Fotofälschung – Fotomenschen https://fotomenschen.kopfstim.me Geschichten über das Sehen. Wed, 26 Apr 2023 16:59:49 +0000 de hourly 1 https://fotomenschen.kopfstim.me/wp-content/uploads/sites/8/2020/08/cropped-favicon-fotomenschen-32x32.jpg Fotofälschung – Fotomenschen https://fotomenschen.kopfstim.me 32 32 Fakt trifft Fiktion – The Book of Veles https://fotomenschen.kopfstim.me/the-book-of-veles/ Mon, 04 Jul 2022 16:15:27 +0000 ====> 30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera <====

Eine wahre Geschichte über eine Fake Reportage über einen echten Ort aber mit Fake Akteuren und einem aus echten Texten generierten Fake Essay…

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Transkript

Als sich der Norweger Jonas Bendix 1996 mit gerade mal 19 Jahren bei der Londoner Niederlassung
der Fotoagentur Magnum um eine Praktikumsstelle bewarb, rechnete er wahrscheinlich nicht damit,
später einmal selbst zu diesem erlauchten Fotoklub zu gehören.
Und er hätte es wahrscheinlich auch nicht für möglich gehalten, dass ausgerechnet
er es sein würde, der diesen Tempel des Fotojournalismus mit einer von vorne bis hinten zusammengefakten
Fotostory testen würde.
Foto Menschen
Für die heutige Geschichte gehen wir ins Jahr 2017.
In den USA regiert Donald J.
Trump als 45.
Präsident der Vereinigten Staaten.
Und worüber regt er sich am meisten auf?
Genau, über das hier.
Natürlich in seinem Fall war alles Fake News, was ihn kritisierte oder ihm nicht zustimmte.
Aber allgemein an Fake News mangelte es jetzt in der Zeit wirklich gar nicht.
Es fiel genau in Trumps Amtszeit, dass die Welt zusehen musste, wie die Produktion und
Verbreitung von Falschmeldungen geradezu industrielle Ausmaße annahmen.
Die Masche war dabei denkbar einfach.
Man nahm echte Nachrichten von echten Nachrichtenwebsiten, verkürzte die, schrieb die zum Teil um, packte
irgendwelche zufällig ausgewählten Fotos dazu, klatschte das Ganze auf eine Webseite
mit ähnlichem Design und verteilte Links auf diese Meldungen im Internet.
Je besser die Meldungen ausgewählt waren und den Nerv der sowieso schon aufgeregten
Twitter- und Facebook-Community trafen, umso mehr Besucher kamen vorbei, umso mehr Werbeeinnahmen
ließen sich erzielen, umso mehr wurden diese Meldungen weiterverbreitet.
Oftmals mit viel mehr Reichweite als die Originalmeldungen.
Als man versuchte herauszufinden, woher diese Seiten überwiegend kamen, kristallisierte
sich ein überraschendes Epizentrum heraus.
Die Stadt Veles in Nordmazedonien.
In der osteuropäischen Stadt hatten sich anscheinend gleich mehrere Gruppen dazu entschlossen,
das lukrative Feld der Fake-News-Verteilung für sich zu beackern.
Und Jonas Bendixen verfolgt mit einiger Faszination die Artikel, die über diese Stadt geschrieben
werden.
Sogar Obama erwähnte die Stadt.
Da sitzen ein paar Teenager in Nordmazedonien, in einer Stadt, in der es nicht viel anderes
zu tun gibt, als sich im Internet nach Einkommensquellen umzuschauen und beschließen, Artikel zu veröffentlichen
und Werbeeinnahmen zu generieren, und sind plötzlich ein Thema für die amerikanische
Politprominenz und zwingen die großen Tech-Konzerne, ihre Vorgehensweise zu ändern.
Das wiederum fasziniert Jonas Bendixen.
Und der beginnt zu recherchieren.
Und wie das so oft ist, wenn man erstmal anfängt, einer Geschichte hinterher zu recherchieren,
dann wird das Internet auch schnell mal zum Rabbit Hole.
Im Falle der Stadt Veles entdeckt Jonas, dass es eine „slawische Gottheit“ desselben
Namens gibt.
Und das ist nicht irgendein Gott, das ist einer der wichtigsten Götter der slawischen
Mythologie.
Er ist Gott der Fruchtbarkeit und der Magie, Herrscher über das Totenreich, Gott der Erde
und wird als gehörnte und bärtige Schlange dargestellt.
Außerdem, und das war jetzt der Teil, der Bendixen faszinierte, war es auch der Gott
des Chaos und der Täuschung.
Er konnte seine Gestalt verändern und spielte eine ganz ähnliche Rolle, die man von dem
nordischen Gott Loki kennt.
Wir haben also eine Stadt, in der Fake News verbreitet wird, mit dem Namen eines Gottes,
dessen Mythologie zu nennenswerten Teilen daraus besteht, dass er Leute täuscht.
Jonas Bendixen recherchiert weiter und er entdeckt Berichte von einem antiken Manuskript,
in dem die Geschichte des Gottes Veles aufgezeichnet worden sein soll.
Sie wird 1919 von einem russischen Armeeoffizier entdeckt, der das aber weder lesen noch übersetzen
kann und sich deswegen an einen russischen Wissenschaftler wendet, der den kompletten
Text ins moderne Russische überträgt.
Bis heute glauben viele, dass dieser Text einer der ältesten Texte der slawischen Welt
überhaupt ist und besonders in Esoteriker-Kreisen oder auch in slawisch-nationalistischen Kreisen
ist der Text praktisch heilig.
Gäbe es da nicht dieses kleine Problem, dass der Stand der modernen Forschung davon ausgeht,
dass der komplette Text von dem russischen Wissenschaftler und dem russischen Offizier
gefälscht worden war?
1973 wird das Ganze von einem Studenten der Ohio State University übersetzt.
Der hatte von den Zweifeln an dem Text damals noch keine Kenntnis und nahm das alles ernst.
Als seine Übersetzung herauskam, war die durchzogen mit Fußnoten und Hinweisen auf
die Relevanz des Textes.
Der Student hatte alle möglichen Querverbindungen entdeckt und ihm war nicht aufgefallen, dass
der Text eigentlich eine Fälschung war.
Der Gott der Täuschung, eine Stadt, die Fake News produziert, ein gefälschtes Manuskript
eines angeblich antiken Textes, das für bare Münze genommen wurde.
Jonas Benediktsen beschloss, daraus ein Fotoprojekt zu machen.
Wie lange, fragte er sich, wird es wohl dauern, bis fotojournalistische Projekte auftauchen,
die keine Grundlage in der Realität haben?
Wir leben im Zeitalter von Deepfakes und computergenerierten Grafiken.
Und so beschließt er, genau diese fotojournalistische Arbeit zu machen und zu testen, wie lange
es denn dauern wird, bis jemand Verdacht schöpft.
Jonas Benediktsen ist Fotograf und kein CGI-Artist, also musste er sich Kenntnisse aneignen.
Er wollte wissen, wie kann er denn fotorealistisch computergenerierte Grafiken in eine fotografische
Szene montieren?
Wo lernt man sowas am besten?
Klar, auf YouTube.
Er schaute Tutorials für Software, die die Filmindustrie oder die Computerspieleindustrie
jeden Tag verwenden und experimentierte mit ersten Bildern.
Für diese Software gibt es meistens Online-Marktplätze, auf denen man Modelle kaufen kann.
Und so kaufte er Modelle für Menschen und verbrachte so einiges an Zeit damit, die anzupassen
und zu kleiden.
In einem Interview sagt er scherzhaft, er hat sich deutlich mehr Zeit mit der Kleidung
seiner Avatare für sein Foto-Projekt beschäftigt, als er jemals in seine eigene Kleidung investiert
hat.
Als nächstes dann buchte er Flüge nach Veles.
Er wollte eine glaubwürdige Fotoreportage über diesen Ort fertigen und deswegen beschloss
er, dass die Hintergründe tatsächlich aus Veles sein müssten.
Zum ersten Mal in seiner Laufbahn als Fotograf kam es ihm beim Fotografieren eben gerade nicht
drauf an, Menschen anzutreffen.
Aber er wollte eine Optik erzeugen, die aussah, als hätte er eines seiner typischen Projekte
gemacht.
Als hätte er einigermaßen ordentlichen Zugang und ein paar Wochen Zeit gehabt und sich wirklich
den Menschen vor Ort genähert.
Er machte zwei solche Trips, den letzten gerade mal eine Woche, bevor es weltweit zu Lockdowns
wegen dem Coronavirus kam.
Ja und jetzt, daheim, hat er alle Zeit der Welt, um sein Projekt fertig zu machen.
Sein nächster Schritt, aus diesem Fotomaterial wollte er ein Buch fertigen.
Und in einem Buch, da muss natürlich auch Text stehen.
Und auch hier wählt er einen ungewöhnlichen Weg.
Er findet online ein frei trainierbares System zur Generierung von Text.
Die Idee solcher Systeme ist, dass man ihnen Trainingsmaterial gibt, das dem angestrebten
Zieltext entspricht.
Will ich also Produktbeschreibungen haben, müssen Produktbeschreibungen rein.
Will ich Gedichte haben, die wie Shakespeare klingen, naja, dann füttern wir doch mal Shakespeare.
Jonas Bendixen nimmt jetzt die Artikel, die über Veles weltweit geschrieben worden waren
und führt sie diesem Bot zu.
Um denen dann einen Text für das Buch über Veles verfassen zu lassen.
Auf die Art erzeugt er einen 5000 Worte langen Essay, den er nur aus den Ausgaben dieses
Bots zusammen kopiert.
Ganz ähnlich geht er vor, um Zitate für die angeblich in seinen Fotos zu sehenden
Leute zu erzeugen.
Es gab ja eine Menge echter Zitate aus den anderen Artikeln und die wirft er ebenfalls
in die AI und lässt sich neue Zitate erzeugen.
All das kombiniert er und lässt es aussehen, als wäre es eine authentische Jonas Bendixen
Arbeit und produziert ein Buch.
Der Titel „The Book of Veles“, derselbe Titel, den das angebliche Manuskript trug.
Dabei geht er davon aus, dass es garantiert nicht lang dauern wird, bis die Ungereimtheiten
in seinen Bildern auftauchen werden.
Es ist ja nicht so, dass er nicht genügend Hinweise in seinen Bildern versteckt hätte.
Beispielsweise scheint die Stadt Veles eine ungewöhnlich hohe Bärenpopulation zu haben.
Und der Bär tauchte da auch nicht von ungefähr auf, denn der Bär war die Lieblingsgestalt
des Gottes Veles, des Gottes der Täuschung.
Aber selbst wenn einem der Bär entgangen war, gab es noch genügend andere Hinweise,
die Jonas zuversichtlich machten, dass dieses Buch den Test der Profis nicht lange würde
standhalten können.
Für den Fall der Fälle hatte er seinen Verleger auf jeden Fall schon mal informiert und er
hat sich selber als Regel gesetzt, die Presse daran zu hindern, seine Arbeiten zu veröffentlichen.
Er wartete und wartete, amüsierte sich über Komplimente für den Essay in dem Buch, lehnte
Anfragen der Presse ab und beschloss dann, noch einen draufzulegen.
Er reichte seine Arbeit bei dem angesehenen Fotojournalismus-Festival Visar pour Limage
in Frankreich ein.
Und die akzeptierten die Arbeit nicht nur, sondern baten ihn, im Programm einen Vortrag
über seine Arbeit zu halten.
Als weitere Wochen ins Land zogen, ohne dass irgendjemand seine Arbeit ernsthaft in Frage
stellte, beschloss er, selbst an seinem Ruf zu sägen.
Aber passend zu dem Projekt konnte er das natürlich nicht einfach selbst veröffentlichen.
Er wollte demontiert werden.
Und so kaufte er sich einen künstlich gealterten Social Media Avatar.
Für ca.
40 Dollar, sagt er.
Eine junge Dame, die angeblich aus Nordmazedonien stammte, mit dem klangvollen Namen Chloe Miskin.
Sie hatte eine Twitter Präsenz, ein Facebook-Profil.
Alles was ihr fehlte, waren die richtigen Kontakte.
Und an denen begann Jonas jetzt für ein paar Wochen zu arbeiten.
Nicht lange und Chloe war mit über 600 Leuten aus der fotojournalistischen Szene befreundet.
Der Plan?
Chloe sollte ihn demontieren.
Der richtige Zeitpunkt?
Kurz nach seinem Vortrag auf dem Festival.
Er hielt also seinen Vortrag und kurz darauf fing Chloe an, sich über die Qualität seiner
Arbeit aufzuregen.
Er hätte Leute gekauft, die in den Bildern zu sehen waren, schrieb sie auf Facebook.
Jonas ging davon aus, dass wenn jemand erstmal anfängt, öffentlich Zweifel zu äußern,
schon irgendjemand die Arbeit genauer unter die Lupe nehmen würde.
Umso erstaunlicher, dass Chloe nicht ernst genommen wurde und sich sogar einzelne damit
Beschäftigten Chloe zu widersprechen und mit ihr zu streiten.
Vielleicht ist Facebook nicht das richtige Social Network, denkt sich Jonas und lässt
Chloe auf Twitter los.
Und endlich steigt jemand auf den Verdacht ein.
Ein Twitter Nutzer bemerkt, dass Kleidung in den Fotos anscheinend mehrfach verwendet
wurde.
Und diesem ersten Verdacht folgen da natürlich andere und bieten Jonas damit endlich die
Möglichkeit, offen über sein Projekt und die wahren Hintergründe zu sprechen.
Monate nach Veröffentlichung.
Was machen wir jetzt aus dieser ganzen Geschichte?
Ich find’s spannend festzustellen, dass die Menschen zwar einerseits aufgewachsen sind
mit dem Wissen darum, dass es Photoshop gibt und dass Fotos nicht immer das zeigen, was
sie vorgeben zu zeigen.
Und gleichzeitig wollen wir immer noch auf Teufel komm raus glauben, dass Bilder die
Wahrheit und die Realität zeigen.
Es ist irgendwie auch tragisch, dass wir in über 180 Jahren Fotogeschichte immer noch
nicht gelernt haben, zwischen Fakt und Fiktion zu unterscheiden.
Und dabei sind wir ja jetzt am Anfang einer nicht aufzuhaltenen Entwicklung.
Jonas Bendixen hat uns vor Augen geführt, wie einfach es eigentlich ist.
Denn er ist weder Computerspezialist noch Computergrafik-Nerd.
Er hat sich mit Hilfe von YouTube ein paar frei erhältliche Softwareprodukte erklären
lassen und danach Bilder produziert, die die weltweite Community der Fotojournalisten für
bare Münze genommen hat.
Er ließ ein Essay von Künstlicher Intelligenz schreiben und Leser*innen hielten das für
authentisch.
Was lernen wir daraus?
Wir müssen kritischer werden.
Wir dürfen Bildern nicht einfach pauschal vertrauen.
Und außerdem lerne ich daraus, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis wir um uns rum
Texte und Medienprodukte haben, die verdammt authentisch aussehen werden.
Foto Menschen
Ich habe mir eine signierte Fassung dieses Buchs bestellt.
Denn ich finde die Geschichte und den Prozess hinter „The Book of Veles“ durch und durch
faszinierend.
Außerdem gefallen mir die Fotos, die ich bisher davon gesehen habe.
Jonas Bendixen sagt selbst, dass er für diese Fotos im Prinzip neu lernen musste, wie ein
typisches Jonas Bendixen-Foto aussieht.
Immerhin musste er im Computer Lichtsituationen nachbilden und sich überlegen, wie hätte
er denn Menschen fotografiert in Veles, wenn er sie denn angetroffen hätte.
Ich glaube, dass es ein Buch, das Geschichte geschrieben hat.
Außerdem enthält es schöne Fotografie.
Aber das ist vielleicht mal eine Diskussion für einen anderen Tag, warum ich glaube,
dass auch solche Montagen durchaus fotografische Werke sind.

