Von den 50, die ich bis jetzt gemacht habe, welche stechen raus? Lasst es mich doch mal wissen. Und weil Silkes Gruß der letzte von den eingeschickten Audiogrüßen ist, hier auch nochmal gerade der Hinweis, ihr könnt es mich wissen lassen, indem ihr auf Fotomenschen.net vorbeisurft und einen Kommentar unter der Sendung hinterlasst. Oder ihr schickt mir eine E-Mail an Mail@fotomenschen.net. Oder ihr surft auf Twitter unter @Fotomenschen vorbei und beteiligt euch da an den vielen Diskussionen. Oder schreibt mich dort direkt an. Ansonsten gilt wie immer, wer den Podcast gut findet und das Projekt unterstützen möchte, empfiehlt ihn weiter. Podcasts wachsen durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Und Fotomenschen ist keine Ausnahme. Und es gibt Netzwerke, auf denen bin ich selbst überhaupt gar nicht aktiv. Etwa auf Facebook. Ja, und damit noch mal einen lieben Gruß an alle, die jetzt mitgemacht haben. Ich zähle euch jetzt nicht auf. Denn ich würde garantiert irgendjemanden vergessen. Aber ich habe mich riesig über jede einzelne der eingeschickten Fragen gefreut. Bis bald.

1 Response

  1. Steffen sagt:

    Hab mir den 3. März 2030 schon mal frei gehalten. Tolle Folge. Keine Fragen mehr offen. Vielen Dank, vor allem an die Community. Und ja, auf jeden Fall mehr östlichere und südlichere Gegenden nehmen, super Plan.

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