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Der erste Fotofälscher der Geschichte? https://fotomenschen.kopfstim.me/der-erste-fotofaelscher-der-geschichte/ Sat, 23 Oct 2021 19:11:07 +0000 ====> 30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera <====

Hippolyte Bayard ging in die Fotogeschichte ein, aber anders als er es verdient gehabt hätte.

Siehe auch hier im Podcast:

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Transkript

3 Männer, so lernt man im Geschichtsunterricht, stehen allgemein am Anfang der Fotografie: Joseph Nicéphore Niépce, Louis Daguerre und Henry Fox Talbot. 

Aber eigentlich gab es da noch einen vierten Mann, er hatte ein fotografisches Verfahren ungefähr zur selben Zeit wie Daguerre entwickelt, er hat die erste fotografische Ausstellung der Welt veranstaltet und war womöglich sogar ein bisschen früher dran. Und trotzdem kennen wir ihn nur noch als den ersten Fotofälscher der Geschichte.

Louis Daguerre stellte am 19 August 1839 vor der französischen Akademie der Wissenschaften sein ganz bescheiden Daguerreotypie genanntes Verfahren vor, dass Frankreich dann der Welt zum Geschenk machte. Ein Mann namens Niépce hatte zuvor mit Daguerre zusammengearbeitet und auch er hatte ein Verfahren entwickelt, dass man heute als Anfang der Fotografie bezeichnen würde. Und dann war da noch in Großbritannien ein Mann namens Henry Talbot, der ebenfalls ein fotografisches Verfahren entwickelte.

All diese Verfahren  entstanden ungefähr zur selben Zeit und alle drei kombinierten mehrere Methoden miteinander, die die Menschheit zum Teil schon seit Jahrtausenden kannte.

Nämlich die Kamera Obscura, die dunkle Kammer, in der sich Bilder projizieren ließen und lichtempfindliche Chemikalien, die wir auch schon etwas länger kannten und die Möglichkeit Bilder zu fixieren, also den Prozess der Veränderung durch Sonneneinstrahlung aufzuhalten.

Und alle drei Männer profitierten von dieser Erfindung. Gut. Niépce war selbst schon tot zum Zeitpunkt als Daguerre sein Verfahren vorstellte aber seine Nachkommen profitierten davon, denn ihnen wurde eine Ehrenrente zugesprochen. Daguerre selbst hatte nach dieser Erfindung ausgesorgt, die französische Regierung kaufte sich das Recht diese Technologie der Welt zum Geschenk zu machen und das war ein lohnendes Geschäft. Außerdem hatte Daguerre dafür gesorgt, dass zwar die Welt dieses Geschenk bekam aber Großbritannien gehört ja irgendwie nicht ganz zur französischen Welt und deswegen kostete das Verfahren dort nach wie vor Lizenzgebühren. Ein praktisches Zusatzeinkommen. Ein Beispiel dem Henry Fox Talbot folgte und ebenfalls Gebühren verlangte und außerdem gleich noch ein Unternehmen aufbaute mit dem er sich um Drucke und Entwicklung von Bildern kümmerte. 

Es lohnte sich also sehr einer der Väter der Fotografie zu sein und das war den beteiligten Männern auch bewusst. Die Entwicklung an sich war eine technische und wissenschaftliche Errungenschaft. Und gerade in Frankreich stand Wissenschaft hoch im Kurs. Daguerre war Geschäftsmann und er war hervorragend vernetzt. Da wundert es auch gar nicht, dass er sofort wusste, wem er seine neue Entwicklung zeigen musste. Er machte also eine Auswahl von Aufnahmen und begann, sowohl sein Verfahren als auch diese Aufnahmen einem kleinen Kreis von hochrangigen Politikern und Wissenschaftlern zu zeigen. Und er machte auch keinen Hehl daraus, dass er sich auf der Suche nach einem entsprechenden  Finanzierungsmodell befand.

Einer seiner Bekannten war der damals weltbekannte Wissenschaftler Dominique Francois Arago. Seit 1830 leitete Arago die französische Sternenwarte und er war bekannt für sein Interesse an Magnetismus und optischen Gesetzen, damit war er auch ein natürlicher Ansprechpartner für Daguerre. Und ihm war sofort klar, welche enorme Bandbreite die Anwendungsmöglichkeiten dieser neuen Technologie, die  Daguerre ihm anschaulich vorführte haben würde. Arago versprach also zu vermitteln. Die Idee: Der französische Staat würde diese Technologie lizensieren und der Welt verfügbar machen. Er, also Arago, und natürlich die Väter dieser Technologie würden entlohnt werden. Und genauso lief das dann auch. Daguerre bekam vom französischen Staat eine monatliche Rente von 6000 Franc zugeschrieben. Das entspricht heute über 12000 Euro im Monat und sein Mitentwickler Niépce war zwar nichtmehr am Leben, aber dessen Enkelsohn bekam dann an seiner Stelle eine lebenslange Rente von 4000 Franc, also ungefähr 8000 Euro im Monat. Fürstlich. Und Summen, die einen dritten, nämlich Hyppolite Bayard, rasend machten.

Denn auch er hatte ein fotografisches Verfahren entwickelt, und auch er war bei Arago vorstellig geworden und hatte darum geworben sein Verfahren der Akademie der Wissenschaften vorstellen zu dürfen. Und Arago hatte mit Verweis auf ein anderes Verfahren abgelehnt. Pikanterweise war zu der Zeit eigentlich Bayard im Vorteil, denn Bayard hatte sein Verfahren schon durchgehend beschrieben und er konnte Fotos nicht auf Metall mit Quecksilber entwickeln, sondern er hatte ein Verfahren erarbeitet, mit dem sich Fotografien auf Papier festhalten ließen. 

All das passiert im Mai 1839, Arago wusste zwar von Daguerres angeblichen erfolgen, aber er hatte noch keine Beschreibung des Prozesses und noch keine Vorführung gesehen. Allerdings kannten sich die Männer schon länger und Arago hatte seinen Einfluss bereits für Daguerre geltend gemacht. Es sei das überlegene Verfahren. Während also Francois Arago Vorbereitungen trifft um Daguerre vor der französischen Akademie der Wissenschaften auftreten zu lassen, versucht Bayard Fakten zu schaffen. Sein Verfahren nennt er „photogenic Drawings“ und erzeugt 30 Bilder, die er dann in der weltersten Fotoausstellung am 24 Juni 1839 der staunenden Pariser Öffentlichkeit vorführt. 

Daguerre selbst wird sein Verfahren erst einen Monat später amtlich beglaubigt bekommen, während Bayard schon Ausstellungen bestückt. Aber hier zeigt es sich was es wert ist, wenn man mit den richtigen Männern bekannt ist. Arago lässt sich nicht beirren und am 19 August stellt dann Daguerre hochoffiziell sein Verfahren der Akademie der Wissenschaften vor und bekommt ein Patent zugestellt. Mit der Unterstützung der Akademie und dem französischem Staat wird die Patentschrift in kürzester Zeit in 8 Sprachen übersetzt und in der Welt verteilt. 

Bayard war gescheitert. Und das muss besonders bitter gewesen sein, weil für Hyppolite Bayard die Entwicklung dieses Verfahrens die Krönung einer Lebensreise gewesen war. Als kleiner  Junge war er schon davon fasziniert gewesen, dass sein Vater mit einer lichtdichten Schablone ein Logo auf Obst aufbringen konnte. Deckt man nämlich bestimmte Stellen von Äpfeln oder Pfirsichen ab, dann reifen die an dieser Stelle etwas weniger und haben deswegen einen „Aufdruck“ auf der Schale. Und ab jetzt versuchte Bayard diesen Mechanismus zu ergründen.

Wie Daguerre war auch er eigentlich Maler und er galt als vielseitig begabt. Aber anders als Daguerre war die Malerei für ihn kein Geschäft, sondern reine Freizeitbetätigung, seinen Lebensunterhalt verdiente er als Finanzbeamter und Justiziar. Aber in seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Chemie, Physik und Malerei. Und die verschiedensten Möglichkeiten Zeichnungen durch Licht anzufertigen hatten es ihm ganz besonders angetan. Und so gehen auf sein Konto gleich eine ganze Reihe von ganz verschiedenen fotografischen Verfahren. Er kannte eine Möglichkeit Papier lichtempfindlich zu machen und trotzdem trocken zu transportieren und zu lagern. Er kannte Möglichkeiten Bilder als positiv zu erzeugen, also direkt fertig auf Papier,  experimentierte aber auch mit Alternativen, bei denen ein negativ erzeugt wurde, was besonders nützlich war um daraus Vervielfältigungen zu erstellen. 

Spannenderweise verschwindet auch Daguerre aus unserer Wahrnehmung, kaum dass ihm dieser eine große Triumph zu Teil geworden war, während Bayard ein ganzes Leben lang Fotografie machen wird. Aber ich greife vor.

Wir sind immernoch im Jahr 1839, obwohl Bayard eigentlich schneller gewesen war und obwohl die Pariser Öffentlichkeit seine Werke schon bestaunt hatte, als Daguerre noch nichtmal ein Patent angemeldet hatte, geht er also leer aus. Er nimmt mehrere Folgeanläufe um die Akademie der Wissenschaften zu Überzeugen, dass auch er eine Zuwendung verdient hat aber er beißt auf Granit. Also entscheidet er sich zu einem radikalen Schritt und macht etwas für  das er bis heute bekannt ist, er setzt sich in sein Studio und macht ein Selbstportrait. Und auch das ist eine Pionierleistung, soweit wir wissen ist es das erste Portrait überhaupt oder zumindest das erste Selbstportrait dass erhalten geblieben ist. Daguerre kann für sich beanspruchen das erste Bild eines Menschen gemacht zu haben, es gibt eine Aufnahme aus einem Dachfenster heraus wo man einen Schuhputzer erkennen kann. Einfach weil der immer am selben Fleck gestanden war. 

Bayard nun setzt sich ganz absichtlich vor die Kamera und inszeniert sich als eine Wasserleiche, links neben ihm sieht man einen großen Strohhut, den man wiedererkennen konnte, wenn man seine Werke bisher schon gesehen hatte. Rechts von ihm steht eine Statue. Er schickt dieses Bild an die Akademie der Wissenschaften, auf der Rückseite ist folgender Text zu lesen: 

„Die Leiche des Mannes, die Sie umseitig sehen, ist diejenige des Herrn Bayard.

Die Akademie, der König und Alldiejenigen, die diese Bilder gesehen haben waren von Bewunderung erfüllt, wie sie selber sie gegenwärtig bewundern, obwohl er selbst sie mangelhaft fand. Das hat ihm viel Ehre aber keinen Pfennig eingebracht, die Regierung, die Herrn Daguerre viel zu viel gegeben hatte, erklärte nichts für Herrn Bayard tun zu können. Da hat der Unglückliche sich ertränkt. Hyppolite Bayard, 18 Oktober 1840.“

Das Bild wirkt aus heutiger Sicht einigermaßen bizarr, allerdings war es mehrere Dinge gleichzeitig: Es war eine Protestnote und es war ein künstlerisches Statement. Man konnte sicherlich darüber streiten ob ein Foto auf Metall wie bei Daguerres Verfahren oder auf Papier beeindruckender aussah. Und trotzdem war diese Aufnahme in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, nicht nur, dass sie einen Menschen zeigte, nicht nur, dass es ein Selbstbildnis war. Es war auch die erste inszenierte Aufnahme überhaupt. Die Zeitgenossen wussten auch sofort worauf sich Bayard mit dieser Aufnahme bezog. 

Im 19. Jahrhundert gab es in einer Stadt wie Paris regelmäßig die Situation, dass Menschen tot aufgefunden wurden ohne, dass man wusste wer die Person denn nun war. Diese Menschen brachte man dann in ein öffentlich einsehbares Leichenschauhaus, dort wurden sie halb aufgerichtet aufgebahrt  und ihre Kleidung sowie Gegenstände, die aufgefunden worden waren, richtete man um sie herum gut sichtbar an. Die Hoffnung war, dass Menschen vermisst wurden und unter Umständen durch die Gegenstände oder den Leichnam selbst eine Identifizierung möglich wurde.

Bayards Aufnahme ahmt das nach: Der Hut, die Statuen sind Gegenstände für die er bekannt war.  Er ist im wesentlichen unbekleidet, ein Tuch bedeckt seine Scharm, das wars aber schon. Da er sich viel draußen aufhielt, besonders in seinem Garten um seine Aufnahmen zu fertigen, waren seine Hände und sein Gesicht dunkler als der Rest seines Körpers. In der Aufnahme unterstreicht es sogar noch den Eindruck einer Wasserleiche.

Es ist jedenfalls diese Aufnahme, die ihm dann einen Platz in den Geschichtsbüchern sichert, ob er selber über diesen Platz so glücklich wäre darf bezweifelt werden, denn wir reden nicht von dem ersten Selbstbildnis, wir reden nicht von der ersten Aufnahme mit allegorischen Stilmitteln, wir reden nicht davon, dass er derjenige Gewesen war, der die erste Fotoausstellung gemacht hatte. Nein. In die Geschichte geht er ein als der erste Fotofälscher.

Aber wenigstens lässt er sich seine Begeisterung für die Fotografie nicht nehmen, er wird weiterhin den Rest seines Lebens fotografieren. Viele seiner Stillleben und auch Selbstbildnissen und Gruppenaufnahmen sind von einer Originalität, die die damalige Malerei hinter sich lassen.

1851 gründet er eine der ersten Fotovereinigungen überhaupt: die „Société 

héliographique“, auf Deutsch die heliographische Gesellschaft. 

Im gleichen Jahr wird er zusammen mit vier anderen Fotografen damit beauftragt Frankreichs historische Gebäude zu dokumentieren. Im Auftrag dieser sogenannten mission héliographique machte er einige seiner besten und bis heute bekanntesten Arbeiten. 

1854 wird die Société héliographique umbenannt und die dann neu gegründete fotografische Gesellschaft  ernennt ihn zum Justiziar und Generalsekretär. Bis heute wird sein Nachlass von diesem ersten Fotoverein verwaltet.

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Das U-Boot von Loch Ness https://fotomenschen.kopfstim.me/das-u-boot-von-loch-ness/ Sat, 03 Apr 2021 21:38:11 +0000 ====> 30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera <====

Das Ungeheuer von Loch Ness hat in der Welt der zweifelhaften Fotobeweise Celebrity-Status. Besonders auch deswegen weil es 60 Jahre dauerte bis das Foto mit dem seine Existenz „bewiesen“ wurde als Fälschung erkannt wurde.

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Nenne mir ein Fabelwesen und ich finde eine Community, die danach sucht. Das gilt buchstäblich für jegliches Wesen, das irgendwann schon mal der Gegenstand von Geschichten war. Die Liste dieser Wesen ist lang. Darauf sind altbekannte wie der Yeti genauso drauf, wie blutrünstige Würmer, die angeblich 1,20 Meter lang werden und in der Wüste Gobi leben. Örtlich ist man auch nicht festgelegt. Den Elwetritsch zum Beispiel kann man in Bayern oder der Pfalz suchen. Der Nunda kommt aus Tansania. Den gruseligen Chubacabra findet man zum Beispiel in Südamerika. Dann gibt es noch eine schier unüberschaubare Anzahl an Seemonstern, beim Kraken angefangen bis hin zum berühmtesten aller Seemonster, dem Monster von Loch Ness. Wenn man mal ganz ehrlich ist, kennen viele wahrscheinlich gar keine anderen Seemonster, als Nessie. Dabei gibt es derart viele sagenhafte Seeungeheuer, dass die Kryptozoologie eine eigene Fachrichtung, nämlich die Dragontologie ins Leben gerufen hat, nur um sich mit den verschiedenen Wasserkryptiden auseinanderzusetzen. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass die Blütezeit der Kryptozoologie mit der ersten großen Blüte der Hobby Fotografie zusammenfällt, in der eben auch das eine oder andere verwackelte, verwaschene Foto von wahlweise Spuren oder den Ungeheuern höchstselbst auftauchten.

Das wichtigste Beweisfoto ist als the surgeon‘s fotograph, also das Chirurgen Foto bekannt. Das heißt so, weil der ursprüngliche Fotograf Robert Kenneth Wilson von Beruf Chirurg war, seinen Namen aber nicht in der Zeitung auftauchen sehen wollte. Erzählen wir die Geschichte vielleicht lieber von vorne. Nessie ist das Ungeheuer von Loch Ness. Loch ist schlicht und ergreifend ein anderes Wort für See. Die Seen in Schottland haben so manche Sagen, die oft auch was mit Ungeheuern zu tun haben. So hat nicht nur Loch Ness sein eigenes Ungeheuer. Sondern praktisch jeder größere See in Schottland hat eine Geschichte, die ganz ähnlich gestrickt ist. Loch Ness ist ein See in der Nähe der Stadt Inverness. Die erste Sichtung des Seeungeheuers von Loch Ness wird auf das Jahr 565 datiert. Sie taucht in der Lebensgeschichte eines irischen Missionars auf. Der soll nicht im See, sondern im Fluss Ness einem Ungeheuer begegnet sein, das versucht hatte, einen Wanderer, der des Weges gekommen war, zu fressen. Der Mönch hatten dann einfach das Kreuzzeichen in die Luft gemalt und dem Tier entgegengerufen, dass es sich in Gottes Namen von Dannen machen sollte und gefälligst keine Gottesfürchtigen Menschen fressen sollte. Davon war das Ungeheuer so beeindruckt, dass es sich sofort vom Acker machte. Die ganze Geschichte wird 100 Jahre später von einem Abt ausgeschrieben. Jeder darf jetzt selbst darüber nachdenken, wie glaubwürdig so ein Bericht ist. Über die Jahrhunderte hinweg gibt es immer wieder mal einzelne Berichte. Mal steigt ein großes Tier aus den Fluten und erschlägt Arbeiter am Ufer. Mal berichtet ein Mönch davon, dass der Loch Ness für seine schwimmenden Inseln bekannt wäre.

Bisher war das Monster von Loch Ness eine Lokalsage, für die sich außerhalb von Inverness und Loch Ness selbst wahrscheinlich niemand interessiert hat. Das ändert sich am 2. Mai 1933, als zum ersten Mal eine regionale Zeitung von der Sichtung eines Ungeheuers berichtete. Die Zeitung Inverness Currier brachte einen Artikel über Einheimische, die ein riesiges, im Loch tauchendes Tier gesichtet hätten. Dieser Artikel schlug derartige Wellen, dass es zu einer Mediensensation wurde. Londoner Zeitungen entstanden Reporter nach Schottland. Ein Zirkus soll sogar eine Summe von 20 Tausend Pfund für das Monster geboten haben. Es ist also dieses Klima, in dem mehr und mehr Menschen auf die Suche nach Spuren gehen. Bei so viel Wirbel finden sich natürlich auch findige Leute, die dabei helfen, entsprechende Beweise zu finden. Marmaduke Weatherell, Mitarbeiter der Londoner Zeitung Daily Mail war jemand, der solchen Beweisen auf den Leim ging, wenn ich das so sagen soll. Er kam nämlich mit Abdrücken zurück, die so groß waren, dass sie eigentlich nur von einem Monster stammen konnten. Die waren so gefälscht, dass sich Weatherell nicht nur zum Gespött der Leute machte, sondern auch von seinem Arbeitgeber Daily Mail öffentlich bloßgestellt wurde. Man suchte und suchte also, bis letztlich im April 1934 die endgültige Sensation gefunden war. Daily Mail hatte seinen Beweis gefunden. Robert Kenneth Wilson hatte zwei Fotos gemacht, auf denen ganz unzweifelhaft der Hals eines unbekannten Wassertieres zu sehen war. Der Daily Mail war es 100 Pfund wert. Die Bedingung, den Namen nicht zu nennen, war ihnen gerade recht. The Surgeon’s Fotograph ist das Bild, das also 60 Jahre als Beweis für die Existenz Nessies herhalten sollte und war in der Welt.

Wie immer gab es natürlich von Anfang an auch Zweifler. Zum Beispiel war nicht ganz klar, wie groß das Tier gewesen sein sollte, das man fotografiert hatte. Je nachdem, wie nah man an das Tier ran schnitt war es entweder ein kleines Tier über ruhigem Wasser oder ein großes Tier mit ordentlichen Wellen außen rum. Alles, das man wusste, war die Geschichte, die der Fotograf Robert Kenneth Wilson angegeben hatte. Demnach wäre er mit einem Freund Maurice Chambers zum Fischen an Loch Ness gewesen. Er hätte seine Kamer dabei gehabt, wie es seine Gewohnheit war. Als er dann dieses Tier auftauchen sah, riss er die Kamera hoch und machte mehrere Aufnahmen. Zwei waren auch scharf genug, dass sie als Beweis für die Existenz Nessies herhalten konnten. So war dann auch die Geschichte. Das Bild wurde vielfach untersucht. Es gab Zweifel an seiner Authentizität. Niemand konnte aber erklären, was da eigentlich zu sehen war. So richtig unglaubwürdig war ein Chirurg auch nicht. Er war nicht aus der Region. Er hatte ein bisschen Geld, aber auch kein Vermögen mit dem Foto verdient. Warum sollte ein Chirurg lügen? Er hatte nicht einmal Ruhm gesucht, obwohl er hätte berühmt werden können. Dieses Foto war nicht nur ein Eckstein für die Disziplin der Kryptozoologie, sondern auch gleichzeitig der Startpunkt einer Loch Ness Monster Industrie. Es gibt Nessie Merch, es gibt Nessie Entdecker Reisen, es gibt Nessie Forscher, es gibt Nessie Historical Tours, es gibt Nessie Sagen und Bücher und so weiter. Man schätzt die Nessie zu verdankenden Einnahmen, die zusätzlich in die Region fließen auf ungefähr 30 Millionen Euro jährlich. Das Foto hat definitiv geprägt, wie uns ein Seeungeher vorstellen, nämlich wahlweise wie eine große Seeschlange. Am allerliebsten aber als eine Art Dinosaurier. Das ist auch eine der beliebtesten Theorien. Ein Tier der Urzeit, ein großer Wasserdino, hat überlebt und treibt in Loch Ness sein Unwesen. Deswegen ist man irgendwann mit Sonarschiffen über den See geschippert und hat nichts gefunden.

60 Jahre alt war das Foto, als sich die Geschichte letztendlich aufklärte. Als Robert Kenneth Wilsons Freund Maurice Chambers stirbt, hinterlässt er diverse Aufzeichnungen und Tagebuch Einträge, die die komplette Geschichte erzählen. Spoiler Alert: An dem Foto stimmt genau nichts. Das fängt schon bei dem angeblichen Fotografen Robert Kenneth Wilson an. Der war nämlich gar nicht an der Kamera. Es fängt nochmal mit Marmaduke Weatherell an. Das war der Mann, der die Fußabdrücke gefunden hatte und sich dann öffentlich bloßstellen lassen musste. Der fand das gar nicht lustig und überlegte, wie er das dem Daily Mail heimzahlen konnte. Marmaduke Weatherell war eigentlich Filmmacher. Eins war deswegen schnell klar. Was ist besser, als Fußabdrücke? Ein Beweisfoto. Es braucht dafür jemanden, der ein Talent für Skulpturen hat, wie beispielsweise der eigene Schwiegersohn Christian Sperling. Der findet den Plan großartig und konstruiert das Modell auf Basis eines Spielzeug Uboots. Sein Sohn Ian Weatherell war natürlich auch mit an Bord. Das war der Hobby Fotograf der Gruppe, der später das Foto machte. Die brachten für die eigentlichen Aufnahmen auch neue Freunde, nämlich Robert Kenneth Wilson und Maurice Chambers. Allen war klar, dass die Bilder nicht zu gut werden durften. Es musste ja spontan aussehen. Erwischt werden wollte man auch nicht. Die Gruppe Männer trifft sich also am See und beginnt, ihre Aufnahmen zu machen. Um ein Haar wäre es komplett schief gegangen. Kaum hatte man das Uboot zu Wasser gelassen und mit den ersten Aufnahmen begonnen, näherte sich ein Patrouillen Boot. So kam es, dass das original Nessie, das für das berühmte Foto Modell gestanden hat, immer noch im See sein muss. Denn Weatherell gab dem Ding einfach einen beherzten Tritt, sodass das Ding versank, bevor sie auffliegen konnten. Um endgültig Weatherells Beteiligung an dem Foto zu verschleiern, war dann Robert Wilson derjenige, der offiziell das Foto der Daily Mail anbot und damit eine Ikone geschaffen hatte.

Ich hatte schon an anderer Stelle erwähnt, dass mein persönlicher Test für ikonische Fotos meine Teenager Kids sind. Wenn ich denen ein Bild hinhalte, das sie kennen, dann ist es für mich zumindest ein Indiz, dass ein Foto im kollektiven Popkultur Gedächtnis gelandet ist. ich glaube, Marmaduke Weatherell war es recht. Als er das Foto gemacht hatte, konnte er nicht absehen, wie sehr es einschlagen würde. Ich finde es aber bemerkenswert, dass 60 Jahre lang diese Gruppe von fünf Männern komplett dichtgehalten hat. Die müssen über die Jahre einen Mordsspaß gehabt haben. Inzwischen hat dieses Bild ein Eigenleben, das sowieso nicht mehr einzuholen ist. Es spielt keine Rolle, dass es eigentlich ein Spielzeug Uboot ist, das hier fotografiert wurde. Nur weil das einzige Foto, das wir vom Monster von Loch Ness haben eine Trickaufnahme ist, heißt es ja nicht, dass es nicht trotzdem ein Seeungeheuer in Loch Ness geben könnte.

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Fabelhafte Feen-Fotos https://fotomenschen.kopfstim.me/fabelhafte-feen-fotos/ Fri, 04 Sep 2020 10:34:03 +0000 30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera]]> ====> 30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera <====

Es gibt Menschen, die glauben Feen und andere Naturgeister existieren wirklich und so wundert man sich nicht, dass irgendwann auch Beweisfotos auftauchten, die ihre Existenz belegten… Aber was hat das mit Sherlock Holmes zu tun?

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Bildquelle: archive.org
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Transkript

Es gab mal eine Zeit vor Photoshop da war es ganz klar, dass alles, was ich fotografieren lässt auch wirklich existiert. Das fängt bei Urlaubsfotos an und hört bei kriminalistischen Beweisbildern auf. Und manchmal zeigen Fotografien neben schier unglaubliches. Zum Beispiel Feen.

Feen sind Naturgeister. Kleine, meistens weibliche Figuren, die oft als wunderschön beschrieben werden, magische Kräfte haben, sich sichtbar und unsichtbar machen können und in der einen oder anderen Form fast überall auf der Welt in Sagen vorkommen.

Name und Grundidee leitet sich wohl schon von den römischen Schicksalsgöttinnen ab aber das, was wir heute unter Feen verstehen ist wahrscheinlich im Wesentlichen aus keltischen Volkssagen entstanden. Und wie das oft so ist, der Übergang zwischen Sage und Literatur und angenommener Wirklichkeit ist manchmal fließend.

So gibt es auf Island ein staatlich anerkanntes Feenmedium, eine Frau, die sich damit beschäftigt z. B. bei Straßen sicherzustellen, dass man nicht aus Versehen die neue Autobahntrasse quer durch ein Feenwohngebiet zieht. Und natürlich sind auch die einschlägigen spirituellen Regalmeter in der Buchhandlung unseres Vertrauens, gefüllt mit Literaturen nicht nur zu Feen, sondern auch Einhörnern, Engeln und was sonst noch alles gibt. Und da sind natürlich auch oft mal Bilder darin zu sehen, die angebliches oder tatsächliches zeigen.

Freilich sind wir uns heute alle bewusst, dass mit Photoshop jeder noch so absurde Bildeindruck erzeugt werden kann. Wir glauben solchen Fotos also nur begrenzt.

Anders war das im Jahr 1917. Zu der Zeit war Deutschland noch ein Kaiserreich und in Großbritannien herrschte King Edward the seventh über ein Viertel der Welt. Die Fotografie war zu der Zeit schon 100 Jahre alt und jeder Haushalt, der so ein bisschen was auf sich hielt, hatte sehr wahrscheinlich eine Kamera im Haus. Ja und was immer diese Kamera festhielt, war natürlich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

[Einspieler]

“Das Jahr 1917. Zwei Mädchen in England fotografieren sich gegenseitig. Das Ergebnis: eine Sensation. Die Bilder gehen um die Welt, denn sie zeigen fabelhafte Wesen.”

Die beiden Mädchen sind die 16-jährige Elsie Wright und die damals gerade mal 9-jährige Frances Griffiths, die bei Elsie zu Besuch war. Die beiden Mädchen spielen viel gemeinsam und meistens halten sich bei einem nahegelegenen, kleinen Bach auf. Als die Eltern fragen, was denn an dem Bach so faszinierend wäre, geben die Mädchen zur Antwort, dass da Feen wohnen. Der Vater glaubt das jetzt nicht so ganz aber er willigt ein, ihnen seine Kamera zu leihen, damit sie Fotos machen können.

Ja und die beiden kommen tatsächlich mit Aufnahmen von Feen wieder also Bilder, auf denen sie zu sehen sind und kleine Wesen mit Flügelchen. Der Vater denkt sich nicht viel dabei, hält das ganze für einen geschickten Trick und damit ist das Thema auch erstmal durch.

Zwei Jahre lang ist das Thema dann erst mal durch. Solange nämlich bis Elsies Mutter anfängt, zu regelmäßigen Treffen der lokalen theosophischen Gesellschaft zu gehen. 

Solche Gruppen waren damals relativ weit verbreitet. Die Menschen waren damals auf der Suche nach allerlei spirituellen Wahrheiten. Indische Spiritualität mischte sich mit was man aus heutiger Sicht einfach nur Okkultismus nennen kann und nicht alles, was damals als Lehrmeinung vertreten wurde, war notwendigerweise wissenschaftlich begründet. 

Das war ja auch eine Zeit, in der ständig Wunder wahr zu werden schienen. Man konnte mit Menschen reden, die nicht da waren, riesige Maschinen wurden konstruiert, Naturgewalten, die als unbeherrschbar galten, wurden nach und nach eingehegt und man hat nicht mal eine Augenbraue hochgezogen, wenn anerkannte Denker wie z. B. CG Jung sich offen mit Tarot und anderen okkultistischen Praktiken auseinandersetzen.Einfach unter der Annahme, es könnt ja was dran sein. 

Philosophen jedenfalls sahen die Welt als eine Vielgötter- und Vielgeisterwelt an und da fiel natürlich Elsies Mutter dieser Fotoscherz wieder ein, den sie immer irgendwie auch für möglicherweise echt gehalten hatte. Sie geht also heim, sucht die Fotos raus, geht zum nächsten Treffen und legt dem Gruppenleiter die Bilder vor. Und fragt, ob das vielleicht ein Beweis für die Existenz von Naturgeistern sein könnte. 

Der ist sich nicht sicher und holt sich deswegen Rat bei einem Fotografen. Ja, und der schaut doch darauf und sagt: „Ich wüsste beim besten Willen nicht, wie ich so ein Foto künstlich herstellen sollte. Das müssen echte kleine Wesen mit Flügelchen sein.“ Wer sich die Fotos anschaut, wird mir wahrscheinlich zustimmen, dass das kein besonders kompetenter Fotograf gewesen sein kann. 

Aber für die Mitglieder dieses Schwurbelzirkels war das natürlich eine absolute Sensation. Ab jetzt wurden Vorträge gehalten, in denen diese Bilder als Beweise gezeigt wurden.

Ein solcher Vortrag wird es wohl auch gewesen sein, den damals Sir Arthur Conan Doyle, der Mann, der Sherlock Holmes erfunden hat, auf dieses Feenphänomen aufmerksam machte. Freilich könnte man sagen, Sir Arthur Conan Doyle wollte eigentlich, dass das Ganze die Wahrheit zeigt. Aber er wollte natürlich auch den Anschein vermeiden, dass er sich sehr, sehr leicht überzeugen lässt. Deswegen gab er die Bilder einen Gutachter der Firma Kodak

Kodak war damals schon einen riesen Name. Die hatten die Kodak Brownie erfunden, die erste Schnappschusskamera, die praktisch in jedem Haushalt zu finden war, kann man mal so sagen, mit Rollfilm und Knipsmechanismus, mit dem wirklich auch jedes Kind umzugehen wusste, das heißt, wenn die es nicht wussten, wer dann. 

Und das Gutachten fiel durchwachsen aus. Also im Endeffekt wussten die jetzt spontan auch nicht, wie diese Aufnahmen entstanden sein könnten, aber schlossen aus, dass es echt ist, mit der Begründung; wenn es keine Feen gibt dann müssen diese Aufnahmen ja wohl auch fake sein. Ja, und Sir Arthur Conan Doyle dachte sich dann:

[Einspieler]

“Once you’ve eliminated the impossible, whatever remains, however improbable, must be the truth.”

Und er wollte mehr Fotos von Feen. Er stattete die Kinder mit Kameraequipment aus und besuchte sie regelmäßig, bis die dann endlich noch ein Bild produzierten.

Übrigens war die Fotografie von Feen nicht das einzige Fotoprojekt, mit dem sich Sir Arthur Conan Doyle beschäftigte. Es sind z. B. auch Spiritfotografien, also Geistfotografien von ihm erhalten, die er von einem damals anerkannten Medium machen ließ.

Es war also durchaus so einiges an Fotogeschwurbel unterwegs, das einfach dadurch auch in der Welt blieb, weil die Menschen zu der Zeit kein Verständnis dafür hatten, wie Fotografien tatsächlich entstanden und welche Möglichkeiten der Manipulation es auch gab.

Schließlich veröffentlicht Conan Doyle einen Artikel in seinem Hausmagazin, dem Magazin, das auch Sherlock Holmes seinerzeit begründete, The Strand Magazine. “Epochales Ereignis! Feen fotografiert!”, stand da zu lesen.

Und das war der Startpunkt einer Kontroverse. Die Welt teilt sich auf in Leute, die das für eine Sensation und Leute, die das für absoluten Humbug hielten.

Conan Doyle ließ sich jedenfalls nicht beirren und irgendwann, nach mehreren Artikeln, schrieb er sogar ein Buch über den Fall. 1922 erschienen es in den Läden. “the coming of the fairies”. Sir Arthur Conan Doyle blieb bis zu seinem Tod von dieser Geschichte überzeugt. Er starb in dem sicheren Wissen, es gab Feen und die waren damals fotografiert worden.

Es gab auch immer wieder mal Wellen, in denen diese Bilder als Beweis und Diskussionsmaterial herhielten. 1940, in den Fünfzigern, in den Sechzigern, immer wieder gingen diese Bilder durch die Medien. Es wurden mehrere Bücher veröffentlicht und die beiden Mädels bestanden auch lange Zeit darauf, dass diese Fotografien authentisch und echt seien.

Heute wissen wir das besser. Und zwar aus ganz vielen Gründen. Aber wirklich überraschend ist, dass es bis 1978 gedauert hat, bis jemand sich ernsthaft damit beschäftigt hat, den Beweis zu führen, dass diese Bilder nicht echt sein können.

Und dieser Beweis hatte mehrere Bausteine. Einmal hat sich z. B. der Bühnenmagier und Skeptiker James Randi damit beschäftigt und gezeigt, woran man sehen kann, dass diese Bilder nicht echt sein können. Beispielsweise sieht man auf den Fotos den Bach, an dem die Mädchen gespielt haben. Und dieser Bach ist, weil das ganze ja eine Langzeitbelichtung war, verwischt. Gleichzeitig sind aber die Feen erstaunlich scharf zu sehen. Für kleine Wesen, die die ganze Zeit rumflattern und nicht auf der Stelle bleiben ist es schon erstaunlich.

Der finale Nagel in den Sarg der Geschichte war aber, als man 1978 die Vorlagen für die Feen fand, in einem Kinderbuch namens “princess Mary’s Gift Book”. Da waren sie abgedruckt und von dort hatten die Mädchen die Feen auch ausgeschnitten, um kleine Feenfigürchen vor der Kamera rumwedeln zu lassen. Über all die Jahre jedenfalls kochte die Diskussion immer wieder hoch und über all die Jahre wurden immer wieder auch die zwei Cousinen dazu befragt, ob das nun Fake sei, wie sie es denn gemacht hätten und als dann irgendwann mal auch feststand, dass es tatsächlich keine echten Aufnahmen sein können, mussten sich die beiden natürlich beschimpfen lassen, dass das ganze ja Betrug gewesen sei und ob sich nicht schämen würden.

Hier zum Beispiel ein Originalton von Elsie, ausgestrahlt in der BBC:

[Einspieler]

“It was very embarrassing, because, I mean, two village kids and a brilliant man like Conan Doyle, we could only just keep quiet.”

Was sie da sagt, kann ich mir gut vorstellen. Wenn jemand wie Conan Doyle so massiv Wirbel macht, ja, dann gehst du als so ein Mädel vielleicht eher vorsichtig ran und widersprichst ihm auch nicht so richtig frontal. Die beiden sind ja nicht herumgelaufen und haben das Ganze beworben, sie haben es nur nie abgestritten.

Wobei, das stimmt auch nur zum Teil. Elsie hat irgendwann offen zugegeben, dass das Ganze eigentlich gestellt war. Francis hingegen, die jüngere der Beiden, damals 9 Jahre alt, war absolut überzeugt davon, dass sie mindestens mal einen Gnom, vielleicht aber auch die Feen gesehen hat. Sie gab zu, dass die Bilder der Feen zum Teil, also, getürkt waren, aber das hieß ja jetzt nicht, dass alle Bilder gefaket waren und das hieß auch nicht, dass es gar keine Feen gäbe, sondern nur, dass es eben diese Bilder waren.

Hinzu kommt, dass die Leute eigentlich an diese Feen glauben wollten. Hier nochmal Elsie:

[Einspieler]

“The people keep insulting me, don’t you feel ashamed that you’ve made all these poor people look fooled, they believed in you. But I don’t because I wanted to believe.”

Ja. Sie sagt, sie schämt sich nicht dafür, dass die Leute ihr geglaubt haben, denn die Leute ließen ihr gar keine andere Chance, sie wollten es ja glauben. Und sie belegt das ganz anschaulich mit einem der fünf berühmten Bilder.

[Einspieler]

“Look at this photograph. … .That leg doesn’t belong to that fairy. And somebody pointed it out in the newspaper.”

Ja, man sieht eigentlich sofort, dass mit dieser speziellen Fee irgendwas nicht stimmt. Der Fuß ist falsch. Und damals hat das jemand auch dann angemerkt. In einem Artikel zu den Feen.

[Einspieler]

“And one of the dear believers said: “Well fairies aren’t like humans, they haven’t got bodies like we have, like, the skeleton, the arms and legs, they sort of put it together with swords and sometimes it doesn’t come out right.”

Ja, und dann ist dann sofort jemand herbeigesprungen und hat erklärt, ja, Feen sind nunmal nicht so wie Menschen, die haben keine Knochen und so, die Gestalt ist sozusagen aus Gedanken materialisiert und manchmal stimmt das dann halt einfach nicht. Eine sehr bequeme Erklärung für so einen anatomischen Fehler.

[Einspieler]

“We didn’t have to tell a lie about it at all because always someone came out and justified.”

Ja, da hat sie sicherlich recht. Die Menschen wollen so etwas glauben und das ist auch heute noch so. Immer wieder tauchen Fotos auf, die als Beweis für Bigfoot, Nessie oder auch ganz banale Dinge wie welche Menschen zu welcher Zeit an welchem Ort angeblich gewesen sein sollten herhalten müssen. Es gibt Fotos von Außerirdischen und es gibt Fotos von Geistern. Und für jedes Bild gibt es auch eine Gruppe an Menschen, die das unbedingt glauben wollen. Aber über Feen. Über Feen sind wir doch jetzt drüber, oder?

[Einspieler]

“The Fairymania they inspired seems like another age. However, a hundred years on, belief has not disappeared. A professor of arts, John Hyatt, took these pictures of, what he thought, were insects. When he displayed them people from around the world were convinced; he’d photographed fairies.”

Richtig gehört. Es gibt einen Kunstprofessor da draußen, der hat Fotos von Feen gemacht. Und der stellt die nicht nur aus, sondern von überall in der Welt schicken Menschen ihre eigenen Feenfotos ein. Die sehen jetzt freilich irgendwie anders aus als die Cottingley fairies damals: Ein bisschen kunstvoller, verwischt, Bewegungsunschärfe, sie sind kleiner aber irgendwie, irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass das zwar moderner, aber eigentlich immer noch genau das Gleiche ist.

Und wie damals, wie in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, finden sich auch heute Menschen, die da unbedingt dran glauben wollen.

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Einmal Selfie und zurück. https://fotomenschen.kopfstim.me/fotomenschen-eine-einfuehrung/ Sun, 16 Aug 2020 19:27:08 +0000 ====> 30x Fotogeschichte(n) - Ein Lesebuch für Fotograf*innen mit und ohne Kamera <====

Angeblich posten rund 60% aller Nutzerinnen und Nutzer von Instagram regelmäßig Fotos von sich selbst, sogenannte Selfies.

Die bildliche Selbstdarstellung wurde natürlich nicht erst durch Social Media populär, tatsächlich haben schon die Maler des Mittelalters und der Renaissance gerne ihr eigenes Antlitz in ihre Arbeiten geschmuggelt und dann war es bald nur noch eine Frage der Zeit bis die ersten gezielten Selbstportraits gemalt wurden.

So wage ich in der heutigen Folge eine Reise von A wie Albrecht Dürer bis K wie Kardashian 🙂

Weitere Informationen:

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Transkript der Episode:

“Picture – or it didn’t happen”. Das ist ein Spruch, der Freunde dazu auffordern soll, einen Schnappschuss zu teilen. Wir leben in durch und durch visuellen Zeiten; Niemand wird bestreiten, dass es noch nie so wichtig war wie dieser Tage, eine Kamera in Griffweite zu haben. Zumindest scheinen wir das so wahrzunehmen. Wir fotografieren alles und jeden, und auch gerne Mal uns selbst. Das sogenannte “Selfie”, ja manch einer ruft sogar eine “Selfie Culture” aus, millionen und abermillionen Selfies werden regelmäßig auf den großen Social Media Kanälen veröffentlicht.

[Einspieler]

Hi, I’m Kim Kardashian West and I’m gonna give you a little tutorial on how to take the perfect selfie. If you don’t have a mirror in front of you to really figure out your pose and your angle, make sure that your lighting is amazing, because you wanna blow out everything you don’t wanna see and highlight all the good things that you do.

Moderne Smartphones haben sogar mehr als eine Kamera, eine extra zu dem Zweck um Selfies aufnehmen zu können. Die “front-facing-Camera”. 

Das Wort “Selfie” wurde angeblich von einem Australier erfunden, der hat sich bei der Geburtstagsparty eines Freundes die Lichter ausgeschossen und anschließend aufs Gesicht gelegt. Das Internet, freilich, gab’s zu der Zeit schon und so machte er ein Foto, bei dem man die Lippe nicht scharf, dankenswerterweise aber im Hintergrund die Steckdose supergut erkennen kann, und schrieb dazu, dass es ihm leid täte, dass der Fokus falsch sitzt, es wäre ja nur ein Selfie. Und damit war das Wort in der Welt.

Damit stellt sich jetzt natürlich die Frage, was ist denn nun ein Selfie?

[Einspieler]

Hi, ich bins wieder, eure Jayjay, und ganz viele haben mich gefragt ob ich sagen kann was “Selfie” is, und weil ihr das alle nicht wisst sag ich euch das jetzt.

Äh ja. Jetzt mal wirklich:

[Einspieler]

Selfies sind Selbstportraits, die du mit einem Smartphone in deiner eigenen Hand aufnimmst, daher auch der Name “Selfie”, das kommt vom englischen “self portrait”.

Also ein Bild, dass ich selbst von mir anfertige. Und wenn wir es so generisch halten, dann ist natürlich das Selfie schon hunderte von Jahren alt. Schon in Mittelalter hatten Maler damit begonnen, ihre eigenen Gesichter gelegentlich in ihre Gemälde zu schmuggeln, da saß dann unter den Jüngern Jesu plötzlich mit der Maler am Tisch. Ab dem 15. Jahrhundert werden zunehmend auch Gemälde von Malern bekannt und es gibt mehrere, die sind berühmt geworden, dafür, dass sich die jeweiligen Künstler besonders treffend selbst dargestellt haben. 

Und damit könnte man sagen: Die Renaissance-Maler sind die Urgroßväter moderner Selfies. Daran sollte man auf jeden Fall denken, wenn Man das nächste Mal mit der Frontkamera auf sich selbst abdrückt. 

Wir können aber auch auf jeden Fall festhalten, dass die Definition “Selbstportrait” vielleicht nicht so ganz tragfähig ist, wenn wir über Selfies reden, wir reden ja schon über eine ganz bestimmte Art des Selbstportraits, nämlich fotografisch festgehaltene Selbstportraits, die dürfen auch zunehmend immer mehr verfremdet sein, im Zeitalter von Snapchat-Filtern kann man sich da künstliche Hüte aufsetzen, die Augen vergrößern, die Haut verjüngen, was immer uns einfällt, das heißt es muss auch noch nicht mal mehr fotografisch authentisch sein, aber wir reden ja schon von einem fotografischen Prozess. Niemand greift zu Pinsel und Leinwand, um sein Selfie zu malen und dann zu veröffentlichen, wir snappen es.

Und damit sind wir bei der Geschichte der Fotografie angekommen. Eine Geschichte, die eigentlich ziemlich kurz ist. 200 Jahre. Grob. 1820 – 1840 war die Geburtsstunde der modernen Fotografie. 

Dieser große Zeitraum ist mit Absicht gewählt, weil es tatsächlich ein bisschen Definitionsfrage ist, was man denn nun als den Startpunkt der modernen Fotografie ansieht. Manches Prinzip, das auch heute immer noch Kameras verwenden, kannte man schon seit der Antike. Die sogenannte “Camera obscura”, also die “versteckte Kammer”, von der eben auch unsere heutige Kamera ihren Namen hat, war ein Raum oder zumindest eine Holzkiste, in die ausschließlich durch ein kleines Löchlein Licht drang. Und es war eben auch schon wirklich lange bekannt, dass sich durch dieses Loch Bilder projizieren auf die Rückwand besagter Kammer oder Kiste ließen. Allein dieses Bild war vorübergehend. Nur so lange wie genügend Licht und genügend Szenerie existierte, konnte man dieses Bild bewundern und bestaunen. Es gab solche Kameras auch begehbar. Manche wurden als Apparatur verwendet, um Pläne zu zeichnen oder die Perspektive von Gebäuden korrekt abzubilden, es war also ein Werkzeug im Künstlerbedarf.

Man hatte schon erkannt, dass es Chemikalien und Stoffe gab, die lichtempfindlich waren, und so musste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn man nicht irgendwie einen Weg finden könnte, ein Bild das in der Camera obscura sichtbar wird irgendwie auf einem dieser Stoffe festzuhalten.

In die Geschichte eingehen sollte dann der Franzose Joseph Niépce. 1826 gelang ihm das, was auch heute noch als die erste jemals durchgeführte und auch nach wie vor erhaltene Fotografie gilt. Acht Stunden lang belichtete er in einem Verfahren, dass er Heliographie nannte, eine lichtempfindliche Asphaltschicht, die hinterher mit Lavendelöl entwickelt wurde. Nicht nur wegen der langen Belichtungszeit war dieses Verfahren noch nicht so richtig praxistauglich, auch das Ergebnis muss man schon mit modernen Mitteln fassen, um wirklich zu erkennen, was man auf dem Bild festgehalten hatte. Trotzdem: Ein Anfang war gemacht.

Zu der Zeit stand Joseph Niépce mit einem Maler namens Louis Daguerre in Kontakt und tauschte sich über die Möglichkeiten, die Entwicklung eventuell kommerziell nutzbar zu machen aus. Daguerre übernahm die Methoden von Niépce und stellte eigene Forschungen an. Niépce starb 1833 und hat damit nie den späteren Durchbruch von Daguerre miterlebt. 

Der entwickelte nämlich ein Verfahren, dass er dann ganz bescheiden “Daguerreotypie” nannte, und mit dem es möglich wurde, in wenigen Minuten hochdetailauflösende Bilder auf Silberplatten zu belichten. 1839 veröffentlichte er dieses Verfahren und die Rechte wurden auf die Initiative eines Physikers von der französischen Regierung erworben. Sie zahlten ab dann eine lebenslange Rente an Daguerre und an den Sohn von Niépce. Allerdings war es natürlich so, dass mit dem Namen Daguerreotypie Daguerre derjenige war, der als Urvater der Fotografie in die Geschichte einging. Und die hob jetzt so richtig ab.

Das Verfahren war für damalige Verhältnisse absolut revolutionär. Die Menschen konnten nicht glauben, was sie auf diesen Plättchen sehen konnten. Es war auch für heutige Verhältnisse hochauflösend, was damals abgeliefert wurde. Ordentliche Linsen vorausgesetzt konnte man Bilder erzeugen in diesem Verfahren, die mehrere hundert Megapixel groß wären, würde man sie heute scannen.

Wenige Jahre später wurden jedes Jahr mehrere millionen Daguerreotypien angefertigt und unter das Volk gebracht. Es begann eine Zeit, in der ein moderner Haushalt ohne Daguerreotypien nicht denkbar war. Die gabs auch in 3D. Es gab Leute, die Daguerreotypien in entsprechend verschobenen Ansichten fotografieren, sodass man die mit einer entsprechenden Vorrichtung dreidimensional betrachten konnte, natürlich, wie sollte es anders sein, auch gerne mal für pornografische Darstellungen benutzt.

Auch das, eine Technologie, die jetzt mit VR Brillen wieder zurück zu uns findet, war halt eben doch alles schon mal irgendwie da.

Die Daguerreotypie wurde jedenfalls ein Massenverfahren, und jetzt, jetzt ist es wieder an der Zeit, dass wir wieder zu unserem Selfie zurückkommen, denn, was es natürlich damit auch gab, war Fotografen, die das Verfahren perfektionierten und berühmt damit wurden.

Und damit sind wir bei einem weiteren Pionier der frühen Fotografie. Robert Cornelius. Er war der Sohn niederländischer Immigranten in die USA. Geboren 1809 in Philadelphia und besuchte eine private Schule. Besonders interessierte ihn damals die Chemie. 1831 begann er dann, für seinen Vater zu arbeiten und beschäftigte sich mit Versilberungen und dem Polieren von Metall und das machte er so gut, dass er kurz darauf von einem anderen Fotografiepionier, Joseph Saxton, beauftragt wurde, eine silberne Platte herzustellen, für eine Daguerreotypie, die die damalige central high school in Philadelphia in Auftrag gegeben hatte. 

Und Robert Cornelius war hooked. Die Daguerreotypie bediente alles, wofür er sich begeistern konnte. Metallurgie, Chemie, und so beschloss er, seine Talente dafür einzusetzen, die Daguerreotypie zu perfektionieren und er eröffnete zwei der ersten Fotostudios überhaupt, um damit dann auch Bilder anzufertigen. Und natürlich konnte man super Landschaften und Gebäude fotografieren, aber wie viel schöner wäre es denn, wenn man Menschen fotografieren könnte.

Und so begann er, damit zu experimentieren, die Entwicklungs- und Belichtungszeit zu drücken und Apparaturen zusammenzustellen, mit denen man reproduzierbar Menschen fotografieren konnte. Damals waren die verschiedenen Materialien noch nicht so lichtempfindlich wie heute, das heißt, man brauchte entsprechend viel Beleuchtung, Portraits wurden also auch gerne mal draußen gemacht. Und so war das auch mit dem Bild, das er dann 1839 fotografierte. 

Wer schon mal mit einer Großformatkamera hantiert hat, hat vermutlich auch eine ganz gute Vorstellung davon, wie das wohl ausgesehen haben muss. Robert Cornelius hat zunächst  in seinem Heimstudio die Silberplatte vorbereitet, in einer Dunkelkammer, die musste nämlich behandelt und lichtempfindlich gemacht werden und dann lichtdicht in einem Magazin verstaut werden. Dann trug er die Camera obscura ins Freie, positionierte einen Stuhl davor und ließ vermutlich jemanden darauf sitzen, um in aller Ruhe die Szene komponieren zu können, also, die Kamera richtig auszurichten. Nun wurde das Magazin, das er vorbereitet hatte, in die Kamera eingelegt, also eingeschoben, und ab jetzt war alles aufnahmebereit. Aufnahmedauer wahrscheinlich c.a. 5-8 Minuten, das heißt Robert Cornelius konnte ganz gemütlich von der Kamera vorne den Deckel abnehmen, zu dem Stuhl gehen, sich hinsetzen, und musste dann für mehrere Minuten bewegungslos ausharren, bevor er wieder aufstand, zurückging und den Deckel wieder vor die Öffnung der Camera obscura anbrachte.

Und da war es nun. Der welterste Selfie. Ein junger Mann mit zerzaustem Haar, der unsicher und vielleicht ein bisschen neugierig in die Kamera blickt. Lächeln hat man auf damaligen Bildern nach Möglichkeit vermieden, denn wer kann schon ein Lächeln mehrere Minuten lang halten, ohne dass es irgendwann wie eine Grimasse aussieht, und so lächelt auch Robert nicht in diesem Bild.

Ich finds ja grad schon so ein bisschen passend, dass das erste Selfie der Geschichte ausgerechnet von einem Amerikaner geschossen sein soll. Ab da gab es dann jedenfalls kein Halten mehr. Portraits waren natürlich eine der Hauptanwendungen der neu perfektionierten Technologie und Robert Cornelius betrieb mehrere Jahre lang mehrere Fotostudios, bevor er sich wieder dem Geschäft seiner Familie, dem Verkaufen und Entwickeln von Gas- und Beleuchtungsmitteln eben, zuwandte. Wahrscheinlich, weil man damit dann doch noch ein bisschen mehr Geld verdienen konnte.

Es gibt übrigens noch einen anderen Selfie-Kandidat, der kurz danach einen, nennens wir mal, “Protestselfie” erstellt hat. Es war nämlich jemand, der von sich auch behauptete, die Technologie perfektioniert zu haben, Daguerreotypien herzustellen, der Franzose Hippolyte Bayard. Der hatte dann seine Verfahren der französischen Akademie der Wissenschaften angeboten und war abgelehnt worden, was er als derart große Schmach ansah, dass er ein Protestselfie aufnahm, ein Selfie, auf dem er sich als Ertrunkenen darstellte, und dieses Selfie dann mit einem Protest-Text versah und einschickte.

Naja, ein bisschen melodramatisch, der Mann, damit schlägt sich auch der Bogen zu den modernen Selfies. Die gehen ja auch von völlig banal bis zu überdramatisiert. Von alltäglich zu künstlerisch. Die alltäglichen Selfies, die wir alle machen, vielleicht manchmal noch in Kombination mit den Selfies, die Celebrities machen, von denen mehrere absoluten Kult- und Berühmtheitsstatus erreicht haben. Kim Kardashian hat so viele Selfies von sich angefertigt, dass sie irgendwann sogar ein Buch anfertigte, statt einer Biografie nur mit ihren Selfies ausgekleidet, und damit die Bestsellerliste der New York Times eroberte.

Aber es gibt natürlich auch ernsthafte Selfie-Kandidaten. Andy Warhol hat eine ganze Menge Selfies gemacht. Der Künstler IYY hat Selfies von sich veröffentlicht. Und die Fotografin Cindy Sherman erkundet mithilfe des Selfies nicht nur alternative Identitäten, sondern auch ihr persönlichstes Innerstes. Überhaupt gibt es Künstler, die behaupten, das Selfie wäre sozusagen die hohe Kunst der Portraitfotografie, denn anders als bei der herkömmlichen Portraitfotografie hat der Fotograf beim Selfie ja wirklich intimes Wissen, intimstes Wissen über das Model.

Und trotzdem sind Selfies nicht jedermanns Sache. Es gibt zwar eine riesige Zahl Menschen, die sich gerne selbst fotografieren, aber längst nicht jeder mag den Selfie-Trend. Und auch wenn es uns nicht so vorkommen mag, nicht jedes Bild da draußen ist ein Selfie. Insgesamt sind tatsächlich nur 4 % der auf Instagram veröffentlichten Bilder Selfies. Der Rest teilt sich dann auf Gebäude, Urlaubsszenen, irgendwelche Gruppenfotos, Essen und was sonst noch an sujet existiert auf, jedenfalls sind wir dann doch nicht so egozentrisch, wie man meinen möchte, wenn man Kim Kardashian und co. als Maßstab annimmt.

Und wenig überraschend ist es dann auch noch so, dass es Unterschiede zwischen den Generationen und den Kulturen gibt. Eine interessante Statistik, die ich gefunden habe, stammt von der Zeitschrift “Time”, die 2014 den Hashtag #Selfie auf Instagram analysierte, und eine Rangliste erarbeitete, in welchen Städten denn die meisten Selfies geschossen würden. Kenngröße war Selfies pro 100.000 Einwohner. Was ich ganz interessant fand war, dass Makati City und New York die zwei Städte mit den meisten Selfies waren, aber in den Top 100 keine einzige deutsche Stadt vorkam. Und schon die Italiener und Franzosen musste man in der Liste echt suchen.

Egal wie, wir stehen auf den Schultern von Giganten. Das nächste Mal, wenn wir unser Handy hochreißen, um ein Selfie von uns zu fotografieren, einfach kurz innehalten und daran denken, dass wir in einer Linie zu Albrecht Dürer stehen. Oder zu Kim Kardashian. Je nachdem, wie man die Sache nun auslegen möchte.

Bild: By Robert Cornelius – This image is available from the United States Library of Congress’s Prints and Photographs divisionunder the digital ID cph.3f04912.This tag does not indicate the copyright status of the attached work. A normal copyright tag is still required. See Commons:Licensing for more information., Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6350177

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